Innenminister Thomas de Maiziere hat in die Diskussion gebracht, in Regionen mit vielen Muslimen auch mal einen muslimischen Feiertag einzuführen. Oder auch mehrere.

Einerseits, warum eigentlich nicht?

Andererseits, bisher ging man davon aus, dass Deutschland insgesamt christlich geprägt ist. Gut, das muss natürlich nicht immer so bleiben, aber bisher war es eigentlich so. Man könnte natürlich im Sinne der Integration sagen, auch Muslime sollen ihren Feiertag oder einige davon bekommen. Zum einen schrillen jetzt sicherlich schon die Sirenen der Islamkritiker, die das Abendland von muslimischer Kultur unterwandert sehen.

So dramatisch ist es sicherlich nicht. Thomas de Maiziere gibt an, dass viele Deutsche Schwierigkeiten hätten, gewisse christliche Feiertage zu erklären, beispielsweise Pfingsten. Das mag auch sein. Vielleicht wäre es ja auch eine gute Sache, wenn Christen, die gerne ihre gesetzlich verankerten Feiertage weiterhin behalten wollen würden sowie auch Atheisten, denen das angeblich auch am Herzen liegt, sich einmal etwas mehr mit dem Christentum auseinandersetzen würden und beispielsweise, nur so als Vorschlag, die Kirchen besuchen würden. Unabhängig davon, ob nun ein muslimischer Feiertag kommen soll oder nicht. Denn die sinnvollste Antwort für sogenannte Kritiker dieses Vorschlags ist doch die, sich selber mehr mit dem Christentum zu beschäftigen. Und es zu leben. Dann würde es sicherlich auch keine, wenn vielleicht auch nur gefühlte, Gefahr für solche Leute darstellen, wenn ab und an mal ein muslimischer Feiertag mit dabei wäre. Denn dann wäre man sich seiner eigenen Identität ja sicher.

Und mal ehrlich gesagt, so ganz unter uns, es ist nicht sonderlich wahrscheinlich, dass nun das Abendland auf einmal in großem Stil muslimisch werden könnte. Denn diese Religion verlangt doch einiges von ihren Gläubigen, beispielsweise das fünfmalige Gebet am Tag, eine Wallfahrt nach Mekka, Arabisch lernen, um den Koran lesen zu können, ein im Verhältnis zum Christentum doch relativ rigides Verständnis religiöser Praktiken und so weiter. Viel zu kompliziert für die Europäer, die eine große Freiheit im Denken und Leben gewohnt sind. Vermutlich sogar auf Dauer zu kompliziert für einige Töchter und Söhne muslimischer Einwanderer, die sich ebenfalls an die westlichen Lebensstil und seine Toleranz und Freiheiten gewöhnt haben. Die größere Gefahr für das Abendland, sofern man überhaupt von einer Gefahr sprechen möchte, ist doch wohl eher die, überhaupt den Gottesbezug zu verlieren.

Nachtrag. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geht von etwa 5,7% muslimischen Menschen in Deutschland aus, das sind laut Angabe vom BAMF dann etwa 4,7 Millionen Menschen. Die Gesamtbevölkerung beträgt 82,2 Millionen Menschen. In dieser Hinsicht ist es dann doch wieder etwas fraglich, ob speziell für einen derart kleinen Teil von Menschen spezielle Feiertage eingeführt werden sollten. Dementsprechend würden vermutlich auch andere kleine Gruppen, womöglich auch atheistische bzw welche, die mit Religion gar nichts zu tun haben, politische vielleicht, ebenfalls Feiertage für sich beanspruchen wollen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-10/thomas-de-maiziere-muslimische-feiertage-cdu?

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