Zunächst einmal, wer ist eigentlich Alexa? Sie ist die künstliche Intelligenz hinter Lautsprechern, die Amazon entwickelt hat und nun in Europa verkaufen will. Die Lautsprecher heißen Echo Dot und bekommen praktisch alles mit, was im Raum gesprochen oder auch nur genuschelt wird. Ähnliche Systeme gibt es auch bei Microsoft, dort heißt die angesprochene Dame dann Cortana, bei Google heißt das System Google now und wird aktiviert durch den Befehl okay, Google.

Alexa soll demnächst auch in Ford-Modelle eingebaut werden, sodass man als Autofahrer bequem gewisse Dinge verbal an das dann hoffentlich mitdenkende Auto abgeben können wird. Auch, wenn diese Sprachsysteme, die an künstliche Intelligenz gekoppelt sind, noch einigermaßen am Anfang stehen, funktionieren sie doch schon ganz gut. Es ist jedoch nicht so, dass die künstliche Intelligenz dann im Smartphone steckt oder im Auto, sondern sie sitzt auf großen Servern im Rechenzentrum von Amazon, Microsoft und Google. Insofern muss man davon ausgehen, dass künftig, wenn man solche Systeme verwendet, alles, was im Raum gesprochen wird, auch ausgewertet wird, vielleicht auch als in Text umgewandelte Datei mit dokumentiert wird. 

Derzeit ist es bei den meisten Smartphones so, dass man beispielsweise die Spracheingabe erst aktivieren muss, um sie nutzen zu können. Allerdings kann man sich natürlich den Fall vorstellen, dass es auch gewisse Mächte geben könnte, Geheimdienste beispielsweise, die bereits jetzt gut dazu in der Lage sein könnten, die Smartphones einfach als Mikrofone bzw Wanzen zu aktivieren, die man immer dabei und sogar zu Hause im privaten Bereich neben sich liegen hat.

Es wird also in immer stärkerem Maße, wenn diese Entwicklungen im technologischen Bereich fortschreitet, darauf ankommen, inwieweit man den Anbietern vertrauen kann. Diese müssten zum Beispiel sicherstellen, dass sie nicht von profitorientierten Gemeinschaften wie Scientology unterwandert werden, welche ja darauf aus ist, von Menschen auch das allerletzte unangenehme Detail zu erfahren und gegen sie verwerten zu können, um sie repressiv in Schach halten und die ganze Welt letztlich beherrschen zu können. 

Aber man braucht überhaupt nicht bis zu Scientology zu denken, es reicht schon ein Systemwechsel im politischen Bereich. Derzeit schauen viele Länder, ganz besonders Europa, mit großem Unbehagen in Richtung USA, weil unklar ist, inwieweit dort die demokratische Grundordnung auch in Zukunft Freiheit und Gleichheit garantieren kann und wird und will.

Und hier kommt dann der neue deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Spiel. Leider zur Unzeit quittierte der vorige Präsident Joachim Gauck seinen Dienst aus Altersgründen und verweigerte eine weitere Amtszeit. Sein eigenes Thema, das ihn als ehemaligen DDR-Bürger zeitlebens prägte und welches er auch in die Bundesrepublik gerade in seinem Amt hineintrug, war das Thema der Freiheit. Es ist heute wohl so aktuell wie schon lange nicht mehr. An vielen Ecken und Enden in Europa zündeln die Rechtspopulisten und es droht die Gefahr, dass Europa, wie wir es kennen, zerbrechen könnte. Der Brexit in Großbritannien war ein erster Schritt. Sollte Marine Le Pen in Frankreich Präsidentin werden, könnte auch Frankreich aus der EU austreten.

Freiheit und Demokratie sind aber keine Selbstläufer. Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde nicht müde, immer wieder zu betonen, es gebe die Menschenrechte nicht. Damit war gemeint, dass es sie nicht per se gibt, sondern nur dann, wenn Menschen und Regierungen sie akzeptieren und umsetzen wollen. Die Menschenrechte, das sind wir, die Bürger, die sich für sie einsetzen, und die staatlichen Organe, die sie garantieren. 

Nun ist der Ball bei Herrn Steinmeier und man kann nur hoffen, dass er seiner Aufgabe gerecht wird in Zeiten, die alles andere als leicht sind. Russland verschiebt militärisch die Grenzen in Europa, hinein in die Ostukraine,  der große Bruder, die USA, ist für Europa derzeit unkalkulierbar und die deutsche Bundeswehr irgendwo eine Art Lachnummer geworden mit Transportflugzeugen, bei denen etwa nur ein Zehntel einsatzbereit ist und funktioniert. Bundespräsident Gauck wies darauf hin, dass Freiheit manchmal auch militärisch gewährleistet oder verteidigt werden muss, auch, wenn dies für Pazifisten natürlich eine unangenehme Wahrheit ist. Wolfgang Ischinger, der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, die am kommenden Wochenende stattfinden wird, sagte, er könne nur dann am Sonntag gut schlafen, wenn endlich einmal klar sei, was die USA überhaupt wollen. Dabei schwingt die Hoffnung mit, dass die USA ihre demokratische und freiheitliche Verantwortung gegenüber Europa auch weiterhin einnehmen wollen. Doch ausgemacht ist das offenbar noch nicht, die Signale sind widersprüchlich und der Chefstratege Donald Trumps, Steve Bannon, ist in Bezug auf die Akzeptanz und den Erhalt demokratischer Strukturen schwer einzuschätzen. 

Aber wichtig wäre es, starke und vehemente und nicht müde werdende Vertreter der Freiheit zu besitzen, damit auch weiter die Dinge und Privatheiten, die wir Alexa, Cortana, Google now und unseren Smartphones bewusst oder unbewusst anvertrauen, in demokratischer und rechtsstaatlicher Weise aufbewahrt und geschützt werden. Sonst genade uns Gott.

Kommentar verfassen...(Kommentare, die Links enthalten, müssen auf Freischaltung warten)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s