Nun ist es endlich soweit. Ganz Deutschland hatte zwar nicht wirklich damit gerechnet, aber doch insgeheim davor gezittert. Endlich ist es passiert, offensichtlich ein Attentäter fuhr mit einem gewaltigen und zudem mit schwerem Metall beladenen Lkw in einen voll besetzten berliner Weihnachtsmarkt. Mitten in eine Welt des Gedenkens und der Vorfreude auf das Fest der Liebe, mitten in eine Welt des Friedens hinein und des Kommerzes brachte er den Terror. Wie mittlerweile bekannt ist, wurde der LKW offensichtlich entführt, der polnische Fahrer musste auf dem Beifahrersitz verenden, während der oder die Täter den LKW steuerte und nach heutigen aktuellen Angaben mindestens zwölf Leute unmittelbar in den Tod beförderte und gut 50 oder mehr zum Teil schwer verletzte.

Warum also „Grüß Gott, Terror“? „Grüß Gott“ ist eine bayerische Grußformel und steht stellvertretend für „Guten Tag !“. Es ist natürlich nicht sonderlich angebracht, den Terror zu begrüßen, da so ein Gruß normalerweise freundlich gemeint und freiwillig ausgesprochen ist. Dennoch ist es ein Gruß, in unserem Fall leider einer, den man nicht aus freien Stücken gibt, sondern der einem aufgezwungen wurde. Der Terror ist da, auch wenn wir uns von ihm abwenden wollen, stehen wir ihm gegenüber, gewissermaßen grüßen wir ihn, selbst, wenn wir dies nicht aktiv tun. Denn allein der Blick auf eine Sache hin kann schon als Gruß gelten.

Die bayerische Begrüßungsformel kann man jedoch auch umdrehen. Dann heißt es, „Terror, Grüße Gott!“ Es heißt, „Terrorist, Grüße Gott, blicke ins Angesicht Gottes, verantworte dich also vor Gott!“

Ja, Herr Terrorist, du, oder Sie, der Sie das Grauen und die Gewalt im Sinne einer Gewaltspirale nun nach Berlin gebracht haben, verantworten Sie sich vor Gott!

Nun gibt es in Deutschland sicher gleich in gewissen Kreisen einen lauten Aufschrei, das war ja mal wieder typisch für Ausländer. Das Perfide daran ist, dass es all diejenigen Ausländer, die überhaupt nichts damit zu tun haben, mit einem Radikalen in einen Topf wirft. Falls es denn überhaupt ein Ausländer gewesen sein sollte. Ist jeder Deutsche ein Nazi, weil unsere Vorfahren direkt oder indirekt an die 70 Millionen Menschen getötet hatten im Zweiten Weltkrieg? Vermutlich genauso wenig, wie der Terrorist und Scheinflüchtling von gestern Abend stellvertretend für alle Ausländer und Flüchtlinge steht.

Nun gibt es in den Religionen bei gläubigen Menschen unterschiedliche Ansichten darüber, ob man Gewalt anwenden dürfe. Besonders eine Religion ist derzeit immer im Fokus, wenn irgendwo jemand sich aus Ärgernis gleich mal in die Luft sprengt. Dennoch ist dies nicht auf eine einzelne Religion beschränkt, sondern findet sich ebenso in anderen Religionen, wenngleich nicht oder selten in der Form von Selbstmordattentaten, zumindest aber in der Form von wie auch immer gearteter Gewalt. Und auch Atheisten sind ja nicht davor gefeit, nicht der Gewalt anheim zu fallen. Auch Atheisten können genauso Terror verbreiten und Gewalt als Machtmittel verwenden.

Ob nun Atheist oder Gläubiger irgendeiner Couleur, es bleibt dennoch eine Frage. Wenn Gott der letzte Grund allen Seins ist, der letzte Grund des Universums und der Welt an sich, muss ein Attentäter sich dann letztlich vor Gott irgendwann verantworten? Wenn Gott gerecht ist, dann müsste er für Gerechtigkeit sorgen. Wenn er nach christlicher Lesart gnädig ist, müsste er verzeihen. Wie aber kann das zusammengehen? Im folgenden Artikel finden Sie ein Essay zu der folgenden Frage, ob Gott Verbrecher oder auch Attentäter bestrafen kann. Denn diese Frage steht neben all dem Leid nun auch im Raum. Lesen Sie hier:

Kann Gott Verbrecher bestrafen?

Schaut man sich in unserer Welt um, kann sich einem die Frage aus der Überschrift durchaus stellen. Während die Menschen im Mittelalter sich des Jüngsten Gerichtes durchaus gewiss waren, also …Weiterlesen

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