Er sei sich da ganz sicher, dass sie wirke, die Folter.

Klar, wenn man an die Hexenprozesse in Europa denkt, gab es dort ja auch nur geständige Hexen. Die nicht geständigen waren ertrunken oder vorzeitig verendet. Mit einem derartigen Begründungszusammenhang kann es logischerweise nur heißen, Waterboarding und ähnliche Methoden seien absolut erfolgreich.

Immerhin meldete sich zumindest Senator McCain per Twitter zu Wort und wies darauf hin, dass Herr Trump executive orders unterschreiben können, so viel er wolle, dass aber das Gesetz das Gesetz bleibe. Die USA würden keine Foltermethoden wieder einführen. Es bleibt spannend.

Bleiben die USA, wie viele Jahrzehnte lang, ein Leuchtfeuer der Demokratie, oder verwandeln sie sich in ein Fegefeuer? Dafür, dass Donald Duck nun erst ein paar Tage im Amt ist, quakt er doch gewaltig. Aber auch, wenn man versucht, ihn mit Humor zu nehmen, könnte einem das Lachen doch irgendwann im Halse stecken bleiben. Und der liberalen Seite Amerikas ohnehin. Denn lang ist der Weg und mühsam, um internationale Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, humanitäre Errungenschaften wie die Gleichheit vor dem Gesetz und die Menschenwürde zu entwickeln und zu erhalten, aber schnell ist derlei zerstört. Bei Trump derzeit medienwirksam mit ein paar Unterschriften.

Es bleibt abzuwarten, ob Herr Trump dann irgendwann, wie Herr Farage beim Brexit, einfach das sinkende Schiff wieder verlässt, wenn zuviel an zivilisatorischen Errungenschaften den Bach herunter gegangen sind und sagt, das ist nun eure Sache. Bringt ihr das mal wieder ins Lot, ich hau ab! Oder den umgekehrten Weg einschlägt a la Erdogan, indem er die vier Jahre nun dazu nutzt, alle Macht auf sich derart zu bündeln, dass er bis in alle Ewigkeit Präsident bleibt. The man in the high castle?

In einem aktuellen Artikel der Zeit wird berichtet, wie man zu Hitlers Beginn auch der Meinung war, man könne ihn leicht politisch ihn Schach halten, das Amt werde ihn vernünftig machen, die Politik in einzwängen und handlungsunfähig machen. Eine fatale Fehleinschätzung. Nun soll man natürlich nicht Hinz und Kunz immer gleich mit Hitler vergleichen, weil derlei Vergleiche doch meistens hinken. Dennoch ist es der eben genannte ZEIT-Artikel, der mir beim Thema Trump, seiner Art, Dinge zu vereinfachen, seinem Krieg gegen die Presse, seiner Art, gegen Minderheiten zu polemisieren und seinen weiteren geäußerten Vorstellungen, auch beim Thema Folter, unwillkürlich ins Gedächtnis kam. Ich kann nur hoffen, dass mein Gehirn da eine falsche Verknüpfung hergestellt hat und alles seinen gewohnten Lauf geht. Ja, man wird ja noch träumen dürfen.

Der neue US-Präsident hat sich positiv über Waterboarding geäußert. Man müsse dem IS etwas entgegensetzen, sagte er und kündigte Beratungen dazu in seinem Kabinett an.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/usa-donald-trump-folter-cia?

Lesen Sie auch: Trump bedient sich einer längst vergessen geglaubten Rhetorik

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