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Menschen, die bei 0 Grad auf U-Bahnschächten liegen

In der Luisenstraße in München nahe des Königsplatzes liegen seit einiger Zeit Menschen auf der Abluftöffnung der U-Bahn. Im Herbst war dies wohl noch annehmbar, doch heute früh hatte es gegen 7 Uhr um die 5 Grad. Nicht gerade viel, nachts dürfte es noch weiter abgesackt sein bei der Temperatur. Vorhin schrieb ich ganz brav einen Artikel über den Heiligen Sankt Martin und wie er seinen Mantel geteilt hatte, um einen armen Menschen vor dem Erfrieren zu retten. Eben fuhr ich vorbei an einem frierenden Menschen, etwa 15 bis 20 Jahre alt und dunkelhäutig. Und definitiv zu dünn angezogen. Er lag auf der Abluftöffnung der U-Bahn, aus der immerhin eine einigermaßen vorgewärmte Luft nach oben strömt. Gestern hatte ich schon mit einer Bekannten über das Thema geredet und wir waren übereingekommen, dass man sich um solche Menschen kümmern muss. Denn in der Stadt können Leute gerne erfrieren, obwohl tausende Menschen vorbeilaufen. Keiner fühlt sich zuständig. Wir hatten schon überlegt, ob man diesen Menschen beispielsweise Schlafsäcke kaufen sollte, aber in einem Staat wie Deutschland gibt es eigentlich genug Möglichkeiten, wo solche Menschen zumindest einigermaßen anständig unterkommen können und auch Kleidung erhalten. Zudem wäre der Kauf eines Schlafsacks nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich fuhr also noch einmal zurück zu besagtem Luftschacht und sprach eine Schülergruppe an, die gerade vorbeikam. Sie meinte, die Lehrer der Schule dort würden sich nicht drum kümmern. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen. Also wählte ich die 110 und sagte dort Bescheid. Währenddessen sprachen wir den jungen Menschen an, der dann allerdings aufstand und verneinte, Hilfe zu brauchen und sich entfernte. Der Polizei machte ich nachdrücklich klar, dass sie bitte heute Nacht und morgen früh dort nach diesen Menschen sehen möge, damit nicht mitten in München jemand erfriert. Morgen früh radle ich wieder daran vorbei, mal sehen, wie es dann aussieht.

Nachtrag. Ich habe die Angelegenheit nun an die „Migrationsberatung Wohnungsloser“ übergeben. Sie schicken abends und morgens jeweils einen Trupp los, der nach solchen Menschen schaut. Unter folgendem Link kann man sie erreichen.

http://www.jiz-muenchen.de/no_cache/adressen/adressen-detail/detail/schiller-25/45645/

4 Kommentare

  1. Es ist natürlich besser, in der einigermaßen vorgewärmten Luft eines Luftschacht zu liegen, als irgendwo anders, aber auf Dauer ist das ja keine Lösung, vor allem jetzt nicht, wenn der Winter schon fast hereingebrochen ist.

  2. Hier um die Ecke gibt es eine Station, wo Obdachlose Essen erhalten können, ich denke, dort könnten sie sich tagsüber auch aufhalten. Aber irgendwie denke ich, das wäre ja schon Aufgabe der Polizei, dafür zu sorgen, dass dort niemand erfriert. Und dass die Menschen einen Ort finden können, wo sie bleiben können.

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