Im Gleichnis vom verlorenen Schaf berichtet Jesus davon, wie der gute Hirte, der metaphorisch für Gott steht, die Herde alleine lässt, also 99 Schafe, um sich auf die Suche nach dem einen verlorenen zu begeben.

Ab und an traf ich Menschen, die dies in der Hinsicht bedenklich fanden, dass bei der ganzen Suchaktion dann die Herde von 99 Schafen ja gewissermaßen schutzlos wilden Tieren ausgeliefert sei. Diese Sicht konnte ich mir irgendwie nie aneignen, weiß man doch, dass es für ein Tier in Bezug auf eine drohende Gefahr durch Raubtiere immer das Sicherste ist, innerhalb einer Herde oder eines Rudels oder eines Schwarms zu sein. Primär Tiere, die aus dem Rudel gedrängt werden, sind in Gefahr, nicht aber diejenigen, die drinnen sind. Insofern brauchen sich die 99 eigentlich keine ernsthaften Gedanken zu machen, sofern Schafe sich überhaupt Gedanken machen, wobei hiermit dann ja gewissermaßen auch die Gläubigen gemeint sind. Und ein guter Hirte wird vermutlich seinen Hund oder seine Hunde bei der Herde lassen.

Er selber zieht dann los, ausgerüstet mit seinem Hirtenstab, der er ihn ebenfalls vor wilden Tieren zu schützen geeignet ist und macht sich auf die Suche.

Gemeint ist also nicht, dass Gott die Herde, gewissermaßen die Gemeinde also, bei seiner Suche nach Menschen, die auf Abwege geraten sind, im Stich lässt. Denn die Gemeinde ist sicher. Es geht vielmehr darum, dass jeder einzelne Mensch Gott unendlich wichtig und wertvoll ist, so wichtig nämlich, dass er sich selbst und höchstpersönlich auf die Suche macht. Und es gibt auch heutzutage allerlei Möglichkeiten, wie man als Mensch verloren gehen kann, durch Drogen, durch falsche Freunde, durch Ideologien, durch psychische Beeinträchtigungen und so weiter. Da ist es gut zu wissen, dass Gott auf der Suche ist. Höchstpersönlich. Und der Herde geht es währenddessen auch gut. Ein Gott, der eben so mal das ganze Universum geschaffen hat, kriegt es sicher locker hin, nach einem Schaf zu suchen und parallel die Herde noch im Blick zu haben. Das kann man ihm getrost zutrauen.

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