Wenn Sie eine einfache Antwort bevorzugen, will ich Ihnen diese geben. Sie lautet prinzipiell: ja. Damit können Sie nun diese Seite wieder verlassen. Die komplizierte Antwort lautet, jain, es ist aber schwer, wenn man sich verändern möchte. Manchmal gelingt es gar nicht.

Dass Menschen sich prinzipiell ändern können, bestätigen Psychologen. Man bräuchte überhaupt keine Psychotherapie, wenn es dem Menschen unmöglich wäre, seine Verhaltensmuster anders zu gestalten. Wenn man aber selber an die Sache herangeht, sich ändern zu wollen, merkt man oft, wie schwierig oder manchmal sogar fast aussichtslos das Ganze sein kann.

Im Neuen Testament in Markus 10,17 ff wendet sich ein junger Mann, der sehr reich war, an Jesus mit der Frage, wie er das ewige Leben erlangen könne. Jesus zählt ihm auf, er solle sich an die Gebote halten. Der Mann erwidert, er habe das immer brav gemacht. Daraufhin meint Jesus zu ihm, er solle alles verkaufen, was er habe und es den Armen geben, um so einen Schatz im Himmel zu erlangen und er solle Jesus nachfolgen. Daraufhin wurde der reiche Mann sehr traurig und ging weg. Denn, obwohl er Jesus unbedingt nachfolgen wollte und das ewige Leben erlangen wollte, war es ihm nicht möglich, über seinen Schatten zu springen und sein bisheriges Verhalten radikal zu ändern.

Zunächst einmal kann man sich über diese Stelle aufregen, weil es ja absurd erscheint, sein ganzes Geld und seinen Besitz aufzugeben, um Jesus nachfolgen zu können. Können reiche Menschen Jesus denn etwa nicht nachfolgen? 

Hier muss man sich vergegenwärtigen, dass Jesus wohl oft übertreibt, um eine Sache deutlich zu machen. Vermutlich geht es ihm nicht unbedingt darum, dass der junge Mann tatsächlich alles aufgibt, was er besitzt, wenngleich es vielleicht tatsächlich so gemeint sein könnte. 

Wahrscheinlicher ist aber, dass der Mann sich aus Bindungen lösen soll, die ihn gefangen halten. In seinem Fall ist offenbar der Reichtum das, was ihn gefangen hält und ihn daran hindert, Jesus nachzufolgen. Die Nachfolge Jesu bedeutet für ihn nämlich einerseits, mit Jesus auf Wanderschaft zu gehen, im übertragenen Sinne bedeutet es aber auch, sich Jesu Art zu glauben und seine ethische Sicht auf die Dinge zu verinnerlichen. Durch seinen Reichtum wird der Mann eben daran gehindert, denn das, was ihm Sinn im Leben gibt, ist zu einem großen Teil wohl sein Geld, daran nämlich glaubt er, das gibt ihm Sicherheit und das bestimmt seine Handlungsziele.

Auch die Jünger Jesu kommen mit der Übertreibung ihres Lehrers schwer zurecht. Wer kann denn dann überhaupt ins Reich Gottes kommen, fragen sie. Jesus antwortet mit einem uns bekannten Ausdruck: es sei leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. Das stresst die Jünger noch viel mehr und sie fragen, wer kann denn dann überhaupt selig werden? Jesus sah sie an und sprach: bei den Menschen ist es unmöglich, dies zu erreichen, aber nicht bei Gott. Denn ihm sind alle Dinge möglich.

In unserem eingangs behandelten Thema heißt das, dass Menschen sich manchmal ändern wollen, es aber einfach nicht hinbekommen. Mit der Hilfe Gottes jedoch kann plötzlich ein neuer Gedanke in ihr Leben kommen, der sie völlig in eine andere Bahn führt und aus ihren Denkmustern herausholt. 

Sie können das einmal für sich persönlich testen, wenn Sie demnächst ein schwieriges Problem haben. Einerseits denken Sie dieses Problem natürlich bitte erstmal möglichst von allen Seiten durch und sprechen auch mit anderen Menschen darüber. Wenn Sie das aber gemacht haben und dennoch unsicher sind, versuchen Sie es mal mit einem kurzen Gebet:

Jesus, bitte gib mir die richtigen Gedanken in dieser Sache, damit ich die richtige Entscheidung in deinem Sinne treffen kann. Amen.

Sie können gerne von ihren Erfahrungen berichten.

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