Ein sogenanntes Bürgerbüro. Das klingt immens nach Service.

Wenn man in München wohnt und somit ein münchner Bürger ist, kann man ab und zu in die unangenehme Situation kommen, gewisse Dokumente beantragen zu müssen. Beispielsweise einen Personalausweis oder einen Reisepass, und sei es auch nur eine Verlängerung desselben. Dafür gibt es heutzutage sogenannte Bürgerbüros, deren Name vorgibt, Programm zu sein. Ein Büro speziell für Bürger. Zum Beispiel das in der Riesenfeldstraße.

Da man als einigermaßen normaler Bürger allerdings auch einem Beruf nachgehen muss, um sein Auskommen zu haben, das sogenannte Bürgerbüro jedoch immer nur zu Zeiten geöffnet hat, zu denen man sich einen Tag frei nehmen müsste, gibt es einen speziellen Servicetag, nämlich den gelobten Dienstag, an dem man auch nachmittags in selbiges Büro gehen und dort seine Angelegenheiten erledigen kann. Eigentlich müsste es heißen könnte. Könnte, wenn es denn​ ginge.

Dienstags geht man also dorthin, die Öffnungszeiten sind täglich immer nur bis 12 Uhr, dienstags aber zusätzlich auch von 14 Uhr bis 18 Uhr. Kommt man also dienstags dorthin, sagen wir letzte Woche, und sagen wir so gegen 17 Uhr, muss man feststellen, dass alle Ticketnummern, die man ziehen kann, bereits vergeben sind, bzw. dass keine neuen ausgegeben werden. Dies verklickert einem der freundliche junge Herr am Serviceschalter, und auch der Türsteher unten weist einen darauf hin, dass es keinen Sinn mehr mache, weiter zu warten. Man solle es doch nächste Woche noch einmal versuchen.

Dies tut man dann auch, indem man sich massiv abhetzt und schon um 16:35 Uhr dort aufschlägt. Wurde man jedoch das letzte Mal noch am Serviceschalter vorstellig, gelang man dieses Mal nicht einmal am Türsteher vorbei. Oh, es tue ihm sehr leid, aber auch diesmal seinen alle Ticketnummern bereits vergeben.

Man selber gerät ins Grübeln, ob man sich denn also einen Tag frei nehmen müsse? Nein, ganz so absurd ist das eigene Anliegen doch nicht, denn eine Frau neben einem erzählt gerade dem Türsteher, dass sie nun zum dritten Mal dort ist und ihr jedes Mal das Gleiche widerfuhr. Der freundliche Türsteher, der natürlich nichts für derlei Kalamitäten kann, erklärt der Frau, dass man bereits um 13 Uhr da sein müsse, um ein Ticket zu erheischen. Das verwundert, da doch die morgendliche Öffnungszeit nur bis 12 Uhr geht und das Bürgerbüro, welches nun mal leider einmal diesen unglücklich gewählten Namen besitzt, erst um 14 Uhr öffnet.

Mit einem leichten Hauch von kafkaesker Realität umweht radelt man nun zum zweiten Mal nach Hause und gelobt sich feierlich, es nun dienstags immer wieder zu versuchen, in der Hoffnung, irgendwann doch einmal den Sechser im Lotto oder zumindest ein Ticket zu ziehen. Zustände wie im BaMF, denkt man sich. München kann auch ein bisschen Berlin. Ick liebe dir, Berlin.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. thiessenjak sagt:

    Wirklich unmöglich.


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  2. Smamap sagt:

    Buchbinder Wanninger läßt grüßen

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