Entstand unser Gehirn durch Zufall?

In der aktuellen Printausgabe der ZEIT wird im Wissensteil eine Frage gestellt und beantwortet. Die Frage lautet, gibt es im Gehirn so viele Verbindungen (Synapsen), wie es im Amazonasregenwald Blätter gibt?

Unser Gehirn besteht aus etwa 100 Milliarden Gehirnzellen, wobei jede Gehirnzelle mit anderen Gehirnzellen verknüpft ist. Jede Gehirnzelle hat zwischen 1000 und 10000 Verknüpfungen. Wenn man dies hochrechnet, kommt man tatsächlich zu dem Schluss, dass das Gehirn in etwa gleich viele Verknüpfungen hat, wie es Blätter im Regenwald des Amazonas gibt.

Der Evolutionstheorie nach entstand der Mensch und alles Leben auf der Erde aus einfachen Zellen, die sich durch Zufall immer weiter optimierten und schließlich Gebilde wie den Menschen hervorbrachten, welcher beispielsweise eben ein Gehirn mit 100 Milliarden Gehirnzellen besitzt und selbst aus etwa 100 Billionen Körperzellen besteht. Mitgerechnet sind bei den hundert Billionen Körperzellen aber noch nicht diejenigen Mikroorganismen, die zwar nicht Teil des Körpers sind, aber lebensnotwendig in Symbiose mit dem Körper zusammenarbeiten, damit er überhaupt funktionieren kann, beispielsweise im Darm.

Wenn man also zumindest diese 100 Billionen Körperzellen mal auf die etwa 3,5 Milliarden Jahre zurückrechnet, in denen sie sich rein zufällig organisiert haben sollen, muss man doch einmal hinterfragen, was denn der Zufall eigentlich ist. Und je nach Weltbild gelangt man hier natürlich zu unterschiedlichen Antworten.

Ein naturalistisches Weltbild sagt, es sei eben Zufall. Der Zufall als Gesamtwahrscheinlichkeit ist ja nachweisbar. Wenn man eine Münze oft genug hinwirft, fällt sie etwa 50% der Fälle auf die eine, 50% der Fälle auf die andere Seite.

Über den Einzelzufall sagt dies natürlich überhaupt nichts aus. Der Mensch, der über die Straße geht und in letzter Sekunde aufgrund eines kleinen Gedankens nach rechts blickt, den Lastwagen noch sieht und stehen bleibt, kann dies auch als Zufall empfinden, dass er gerade noch zur rechten Zeit diesen Gedanken bekam, der ihm das Leben rettete. Oder als Bewahrung Gottes. In der Gesamtschau des Zufalls spielt so ein Einzelzufall keine Rolle. Das heißt jedoch nicht, dass jeder Einzelzufall auch immer ein Zufall ist.

Da der Mensch aber einen Sinn suchendes Wesen ist, und da der Mensch ja aus der Evolution hervorgegangen ist, ist es sicher sinnvoll, nach Sinn zu suchen, da sich diese Tendenz zur Sinnsuche im Menschen ja entwickelt hat. Die Suche nach Sinn muss also auch evolutionär begründbar sinnvoll sein. War dieser rettende Gedanke also Zufall oder Gottes behütendes Eingreifen in letzter Sekunde?

Wie gesagt, je nach zugrunde liegendem Weltbild wird die Antwort unterschiedlich ausfallen. So auch bei der Evolutionstheorie. Die evangelische und katholische Kirche in Deutschland kann mit der Evolutionstheorie gut leben, sieht aber dahinter das Wirken Gottes.

Geht es Ihnen auch so? Falls nicht, sollten Sie Lotto spielen. Der Zufall wäre dann ja wohl auf Ihrer Seite. Denn der Zufall hätte ja auch rein zufällig einfach mal so 100 Billionen Körperzellen zu Menschen geformt. Dann muss es doch einfach mit der Lottomillion klappen. Sie sind so gut wie Millionär, Sie brauchen nur noch den Lottoschein auszufüllen und abzugeben!

Hinter dem Artikel

Verstehen Sie diese Gedanken hier bitte nicht falsch. Es geht hier nicht drum, Gott hinter der Evolution faktisch nachweisen zu können. Dies versuchte man z.B. mit dem teleologischen Gottesbeweis, aber Gottesbeweise sind letztlich nie wirkliche Beweise, weil ohnehin schon subjektiv gefärbt. Der Artikel will vielmehr darauf das Augenmerk lenken, dass man den Menschen und die Natur durchaus als Wunder wahrnehmen kann und aus dieser Perspektive heraus fragen kann, ob nicht hinter allem etwas steht. Der Bibel wohnt der Gedanke von Gottes Schöpfung inne und diesen Gedanken kann man natürlich auch etwas aktualisieren und auf die heutigen Welterklärungsmodelle, beispielsweise die Evolutionstheorie, beziehen. Denn auch das naturalistische Weltbild der Naturwissenschaften ist vermutlich eingeschränkt und defizitär. Es kann ja nur das wahrnehmen und nachweisen, wofür es Messmethoden besitzt. Naturwissenschaft kann keine Aussage darüber treffen, ob Gott existiert oder nicht, denn dies ist einfach nicht ihr Gebiet. Es ist das Gebiet der Philosophie und der Religion bzw. der Theologie. Und mindestens die Theologie geht davon aus, dass es Gott ganz sicher gibt.

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