In einem Artikel des Spiegel wird der Frage kritisch nachgegangen, ob Elektroautos denn eine Zukunft haben. Besonders wird darauf eingegangen, dass sie ja derzeit noch keineswegs sonderlich ressourcenschonend oder schadstoffarm sind. Ein vergleichbares Dieselfahrzeug hat bereits 150.000 km hinter sich, wenn ein Elektroauto gerade erst aus der Fabrik kommt, und zwar in Bezug auf den Kohlendioxidausstoß, der bei der Produktion bzw bei der Fahrerei in die Umwelt gepustet wurde. Auch wird angeführt, dass man mit einem herkömmlichen Auto im Grunde eine Weltreise machen könne, also bis in die letzte Ecke der Erde fahren könne, weil man ja ohne weiteres überall tanken kann einerseits, und weil die Technik andererseits überall auf der Welt beherrschbar sei und somit auch reparierbar. Der zweite Teilsatz stimmt wohl inhaltlich nicht mehr, nachdem die Elektronik moderner Autos mittlerweile so kompliziert ist, dass man unbedingt eine Fachwerkstatt braucht, und zwar auch und gerade am äußersten Ende der Welt. Wer mit seinem modernen SUV durch die Sahara fährt und den Funkschlüssel zertritt, hat ein großes Problem, bei dem auch keine Hinterhofwerkstatt helfen kann.

Es stimmt zwar auch, dass man praktisch überall auf der Erde Benzin erwerben kann oder notfalls in Kanistern mittransportieren kann, allerdings sind auch bei Elektroautos in dieser Hinsicht künftige kreative Lösungen denkbar, beispielsweise das Mitführen großer Sonnensegel, die man bei einer Saharadurchquerung während der Mittagspause aufspannt oder auf dem Boden entfaltet und die das Auto laden können.

Das mit der Kohlendioxid-Emission, die oben erwähnt wurde, ist wohl auch eher ein derzeitiges Problem. Man dürfte erwarten, dass die Produktion auf Dauer auch umwelttechnisch massiv verbessert werden wird sowie alte Akkus einem sinnvollen Recyclingzyklus zugeführt werden können.

Interessant ist auch die These im Spiegel-Artikel, dass man ja angeblich mit Elektroautos die Reisen wesentlich besser vorplanen müsse. Einerseits stimmt das wohl. Mit einer Reichweite von ca 500 km, Tesla, ist es natürlich sinnvoll, zu wissen, wo die nächste Tankstelle steht. Allerdings gilt dies auch für benzinbetriebene oder Dieselfahrzeuge. Bei Dieselautos ist die Reichweite etwa um die 1000 km, aber auch dann braucht man eine Zapfsäule. So what? 500 km oder 1000 km? Daraufhin wird die These vertreten, dass angeblich die Reichweite der Elektroautos wohl nicht mehr weiter gesteigert werden könne. Wie bitte? Gehen wir mal zurück zu Benzinern und Dieselfahrzeugen. Wie kann denn dort die Reichweite gesteigert werden? Indem man den Tank vergrößert, beispielsweise aufs Doppelte. Und bei Elektroautos? Genau, indem man den Akku verdoppelt. Natürlich kann die Reichweite verdoppelt werden. Ob man dies macht, ist natürlich eine andere Frage, weil damit auch das Gewicht zunimmt, aber möglich ist es natürlich trotzdem. So kann man auch mit Elektroautos demnächst vermutlich 1000 km zurücklegen, oder, sofern die Gewichtszunahme ein Problem sein sollte, könnte man es vielleicht auf etwa 750 km beschränken. Alles kein großes Problem.

Im Spiegelartikel werden auch ominöse Experten genannt, die es ja überall mal wieder gibt, wenn irgendwie ein Expertenwissen gefragt oder bewiesen werden soll, die aber in diesem Zusammenhang auf jeden Fall so zitiert werden, dass es für sie keine Frage ist, dass die Menschheit aus kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen aussteigen muss, sondern dass es nur die Frage ist, wann dies geschieht.

Insofern kann man wohl davon ausgehen, dass Elektromobilität doch durchaus richtungsweisend ist für die Zukunft, auch, wenn sie derzeit in Bezug auf Herstellung und Verbrauch noch nicht sonderlich umweltfreundlich ist, wenn beispielsweise ihre Energie nur zu einem geringen Prozentsatz aus erneuerbarer Energie besteht. Aber was ist die Alternative? Vielleicht noch das Wasserstoffauto, aber warum kommt es einfach nicht in die Gänge? Insofern wird man sich wohl mit der Elektromobilität anfreunden müssen und dürfen. Was vermutlich auch nicht das Schlechteste ist.

Warum ein solches Thema auf der theolounge behandelt wird? Weil es im Grunde auch ein ethisches ist. Wie können wir unsere Welt und Umwelt so gestalten, dass Sie auch in Zukunft noch lebenswert ist?

Die überforderte Zukunft Seit der Abgasaffäre und der Debatte um Diesel-Fahrverbote gilt der Umstieg auf den Elektroantrieb als dringlich. Die neue Technologie kann die Erwartungen allerdings noch nicht einmal ansatzweise erfüllen.

http://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/elektroantrieb-kann-die-erwartungen-noch-nicht-erfuellen-a-1162277.html

Ein Kommentar zu „Hat Elektromobilität Zukunft?

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