Blade Runner 2049

Vor 25 Jahren lief der erste Teil des Blade Runner, der dieses Jahr um einen zweiten, ebenso düsteren und ebenso gut gemachten Film ergänzt wurde. Es wird eine Dystopie gezeichnet, in der einerseits die Menschen leben, parallel zu ihnen die künstlich gezüchteten Menschen, die Replikanten. Diese müssen natürlich klein gehalten werden, denn sonst könnte es zu einem Bürgerkrieg zwischen den Rassen kommen, Menschen gegen künstliche Menschen. Die Blade Runner sind diejenigen, die gewissermaßen Replikanten mit Funktionsstörung aufsuchen und eliminieren. Im ersten Film war Harrison Ford der Blade Runner, der am Ende des Filmes mit einer Replikantin, die offensichtlich etwas Besonderes war, weil ihr Lebensende nicht einprogrammiert worden war, in eine ungewisse Zukunft entflieht. In Blade Runner 2049 ist ein Replikant modernster Baureihe höchstpersönlich der Blade Runner, der alte Versionen aufsucht und eliminieren muss. Dabei wird er immer wieder von Träumen heimgesucht, von denen er annimmt, dass sie nicht echt seien, weil Replikanten nämlich im Erwachsenenalter produziert werden, also keine Kindheit besitzen. Alle Kindheitserinnerungen sind nur implantiert, also künstlich den Gehirnstrukturen eingefügt. Die Frage im Film lautet, ob Replikanten nicht auch eine Seele haben und ob sie dann nicht auch die gleichen Rechte wie Menschen hätten. Diese Frage entwickelt sich nach und nach, nachdem der aktuelle Blade Runner zu Beginn des Filmes eben eine alte Version von Replikanten ins Jenseits befördern muss. Dieser weist ihn vor seinem Tod darauf hin, dass er die anderen Replikanten ja nur jage, weil er noch kein Wunder gesehen habe. Ein Wunder wäre, wenn Replikanten nicht künstlich hergestellt werden müssten, sondern auch die Fähigkeit entwickeln könnten, selbst Nachkommen zu gebären. Die Frage ist, gibt es denn derartige Wunder überhaupt, oder wird die unerfüllbare Sehnsucht danach durch den ganzen Film hindurch bestehen bleiben? Denn könnten die Replikanten eigene Nachkommen gebären, wären sie gewissermaßen autark von den Menschen, ihnen stünden somit eigene Rechte zu, sie wären den Menschen gleichwertig, sie wären eine eigene Rasse, die genauso Menschenrechte für sich beanspruchen könnte. Und dann ist da noch die Frage, ob die Träume, die der Blade Runner hat, denn echt sind oder nur Visionen einer möglichen Vergangenheit. Denn auch in einem seiner Träume taucht immer wieder etwas auf, was ihm als Replikanten gewissermaßen eine Seele und eine eigene, von den Menschen unabhängige Identität geben könnte.

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