Der ungläubige Bergsteiger

Vorhin hörte ich, dass jemand schwer erkrankt ist. Das macht einen natürlich betroffen. Da fiel mir diese Geschichte vom Bergsteiger ein, die ich aber einmal hinterfragen muss.

Sie ging in etwa so. Ein Bergsteiger war, wie ist es auch anders zu erwarten, in den Bergen unterwegs. Er kam in schlechtes Wetter und extrem dichten Nebel. Er versuchte, weil er an einer Steilwand war, sich abzuseilen, um der Kälte zu entkommen. Irgendwann waren seine Hände und sein Körper so steif, dass er kaum noch weitermachen konnte mit dem Abseilen. Es drohte ihm an der eisigen Steilwand der sichere Tod durch Erfrieren.

Da betet er zu Gott um Hilfe. Dieser antwortete auch tatsächlich. Er fragte den Bergsteiger, vertraust du mir? Dieser antwortete ja. Gott fragte weiter, habe ich dich nicht immer in deinem Leben begleitet? Der Bergsteiger sagte ja, das hast du. Gott fuhr fort, wenn du mir vertraust, dann schneide jetzt dein Seil durch.

Am nächsten Tag fand man den Bergsteiger erfroren. Was für alle, die ihn fanden,völlig unbegreiflich war, war die Tatsache, dass er etwa nur zwei Meter über dem sicheren Boden an seinem Seil hing. Sie fragten sich, warum er denn bloß das Seil nicht durchgeschnitten hatte.

Soweit die Geschichte. Sie sagt wohl tatsächlich einiges über das Vertrauen aus gegenüber und in Gott. Einerseits beinhaltet sie, dass man Gott vertrauen kann und sollte. Andererseits kommt darin zum Vorschein, wie unglaublich schwer das in manchen Situationen sein kann. Vielleicht manchmal für einen Menschen kaum möglich. Man fragt sich, warum Gott in der Geschichte nicht einfach dem Bergsteiger mitteilte, dass er nur zwei Meter über dem rettenden Boden hing. Nun, weil es eben eine Geschichte ist. Sie greift einige zentrale Aspekte des Lebens auf, um etwas deutlich zu machen. Und zwar, dass man Gott vertrauen kann, dass dies aber sehr schwer sein kann und dass es Situationen gibt, aus denen man aus eigener Kraft vielleicht auch gar nicht heil herauskommt. Gerade in existenziell bedrohlichen Situationen wird eine solche Geschichte aktuell. Was, wenn man sehr krank ist und völlig verzweifelt? Hier bleibt ja im Grunde kaum noch ein Ausweg. Vielleicht geschieht ein Wunder, das kann man niemals ausschließen. Sicherlich macht es Sinn, zu kämpfen um das eigene Leben. Und offensichtlich macht es ebenso Sinn, zu vertrauen darauf, dass die Sache in und durch und mit Gott schon irgendwie gut ausgehen wird. Im Leben wie im Sterben. Denn die Hoffnung auf den Gott, der sich in Jesus den Menschen vorgestellt hat, ist ja die, dass es nach dem Tod ein Leben gibt. Unabhängig davon werden über Jesus auch eine Menge Wunderheilungen berichtet, sodass man auch heute darauf hoffen darf, dass Gott heilend eingreifen kann. Wie jedoch Gottes Plan genau ist, ist für uns Menschen wohl immer unverständlich. Insofern bleibt uns das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint, wie auch immer die aktuelle Situation aussehen mag.

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