Können wir Menschen uns ändern?

Prinzipiell ja. Aber es ist schwierig. Und nur, wenn wir es wirklich wollen.

Es es ist nicht so, dass jemand sich ändert, nur, weil man diesem dauernd irgendwelche Tipps geben würde. Änderung setzt nur von innen heraus ein. Darum ist es sinnvoll, wenn jemand oder jemandes Verhalten einen vielleicht stört, dass man zunächst einmal bei sich selber anfängt. Der andere will abends nicht mit weggehen? Wenn man bisher dann auch zu Hause geblieben ist, kann man das ja mal ändern. Der andere geht nicht gerne auf Konzerte? Das heißt ja nicht, dass man es selber nicht einmal machen könnte. Änderung ist allerdings schwierig und sie kostet etwas. Bzw sie ist auch deswegen schwierig, weil sie etwas kostet. Sie kostet Bequemlichkeit und Gewohnheit und Eingefahrenheit, welche man dann ein Stück weit verliert, weil man aus der eigenen Komfortzone ausbrechen muss und will. Dabei gewinnt man aber auch etwas. Nämlich eine neue Art und Intensität zu leben und das Leben zu spüren. Und dann kann der andere sich womöglich auch ändern, weil man für ihn eben auch nicht mehr so bequem und vorhersagbar ist, wie es schien. Dann können plötzlich Änderungen in Gang kommen, die mehrere Menschen betreffen. Anfangen kann aber nur einer. Man selbst. Da man gegen eingefahrene Gewohnheiten kämpfen muss, welche sich auch in den Gehirnstrukturen widerspiegeln, muss man sich kleine Hilfen bauen. Das können Freunde sein, mit denen man vereinbart, einmal wegzugehen. Das können Vorstellungen sein, die man sich möglichst farbig und realitätsnah ausmalt, wie es wäre, wenn man etwas mal anders macht. Und das kann eine Zielvorstellung sein, wie es in einiger Zeit sein könnte, wenn man jetzt etwas ändert. Denn ändern kann der Mensch sich, innerhalb seiner Grenzen zumindest, wenn er will. Man wird nicht ein komplett anderer Mensch, aber man kann der werden, der man sein sollte. Alfred Adler drückt es mal umgekehrt aus: Traurig schaue ich auf den, der ich sein könnte. Positiv formuliert geht es auch: mit Freude erwarte ich, der zu sein, den Gott sich vorgestellt hat, als er mir das Leben schenkte.

Um Änderungen im Kleinen einmal vorzunehmen und so zu merken, dass Änderungen durchaus möglich sind, kann man sich beim Frühstück auf einen anderen Platz setzen. Einen anderen Sender hören. Eine Station früher aus dem Zug oder der S-Bahn aussteigen. Zu Fuß in die Arbeit gehen. Oder mit dem Fahrrad. Ein Buch lesen, von dem man dachte, dass man es nie lesen wollte. Und so weiter. Aus vielen kleinen Schritten werden dann größere und irgendwann große. Gott hat die Welt ja auch nicht an einem Tag erschaffen.*

*(Ohne hier jetzt auf die Bedeutung der einzelnen Tage der Welterschaffung eingehen zu wollen, wenngleich diese sicher nicht wortwörtlich als Tage zu verstehen sind.)

Ich frage mich, warum ich eigentlich dieses Bild gewählt habe. Vielleicht, weil wir Menschen uns manchmal für ein Kamel halten, das seine Eigenschaften eben nicht so ohne weiteres ändern kann?

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