Diabolos oder italienisch Diavolo leitet sich her von dem Griechischen Verb diaballein, was soviel bedeutet wie durcheinanderbringen. Der Diabolos ist also der, der das gute Leben durcheinanderbringt. Es ist gewissermaßen die personifizierte Macht, die die gute Ordnung zerstört. In der hebräischen Bibel findet man für ihn auch noch den Begriff Satan, der die Integrität des Menschen in Bezug auf seine Frömmigkeit testet, beispielsweise im Buch Hiob. Dort will er den Hiob von seinem Glauben an Gott abbringen und keine List ist ihm dazu zu abwegig oder zu böse. Satan, Hebräisch Satanas, wird desweiteren auch als Dämon gesehen, als gefallener Engel und als das personifizierte Böse, insgesamt eben als der Teufel. Und auch der Begriff Luzifer leitet sich zwar eigentlich aus dem Lateinischen her und steht für den Morgenstern und sein Licht, ist also ein Lichtbringer, ist aber in der kirchlichen Tradition auch gleichbedeutend mit dem Teufel.

Wie auch immer das Böse bezeichnet wird, so ist wohl der Begriff Teufel für die meisten Menschen am eingängigsten. Aber gibt es den Teufel überhaupt? In einem Interview mit dem Papst, das in der letzten Printausgabe der ZEIT abgedruckt war, erzählt dieser von seinem Glauben und auch davon, dass er persönlich durchaus an den Teufel glaube.

Doch manch einem ist heutzutage der Begriff Teufel irgendwie suspekt. Gibt es ihn denn überhaupt? Man muss es heute wohl anders definieren. Gibt es Mächte, die den Menschen dazu bewegen, Böses zu tun? 

Einerseits würde man dies heutzutage wohl mit psychischer Disposition zu erklären versuchen. Andererseits ist nach wie vor offen, ob es nicht böse Mächte gibt. Laut alttestamentlicher Vorstellung schuf Gott eine gute Welt. Und er schuf auch den Menschen gut. In der mythischen Erzählung von Adam und Eva ist Adam schwach, aber nicht schlecht. Eva ebenfalls. Die beiden ersten Menschen sind prinzipiell von Grund auf gut, aber geraten in Versuchung und vertreiben sich gewissermaßen selbst aus dem Paradies, indem sie von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen. In der Erzählung ist es zwar Gott, der die beiden ersten Menschen aus dem Paradies vertreibt, wenngleich er dann andererseits auch wieder für sie sorgt, indem er ihnen noch Felle näht. 

Dennoch ist für Adam und Eva gewissermaßen das Paradies schon deshalb zu Ende, weil sie nun erkennen, dass die Welt nicht einfach nur gut ist, sondern das Böse auch in ihr existiert. Somit eröffnet sich hier eine andere Interpretationsebene, wonach die beiden nicht unbedingt einen Ort verlassen, nämlich das Paradies, sondern einen Seinszustand. Der paradiesische Zustand ist zu Ende, in welchem man die Welt und sich selbst sowie alles um sich herum als gut erlebt.

Wenn man heute nach bösen Mächten fragt und davon ausgeht, dass der Mensch eigentlich gut ist, kann man auch soziologische Gründe anführen. Verbrecher beispielsweise hätten eine komplizierte Sozialisation gehabt und deshalb viele Möglichkeiten und Erkenntnisse überhaupt nicht erlangen können, weshalb sie gewissermaßen fast schon zu Verbrechern hätten werden müssen.

Vielleicht sind es also psychologische Dispositionen, vielleicht ist es das Umfeld, was den schwachen Menschen zu Untaten verleitet, vielleicht sind es aber auch tatsächlich bisweilen zusätzlich böse Mächte, die am Werk sind und die in der Bibel mit dem Namen des Teufels dargestellt und benannt werden. 

Was ist aber das Böse? Es ist nichts, was generell heutzutage als überholt angesehen würde, denn das Böse in der Welt existiert durchaus. Krieg beispielsweise ist böse, das Ermorden von Menschen.  Oder auch der Missbrauch von Menschen, in welcher Form auch immer. Kinder werden missbraucht, es gibt heutzutage immer noch Sklaverei, Angestellte oder Selbständige werden missbraucht, indem sie massiv unter Druck gesetzt werden und bisweilen ausgebeutet. Die Lüge beispielsweise ist auch öfters böse, sofern es nicht eine Lüge zum Schutz von anderen ist, beispielsweise aus Höflichkeit. Die Lüge kann vieles zerstören, Beziehungen und Vertrauen. Auch die Ausgrenzung von Menschen kann als böse gelten, wenn Gott die Welt doch eigentlich als gut geschaffen hat und sich in jedem Menschen gewissermaßen zeigt.

Es gibt das Böse also in der Welt, egal, wie man es herleitet. In der Bibel wird es als der Teufel bezeichnet.

In den drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam spielt der Teufel eine Rolle. Darf also ein gläubiger Jude, Christ oder Moslem eine Pizza Diavolo essen? Um es hier etwas deutlicher zu machen, darf ein eben solcher gläubiger Mensch eine Pizza des Bösen essen?

Oder handelt es sich bei dieser Pizza nur um ein Wortgebäude des Werbegags Willen?

Und um das Ganze noch ein wenig auf die Spitze zu treiben, darf sich ein derart gläubiger Mensch beispielsweise HiFi-Lautsprecher der Firma Teufel kaufen? Denn diese Firma stellt offenbar recht gute Lautsprecher her.

Im Grunde könnte man sagen, ein Gläubiger dürfte beides. Denn im Grunde sind es nur Wortgebilde. Niemand, der eine Pizza Diavola ist, will wirklich eine Pizza des Teufels oder des Bösen essen. Noch offensichtlicher ist es bei den Hifi Boxen der Firma Teufel. Denn während eine Pizza eben nur aus Werbezwecken so benannt wurde, was man ja auch leicht hätte lassen können, ist es für die Firma Teufel bzw. deren Gründer, der wahrscheinlich diesen Namen besaß, wohl ungleich schwerer gewesen, sich einen anderen Namen zuzulegen. Da dieser Besitzer aber ein Mensch war oder ist, ist er ja prinzipiell auch gut von Gott geschaffen und hat also mit dem, was die Bibel als Teufel bezeichnet, nichts am Hut.

Trotzdem eine Frage, die womöglich nicht jeder so beantworten würde. Darf ein gläubiger Mensch also eine Pizza Diavola essen? Was würden Sie meinen?

Ein Kommentar zu „Darf ein Christ eine Pizza Diavolo essen?

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