Epikur und Schöpfung

Im vierten und dritten vorchristlichen Jahrhundert lebte in Griechenland ein Philosoph, dessen Ideen noch heute eine gewisse Aktualität besitzen. Epikur, so hieß er, war einer der Atomisten, also einer der Atomlehrer, die gedanklich vorweggenommen hatten, dass alles, was wir sehen, also die ganze Materie, aus kleinsten Teilchen, den Atomen bestehen müsse. Er stellte sie sich dergestalt vor, dass sie unterschiedliche Formen haben und gewissermaßen Ösen und Haken, mit denen sie sich aneinander einhaken können und somit größere Gebilde entstehen können. Warum es sie gibt, ließ er außen vor, denn was soll man auch auf diese Frage antworten. Er definierte, dass sie schon seit Ewigkeiten im unendlichen Raum umher flogen und dadurch, dass irgendwann einmal eine Unwucht in das ganze System gekommen sei, flögen sie also nun nicht mehr alle in der gleichen Richtung, sondern durcheinander. Deswegen erst könnten sie sich auch untereinander verhaken, denn flögen sie alle parallel zueinander, würde ja nichts entstehen können.

Insofern ist Epikur in manchen Punkten auch heute noch aktuell, dass es nämlich Bindungskräfte zwischen Atomen geben kann und daraus dann Moleküle entstehen und dass es kleinste Teilchen gibt. Heute weiß man zwar, dass es noch mal kleinere Teilchen als Atome gibt, also Unterteilchen von Atomen, aber das Prinzip ist ja dasselbe.

Aus diesen winzigen Gebilden entstehen dann also Moleküle, daraus einzelne Zellen, daraus dann gewaltige Körper mit Billionen von Körperzellen. In den USA möchte die Intelligent Design Bewegung nachweisen, dass hinter all dem ein intelligenter Designer steckt, der letztlich Gott sein müsse. Doch lässt sich Gott nicht beweisen, zumindest ist es bisher noch keinem Menschen gelungen. Ihn zu widerlegen geht natürlich genauso wenig. Dennoch sollte man das Anliegen dieser Intelligent Design Bewegung, selbst, wenn man sie an sich aus oben genannten Gründen vielleicht ablehnt, doch sehen, nämlich das Staunen an der Welt, die um uns herum und in uns entstanden ist und immer neu entsteht. Mit diesem Staunen darf man dann natürlich durchaus an diese Fragen herantreten und sich fragen, warum gibt es überhaupt irgendetwas und wie kann es sein, dass solch hochkomplexe Lebewesen denn entstehen, wenngleich die eine Beantwortung der Frage dann auf die Evolutionstheorie hinausläuft. Aber auch hier ist die Frage, was denn hinter allem steht, warum das alles so funktioniert und warum es alles gibt. Raum für Gott ist somit reichlich da bzw für die Frage nach ihm. Naturwissenschaften und Glaube müssen sich nicht ausschließen, auch, wenn manche Menschen das glauben. Die Naturwissenschaften gehen der Frage des Wie nach, der Glaube der Frage des Warum.

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