Bei dem Begriff gender geht es anders als bei dem Begriff Sex, der das biologische Geschlecht meint, um Rollenzuschreibungen innerhalb der Gesellschaft, die soziologisch, kulturell und psychologisch bedingt sind und analysiert und womöglich auch verändert werden sollen.

In dem Bereich, in welchem die gender Diskussion rege geführt wird, gibt es Menschen, die darauf Wert legen, in einer dritten Form angesprochen zu werden, also wieder als Mann, noch als Frau, sondern beispielsweise mit dem Kunstwort Lann. Lann Hornscheidt beispielsweise würde damit zum Ausdruck bringen wollen, dass ecs weder Mann noch Frau ist bzw sich selber keiner dieser Rollenzuschreibungen zugehörig fühlt. Das künstlich eingeführte Personalpronomen ecs soll dies ebenfalls verdeutlichen. Anstelle von er oder sie steht daneben ecs. Es steht für exit gender, was bedeuten soll, dass man gängige Rollenzuschreibungen auch verlassen kann. Sind die Männer nicht alle ein bisschen Frau? Sind die Frauen nicht alle ein bisschen Mann?

In diesem Bereich gibt es, wie in allen Bereichen, moderate und radikale Verfechter dieser Positionen. Es gibt Leute, die mit einem Tage lang nicht mehr sprechen, wenn man ecs versehentlich als sie oder er angeredet hat. Es gibt aber auch Menschen, die großzügig darüber hinwegsehen und das Du im Blick haben. Klar, dass Dir das etwa mal passieren kann.

Die gender Entwicklung hat also vor und Nachteile, wie wohl alles auf dieser Welt. Wenn man das Ganze zu radikal sieht, wird es leicht zu einer radikalen Ideologie, von der man unangenehm geknechtet werden kann. Blickt man auf die Gender Studies aus liberaler Sicht, gibt sie Menschen mehr Raum, derjenige oder diejenige oder ecsjenige zu sein, der sie oder er oder ecs von der inneren Einstellung und Psyche her sein möchte und womöglich gefühlt schon immer war.

Deutlich werden gesellschaftliche Rollenzuschreibungen gerade in diesen heißen Tagen heute, wo es bis zu 35 Grad wird. Für Frauen hat es sich nämlich kulturell und gesellschaftlich hierzulande etabliert, dass sie kurze Röcke tragen, auch in der Arbeit. Für Männer ist das in manchen Berufen ein No-Go. Und auch darum geht es bei Gender Studies, nämlich zu erfragen, warum gewisse Verhaltensweisen scheinbar so sein müssen und ob man sie nicht vielleicht aufweichen und liberalisieren kann. Wenn ein Mann z.b. in kurzen Hosen in die Bankfiliale oder ein anderes Büro geht, um dort zu arbeiten. Das sollte doch eigentlich möglich sein. Wenn Sie das darf, darf Mann das doch auch und ecs schon sowieso.

Ein Kommentar zu „Gender Studies, kurze Hosen und 36 Grad Celsius

  1. Zur Frage welche Identität ich von meiner Psyche her gerne wäre gesellt sich aber noch die Frage a) welche Identität ich denn von außen betrachtet tatsächlich bin und b) zu welchet Identität ich von Gott her erdacht bin (Stichwort „Neuer Mensch“)

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