Kürzlich fuhr ich in meinem Heimatort mal wieder an meinem alten Gymnasium vorbei. Es war um 1970 rum erbaut worden und nach etwa 40 Jahren sollte es saniert werden. Weil die Gemeinde allerdings der Meinung war, eine Sanierung sei zu teuer, wurde es komplett bis auf den letzten Stein abgerissen und völlig neu gebaut. Wenn man heute daran vorbei fährt, sieht es dem ursprünglichen Bau, den man im Kopf noch gegenwärtig hat, da man an und in ihm ja neun Jahre des Lebens verbracht hatte, ein klein wenig ähnlich, ebenso kantig und auch etwas karg gestaltet. 

Aber es ist nicht mehr die gleiche Schule. Das, was man als Schule in Gedanken noch gegenwärtig hat, alle Erlebnisse darin, alle Begegnungen, all dies hat nun keinen Ort mehr, an den man gehen könnte, um sich daran zu erinnern. Es gibt diesen Ort nicht mehr. Es wird ihn nie wieder geben. Er existiert nur noch in Gedanken. Die Lehrer von früher gibt es nicht mehr oder sie sind in Rente, diejenigen Personen, von denen man die einen nicht mochte, die anderen aber gut fand, die aber, ganz egal, wie sie waren, das eigene Leben mit prägten. Manche von ihnen sind sicherlich schon gestorben. Die Mitschüler von damals so sieht man alle Jahre einmal, aber vermutlich leben auch ein paar schon nicht mehr. Und den Ort an sich gibt es auch nicht mehr. Dort steht jetzt ein moderner Klotz. Der Ort, an dem man groß geworden ist, existiert nur noch auf Bildern, sofern man welche besitzt, oder im Kopf von früheren Kameraden und einem selbst.

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