Adolf Hitler – das Amt sollte ihn vernünftig machen

Als Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, hatte die Politik eigentlich keine großen Sorgen. Das Amt werde ihn zur Vernunft bringen und man werde ihn politisch derart einzwängen, dass nichts passieren könne. Ein folgenschwerer Irrtum, der zum Zweiten Weltkrieg führte und etwa 70 Millionen Menschen das Leben kostete.

Und auch heute besteht immer noch die Gefahr, wenn radikale, undemokratische Führungspersönlichkeiten auf demokratisch legitimiertem Weg an die Macht kommen, dass sie dann alles daran setzen, die Demokratie zu beseitigen, um die eigene Macht zu sichern und zu erhalten. Wie bei Hitler beispielsweise in den ersten 100 Tagen. Bei manchen geht es auch möglicherweise wesentlich schneller. Demokratie ist nach wie vor eine äußerst fragile Sache, die kein Selbstläufer ist und nur davon lebt, dass die Menschen, die sie haben wollen, sich für sie einsetzen. Und Demokratie steht nach wie vor für den Gedanken der Gleichheit aller Menschen, für Religions- und Gewissensfreiheit. Wo diese Werte angekratzt werden, darf man und muss man alarmiert sein. Denn Menschenrechte sind ebenfalls kein Selbstläufer, es gibt sie nur, weil die Mehrheit der Menschen sie verteidigt und sie haben will. Falls nicht, siegt in mitunter überraschender Geschwindigkeit das Recht des Stärkeren. Und das heißt schnell mal Diktatur. Als vierte Gewalt im Staat gelten heutzutage die Medien, welche die Exekutive überprüfen und Fehlverhalten aufdecken sollen. Wenn aber die Medien als „Lügenpresse“ diffamiert werden, ist dies ein Versuch, diese vierte Gewalt im Staat zu unterminieren und zu beseitigen. Eine leicht positive Erkenntnis diesbezüglich ist, dass die Mehrheit zumindest der Deutschen nach Kampagnen gegen die angeblich von einer ominösen Elite gesteuerten Medien diese Tendenzen erkannt hat und durchaus den Medien verstärkt Vertrauen entgegenbringt, zumal die Medienlandschaft in Deutschland ziemlich heterogen ist. Die Steuerung der Medien von einer Stelle aus ist heutzutage in Deutschland absurd. Dennoch bleibt genau diese Steuerung Ziel und Ansinnen derer, die heute von „Lügenpresse“ reden. Denn gerade sie sind es, die eine von ihrer eigenen Stelle aus gesteuerte Presse gerne hätten. Sie behaupten, sie seien das Volk. Und sprechen damit dem Individuum im Volk jegliche eigene Meinung ab. Sie suggerieren, es gebe diesen einen Wunsch des einen Volkes. Sie sind nach wie vor gefährlich und aus ihren Gedanken und Worten können Taten werden. Und ein Krieg und eine Diktatur. Hitler ist nach wie vor und gewissermaßen zeitlos aktuell, wenn auch zu hoffen bleibt, es möge nie wieder geschehen. Die Gruppe, die heute ausgegrenzt wird, sind nicht mehr so stark die Juden, sondern heißen heute Muslime. Ansonsten ist das Schema doch recht gleich geblieben.

„Ruhig abwarten!“

Das Amt wird ihn vernünftig machen, sein Kabinett ihn zähmen. Eine Diktatur? Undenkbar. Wie Journalisten, Politiker, Schriftsteller und Diplomaten Hitlers Ernennung zum Reichskanzler kommentierten.

http://www.zeit.de/2017/05/adolf-hitler-reichskanzler-ernennung-jahrestag/komplettansicht

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