Sagt sich so leicht

Kürzlich schrieb ich von einem entfernten Bekannten, der offenbar einen Schlaganfall erlitten hatte und derzeit wohl noch im Wachkoma liegt. Er hatte wohl Bluthochdruck und hätte mit dieser Diagnose sicherlich nicht rauchen und auch nicht trinken sollen. Hat er aber offenbar.

Man ist nun erstmal geneigt, sehr schlau zu sein und sich zu fragen, warum er denn damit nicht aufgehört hat. Hätte er doch wissen müssen.

In zweiter Linie muss man aber etwas kleinlaut werden und zugestehen, dass es unglaublich schwer ist, Gewohnheiten, zudem liebgewonnene, abzustellen. Wer ein Raucher ist, weiß sicherlich, dass es nicht ganz einfach ist, das Rauchen aufzuhören, vor allem dauerhaft. Wer abends öfter gerne mal ein Bier trinkt, für den gilt natürlich das gleiche. Und wer sich beides nicht vorstellen kann, überlege nur eine Sache, die er gerne macht und die im lieb und teuer und gewohnt geworden ist. Aufhören damit, wirklich, ist das denn nötig?

In diesem Zusammenhang muss ich auch an die Perikope im Neuen Testament mit dem reichen Jüngling denken, also mit einem reichen jungen Mann, der sich an Jesus wendet und fragt, wie er das ewige Leben erlangen könne. Jesus rät ihm zuerst, er solle die Gebote einhalten und entsprechend leben. Aber das macht er ja schon längst. Dann rät ihm Jesus, er solle sein Geld den Armen geben und ihm, Jesus, nachfolgen. Da geht der reiche, junge Mann traurig weg.

Warum? Er wollte doch das ewige Leben erlangen. Er ist aber stattdessen ein Opfer seiner Gewohnheiten. Er will, aber er kann nicht.

Die Jünger Jesu fragen Jesus daraufhin, durchaus entsetzt, Meister, wie kann dann überhaupt irgendjemand ins Reich Gottes kommen? Die Antwort, Menschen können es nicht, aber für Gott ist nichts unmöglich.

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