Vielleicht kennen Sie ja die Erfahrung Großraumbüro.

Einerseits kann es ganz nett sein, weil man von den Kollegen etwas mitbekommt und ab und zu mal einen Scherz machen kann.

Andererseits bekommt man von den Kollegen etwas mit und hört ab und zu mal einen Scherz. Das kann auf Dauer zur Qual werden.

Denn Privatheit gibt es nicht. Diese nämlich ist spätestens ab dem Betreten des Büros gewissermaßen passe: Wenn Sie in der Früh etwas später kommen, wird es genau registriert von ihren Kollegen und dem Chef, ebenso in der Mittagspause und abends beginnt dann für manche das Rausschleichen aus dem Büro, um nicht ebenfalls bei der sozialen Kontrolle durch die Mitarbeiter aufzufallen.

Wenn Menschen freiwillig sich in einer Gruppe zusammenfinden und dort arbeiten möchten, ist dies nämlich etwas komplett anderes, als wenn sie es tun müssen, weil sie das Geld brauchen. Und wenn sie zudem noch in der Hierarchie weiter unten oder vielleicht sogar ganz am Boden stehen und ihnen zugetragen wird, was gerade anliegt.

Um das ganze noch zu toppen stelle man sich ein Großraumbüro vor, in dem es Ihre Aufgabe ist, mit unzufriedenen Menschen, die genervt und verärgert sind, freundlich und ausgeglichen zu sprechen und stets die Contenance zu wahren. Das nennt man dann Callcenter. Lesen Sie dazu mehr im folgenden Artikel. Sollten Sie mit Ihrer Arbeit stark unzufrieden sein, wählen Sie den zweiten Artikel unten.

Ach so, und wenn Sie das nächste Mal aufgeregt und völlig entnervt in einem Callcenter anrufen wollen, entspannen Sie sich erstmal, trinken ein Bier, kommen runter und rufen dann an. Und denken daran, unter welchen Bedingungen dort viele Menschen arbeiten müssen.

 

Arbeiten in der Großraumhölle Die Callcenterbranche wächst und mit ihr die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Die Löhne sind mies, Überwachung, Lärm und Stress gibt es kostenlos dazu.

Quelle: Callcenter: Arbeiten in der Großraumhölle | ZEIT ONLINE

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