Rom, das war ein Versprechen

Wer in der Antike Römer war, hatte gute Karten. Ihm standen allerlei Rechte zu, von denen manche andere nur träumen konnten. Rom, das war ein Versprechen. Wer in Rom war, war in der Hauptstadt der Kultur, im Zentrum der Macht. In den von den Römern eroberten Provinzen hatte man sicherlich nur eine ferne Ahnung davon, wie man in Rom leben konnte. Man konnte in Thermen gehen. Man konnte die verschiedenen Kaiserforen aufsuchen. Man konnte an den blutrünstigen Spielen im Colosseum teilnehmen, welches heute ein Mahnmal für die Todesstrafe ist. Die Römer eroberten beinahe damals die ganze bekannte Welt. Sie waren gewissermaßen Imperialisten, sie erweiterten ihr Imperium gewaltig. Die eroberten Provinzen hatten erstmal nichts zu lachen, dort wurden Sklaven gemacht, die unter anderem für Dienste in Rom zur Verfügung zu stehen hatten, dort wurden teils hohe Steuern eingefordert. Doch dann, nachdem Rom alles im Griff hatte, begann auch der römische Frieden. Deswegen war dieser Frieden zwiespältig. Einerseits erzwungen durch militärische Macht, andererseits ermöglichte er einen blühenden Handel und eine gewisse Rechtssicherheit. Die Ambivalenz der Betrachtung dieses Imperiums ist auch heute noch zu spüren. Doch Rom war in mancher Hinsicht auch nicht intolerant. Eroberte Völker durften in der Regel ihre Götter behalten, sofern sie die römischen Götter und ganz besonders den Kaiser quasi als obersten Gott anerkannten. Dies führte natürlich zu Problemen mit Juden und ganz besonders mit der prosperierenden und immer weiter sich ausdehnende Gruppe der Christen, die durch den einstigen Christenverfolger Saulus, der sich nach einer Vision, in der er Christus erfahren hatte, um 180 Grad drehe, ein Machtfaktor wurden im römischen Reich. Im 4. Jahrhundert unter Kaiser Konstantin erkannte man schließlich, dass man gegen diese immer stärker werdende Gruppe nicht ankämpfen konnte und so garantierte Kaiser Konstantin Religionsfreiheit. Unter seinem Nachfolger, Kaiser Theodosius, kippte das Ganze dann ins Umgekehrte, die Staatsreligion wurde das Christentum. So wurde Europa von grundauf christlich geprägt. Dies hat Nachwirkungen bis ins Hier und Jetzt. Denn die ehemals militärische Macht der Römer wurde somit kulturell und religiös ergänzt durch Prinzipien hoher ethischer Qualität, die Nächstenliebe und sogar die Feindesliebe wurden zentrale Denkfigur. Der Vielgötterglaube wurde durch den Monotheismus ersetzt.

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