Pfingsten ist gewissermaßen die Gegengeschichte zum Turmbau von Babel. Während die Menschen beim Turmbau zu Babel, den man im heutigen Irak lokalisiert, über ihre Grenzen hinaus gehen wollen, sich Gott gleich stellen wollen, also letztlich der menschlichen Hybris verfallen, sieht es zu Pfingsten völlig anders aus.

Hier besinnen sich die Menschen auf das, was ihren gemeinsamen Ausgangspunkt bildet. Besinnen sich auf den Urgrund ihres Seins, auf Gott, der sich ihnen in Jesus als Mensch, verständlich und anschaulich, gezeigt hat.

Dies schweißt die verängstigte Schar der Jünger zusammen, die an ihrem Glauben zu verzweifeln begannen, nachdem Jesus zunächst von den Römern bestialisch getötet worden war. Der Ostermorgen jedoch brachte Hoffnung. Nun, ganz anders als beim Turmbau, besinnen sich die Menschen auf das, was sie verbindet. Das Sprachengewirr von Babylon hat ein Ende, Menschen finden eine gemeinsame Sprache, sie verstehen einander. Das ist eine zentrale Botschaft von Pfingsten.

Die Menschen verstehen Gott und die Menschen verstehen Gottes Geschöpf, nämlich sich selbst untereinander und im Miteinander. Wenn das nicht Grund genug zum Feiern ist, was ist dann ein Grund?

Denn wenn die Menschen einander verstehen, hat jegliches Leid ein Ende, Krieg, Missbrauch, Vergewaltigung, Terrorismus, Diebstahl, Mord und so weiter.

Pfingsten ist zeitlos aktuell, der Zuspruch Gottes in eine immer noch von Leid geprägte Welt hinein.

Diese Erkenntnis ergreift die Jünger Jesu wie ein Lauffeuer. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes von dieser Idee, vom göttlichen Geist, begeistert und: entflammt.

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