Laut Heute-Journal sind 83% der Deutschen dafür, dass Menschen gleichen Geschlechts auch heiraten dürfen. Allerdings hätte ein Großteil dieser Menschen dann gleichzeitig ein Problem oder würde es sich zumindest nicht wünschen, wenn eines der Kinder schwul wäre. Das ist natürlich ein wenig inkonsequent.

Bereits heutzutage ist es so, dass schwule und lesbische Menschen eingetragene Lebenspartnerschaften schließen können. Im Grunde ist das landläufig das, was man als Ehe bezeichnet.

Mit dem Alten Testament bräuchte man an dieses Vorgehen überhaupt nicht heranzugehen, weil es dort einfach nicht erlaubt wäre. Die christlichen Kirchen jedoch deuten das Alte Testament von der Mitte der Schrift her, damit ist Jesus gemeint, und versuchen zu ergründen, wie er möglicherweise gehandelt hätte. Eine seiner zentralen Aussagen ist, dass Gott Güte und Liebe ist, die er ja selbst exemplarisch vorlebte. Als Jesus eine Ehebrecherin gebracht wird, die nach dem mosaischen Gesetz hätte gesteinigt werden müssen, fragt er ihre Ankläger, wer von ihnen denn ohne Sünde sei. Beschämt gehen alle weg. So verurteilt auch Jesus sie nicht.

Jesus wird in christlicher Sicht als die Vollendung der Tora gesehen, also als die letzte Auslegung des mosaischen Gesetzes. Auch die evangelisch-lutherische Kirche in Deutschland kennt die Thematik der Homo-Ehe und steht ihr prinzipiell eher liberal gegenüber. Schließlich sucht sich in der Regel niemand aus, welches Geschlecht er oder sie sexuell bevorzugen möchte. Dies wird klar, wenn Sie sich selber einmal die Frage stellen, wann Sie sich denn bewusst dafür entschieden haben, beispielsweise Frauen, oder sofern Sie eine Frau sind, Männer attraktiv zu finden. Sehen Sie? Das haben Sie nie entschieden. Es ist nämlich völlig unmöglich.

Die große Frage ist aber, warum das Ganze, was bisher als eingetragene Lebenspartnerschaft bezeichnet wird, denn unbedingt Ehe genannt werden müsste. Denn die Ehe ist per definitionem eine verbindliche Verbindung zwischen Mann und Frau. Entsprechend könnte man postulieren, jedes Zweirad sollte künftig auch Auto genannt werden können. Es ist aber kein Auto, sondern ein Zweirad, weil ein Auto per definitionem vier Räder hat, mindestens, in Ausnahmefällen, drei. Man müsste also einen Begriff komplett umdefinieren, nur um irgendwelche Befindlichkeiten befriedigen zu können.

Insofern kann man homosexuellen Paaren durchaus wohlwollend gegenüberstehen, wenn sie eine Partnerschaft in verbindlicher Form eingehen, aber ob der Begriff Ehe dabei fallen müsste, ist doch eher fraglich. Denn einerseits wollen sie ihre Andersartigkeit bzw. Ungleichheit zum Mainstream anerkannt wissen, andererseits wollen sie Gleichheit in der Benennung. Das ist inkonsequent.

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