Angenommen, man wäre vor Weihnachten irgendwie im Stress und hätte noch so viel zu tun, dass einem beispielsweise das Angebot eines Online-Anbieters, beispielsweise von Real, ins Auge springen würde, demzufolge man sich ohne größere Probleme für einen nicht allzu großen Betrag einen Weihnachtsbaum ins Haus liefern lassen kann. Angenommen, man würde dann einen solchen Auftrag tatsächlich auch geben und zur angegebenen Zeit am kommenden Tag, drei Stunden lang, in dem von DHL in einer E-Mail angekündigten Zeitfenster zu Hause sein und auf den Boten warten. Dann wäre man natürlich sehr erstaunt, wenn plötzlich eine E-Mail käme, dass besagter Bote angeblich schon längst da gewesen sei, jedoch niemanden angetroffen habe und man aufgrund seines Vermerks, welcher angeblich im Briefkasten sein sollte, erfahren könne, wo und wann und in welcher Filiale von DHL man denn am kommenden Tag den Baum abholen könne. Wenn man dann nachschauen würde und feststellen, dass nirgendwo, weder an der Haustür, noch darunter, noch links, noch rechts, und schon gar nicht im Briefkasten irgend ein schriftliches Stück des Boten zu finden ist, würde man sich einfach so auf den Weg zu der in der E-Mail angekündigten Filiale machen. In der Filiale dann könnte der Mitarbeiter zwar das ganze Lager durchsuchen, nicht jedoch ein Paket von der Größe eines Baumes, das auf die eigene Adresse ausgestellt ist, finden. Man würde also wieder nach Hause gehen und eine Anfrage an DHL formulieren, zunächst per Telefon, wo man dann aus der Warteschleife heraus fallen würde, dann per E-Mail. Darin hätte man die Bedenken formuliert, was denn passieren würde mit einem Baum, der ja doch irgendwo bessere Überlebenschancen mit Wasserzufuhr hätte, wenn derjenige dann aber über Tage, vermutlich zumindest bis Montag, in irgendeiner Filiale in einem Paket herumstünde. Man bekäme dann eine automatisierte Bestätigungs-Email zurück, dass man sich derzeit zwar nicht sofort um derartige Dinge kümmern könne, weil man völlig überlastet sei, sie jedoch zur Kenntnis und auch sehr ernst nähme und einen auch hochachtungsvoll und recht freundlich und herzlich grüße.

Und dann würde man auf Montag und auf einen verschrumpelten und leicht bräunlich eingefärbten Baum warten. Jedoch nur, falls besagter Baum bis zum Montag aufgetaucht sein sollte, innerlich stellt man sich jedoch auf Dienstag, Mittwoch, Donnerstag oder vielleicht auch auf Januar ein.

Besonders ärgerlich wäre es, wenn diese Geschichte keinen rein fiktiven Charakter hätte.

Was soll’s, man muss es positiv sehen. Wenn die Lieferung dann noch länger dauern sollte, könnte man sich, um positiv mit der Angelegenheit umzugehen, überlegen, ob jemand von der AfD vielleicht Interesse an dem Baum haben könnte und ihn günstig übernehmen möchte. Eine bräunliche Färbung dürfte dort ja niemanden stören.

Nachtrag

Real lieferte einen zweiten Weihnachtsbaum hinterher, der sogar noch vor Weihnachten ankam. Wo der erste steckt, ist unklar, vielleicht wächst er in besagter Postfiliale und wartet auf nächstes Jahr.

2 Kommentare zu „Über das Online-liefern-lassen von Weihnachtsbäumen

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