Peter und der Wolf

Hurra, die Wölfe sind zurück! In Deutschland werden allmählich immer mehr Wölfe gesichtet und manche Umweltschützer freuen sich über dieses neue, vermeintliche ökologische Glück und Gleichgewicht. Der Wolf als Verwandter des Hundes, so sagen einige, sei ja fast schon ein wenig ein Freund des Menschen. In dem musikalischen Märchen „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew kann man ein wenig nachspüren, dass der kleine Peter diese Einstellung nicht rundheraus teilt. Letztlich ist es jedoch nicht er, der durch den Wolf umkommt, sondern die Ente, die sich irgendwann in dessen Magen wiederfindet. Im Märchen „Rotkäppchen und der Wolf“ wird ebenfalls die Gefährlichkeit dieses Raubtiers dargestellt, wenngleich die Großmutter hier nur zeitweise im Magen des Wolfes verschwindet, dann aber aus diesem auf wundersame Weise befreit werden kann.

Bei den Wölfen ergibt sich eine ähnliche Frage, wie beispielsweise bei Bären oder vielleicht auch Wildschweinen. Vor vielen Jahren gab es im medialen Sommerloch Bruno Braunbär, der letztlich erschossen wurde, weil er angeblich ein sogenannter Schadbär gewesen sei. Vor einigen Tagen nun, am Freitag nämlich, trafen völlig unerwartet in der Stadt Heide in Schleswig-Holstein zwei Wildschweine ein, die vier Menschen ziemlich verletzten. Man sieht, welch Wunder,wilde Tiere sind nicht unbedingt zahm. Wie sieht es nun aber aus mit dem Wolf? Er ist bei weitem nicht so harmlos, wie manche Umweltschützer ihn gerne hätten, denn sie haben in Bezug auf ihn eine etwas verklärte Sicht. Er ist weder böse noch gut, er ist aber ein Raubtier. Und dieses kann sich in Bezug auf den Menschen gefährlich verhalten. Sollte einmal der erste Mensch in Deutschland durch einen Wolf zu Schaden gekommen sein, womöglich sogar noch ein Kind, könnte zurecht die ökologische Diskussion kippen und der Wolf als das bezeichnet werden, was er ist, ein für den Menschen nicht gerade ungefährliches Tier nämlich.

Auch ethisch stellt sich die Frage, inwieweit das Leben eines Wolfes mit dem eines Menschen aufgewogen werden kann oder nicht. Könnte man beispielsweise zehn Wölfe erschießen, um ein Menschenleben zu retten? 100 Wölfe? 1000 Wölfe? Je nachdem, auf welcher ethischen Grundlage man hier diskutiert, kommt man vermutlich zu unterschiedlichen Ergebnissen. Man könnte aber den Bogen zum Straßenverkehr spannen. Sollte man sich anschnallen? Wenn ja, warum? Hier lautet wohl die Antwort, weil bereits ein toter Mensch einer zuviel ist. So könnte man es auch, biblisch argumentiert, beim Wolf halten. Der Mensch als Ebenbild Gottes ist etwas vom Tier wesenhaft Verschiedenes. Man braucht also hier nicht quantitativ zu argumentieren und sagen, 10.000 Wölfe könne man doch nicht für einen Menschen töten. Vielmehr qualitativ müsste man nämlich sagen, bereits ein Mensch ist einer zuviel, egal, wie viele Wölfe es kosten würde. Nun ist es allerdings so, dass niemand 10.000 Wölfe umbringen möchte, dies ist nur rein hypothetisch, um die Tragweite des ethischen Konzeptes zu verdeutlichen. Man würde sicherlich auch andere Möglichkeiten finden, um den Menschen zu schützen. Aber vom Prinzip her ginge die qualitative ethische Bewertung so, wie eben dargestellt. Weitere Informationen zum Thema finden sich unter dem hier angegebenen Link.

http://www.zeit.de/2015/14/tiere-woelfe-bedrohung/seite-5

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