Vertraust du mir?

Wenn Menschen sich neu begegnen und kennenlernen, besonders in Liebesbeziehungen, fällt oft jener bedeutungsschwere Satz. Vertraust du mir?

Gemeint ist hier implizit jedoch in der Regel nicht echtes Vertrauen, sondern die Hoffnung auf Vertrauen. Wirst du mich enttäuschen? Werde ich dich enttäuschen? Hoffentlich nicht.

Die wahre Frage müsste also heißen, willst du mir vertrauen? Denn nur diese Frage lässt sich wahrheitsgemäß auch mit Ja beantworten.

Warum? Weil Vertrauen eine Zukunftsprognose in das Verhalten eines Menschen aufgrund seines bisherigen Verhaltens meint. Nur, wenn man einen Menschen lange und intensiv kennt, sein Verhalten in allen möglichen Situationen und weiß, wie er sich entsprechend dieser Kenntnis vermutlich auch künftig verhalten wird, kann man vertrauen. Man kann also eine Zukunftsprognose abgeben in Bezug auf das künftige und zu erwartende Verhalten eines Menschen. Man kann darauf vertrauen, dass diese Zukunftsprognose richtig sein dürfte.

Bei allen anderen Arten von Vertrauen in Bezug auf das künftige Verhalten von Menschen, die man aber gerade erst kennengelernt hat, kann man tatsächlich nur von blindem Vertrauen sprechen, wobei blind hier auch naiv und unreflektiert meint. Man sollte, zumindest für sich selbst, in diesen Fällen die Sache derart im Kopf zurechtrücken, dass man sagt, ich will vertrauen, tatsächlich vertrauen kann ich aber erst, wenn ich diesen Menschen auch gut und länger kenne. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.

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