Der heutige Tag ist der Frau gewidmet. An ihm soll an die Gleichberechtigung der Frau erinnert werden und daran, dass Frauen die gleichen Chancen wie Männer haben und bekommen sollen. Beispielsweise soll die Bezahlung im Beruf gleich sein, die Chancen auf Bildung und die Möglichkeiten, das Leben selbstbestimmt führen zu können.

In der Anhängerschaft Jesu finden sich auch einige Frauen, was für die damalige Zeit doch ungewöhnlich war, da ein eher patriarchales Rollenbild die Gesellschaft prägte.

Geboren wurde Jesus von der Jungfrau Maria, im hebräischen Urtext steht hier jedoch der Begriff „junge Frau„. Dies war damals in der Vorstellung der Menschen nichts Ungewöhnliches, denn Herrscher konnten durchaus direkt von Gott als legitimiert angesehen werden. Wenn Jesus von einer Jungfrau geboren wird, soll damit dargestellt werden, dass er eine enge Nähe zu Gott besitzt. Denn Gott wird hier ja implizit als Vater angenommen.

Als eine Ehebrecherin vor Jesus gebracht wird, verurteilt er sie nicht, sondern weist diejenigen, die sie nach dem Gesetz des Mose steinigen wollen, auf ihre eigenen Unzulänglichkeiten hin. Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Daraufhin gehen alle betreten weg. Denn nicht nur Frauen können Schuld auf sich laden, Männer genauso. Das wird an dieser Stelle deutlich.

An anderer Stelle kommt eine Sünderin zu Jesus, der gerade zu Besuch bei Pharisäern in einem angesehenen Haus ist (Lk 7,36ff). Möglicherweise handelt es sich bei ihr um eine Prostituierte, manchmal wird sie mit Maria Magdalena in Verbindung gebracht. Obwohl sich die Gastgeber darüber empören, wie denn so eine Frau es wagen kann, mitten in die Gesellschaft hineinzutreten und sich dann noch Jesus vor die Füße zu werfen, mit ihren Tränen seine Füße zu benetzen, mit ihren Haaren abzutrocknen, sie dann zu allem Übel noch zu küssen und mit kostbarem Salböl einzureiben, hat Jesus einen Blick für sie und ihre Not. Deine Sünden sind dir vergeben, sagt er. Damit spricht er sie frei von dem verächtlichen Blick der Gesellschaft, der auf ihr lastet und der ihr Leben zerstört. Er bläst nicht ins gleiche Horn wie der Rest der Gesellschaft, der die Frau aufgrund vermeintlicher oder tatsächlicher Sünden abqualifiziert und sie als Mensch zweiter Klasse einstuft. Im Gegenteil, Jesus wertet sie auf, indem er ihr ihre Sünden vergibt, was im Grunde nur Gott höchstpersönlich nach damaliger und im Grunde auch noch heutiger Vorstellung tun kann. Damit macht er vor der anwesenden Männergesellschaft deutlich, dass sie ein ebenso gleichwertiger Mensch ist wie die anwesenden Männer.

In der Schöpfungsgeschichte der Genesis wird die Frau aus dem Fleisch bzw. einer Rippe Adams gemacht, wobei Adam hebräisch bedeutet „Mensch“. Ein Mensch wird also aus dem Menschen gemacht. Wenn Mann und Frau aber aus demselben Fleisch sind, besitzen sie auch die gleiche Würde. Genesis 1, 27:

27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. 

Und last but not least sind es nicht etwa Männer, sondern Frauen, die als erste von der Auferstehung Jesu etwas mitbekommen, als sie an das leere Grab kommen.
Unter folgendem Link finden Sie zudem noch eine Stellungnahme der EKD zur Würde und Gleichberechtigung der Frau.

https://www.ekd.de/bevollmaechtigter/stellungnahmen/52400.html

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