Der Bettler und Mitesser

wpid-wp-1430490607192.jpgIch wollte eigentlich gerade in meinen ersten Whopper beißen, als dieser Mann mich ansah und meinte, er wolle sich zu mir hinsetzen. Warum auch nicht, dachte ich, nur weil er aussieht wie ein Bettler, will ich ihn doch nicht von vornherein stigmatisieren.

Als er dann saß, beobachtete er jeden Bissen von mir, so dass ich ihm schließlich zwei Euro gab. Davon könnte er sich zwei Hamburger kaufen.

Irgendwie war das aber nicht sein Plan. Er machte mir klar, dass ich ihm ein Menü kaufen solle. Das kam mir doch etwas übertrieben vor. Ich meinte, er solle sich die beiden Hamburger holen. Das wollte er nicht, da nun plötzlich von ihm die Behauptung in den Raum gestellt wurde, die Leute von Burgerking hätten ihm an der Kasse den Zutritt verwehrt. Dass sich diese Version irgendwo nicht mit seiner Forderung zusammentraf, ich soll ihm ein ganzes Menü spendieren, schien ihn nicht zu stören. Im Folgenden, da wir ja nun leider mittlerweile in einer Art Gespräch waren, erzählte er mir die Geschichte, er sei erst seit zwei Wochen in München, würde im Park leben und hätte zudem daheim ein Kind. Er zeigte mir ein Bild von sich und einem Kind. Er sei kein böser Rumäne, sondern käme irgendwie aus Slowenien oder Bulgarien. Warum Rumänen denn böse sein sollten, war mir nicht klar. Ich hatte aber auch wenig Bedarf, nachzufragen.

Nachdem ich seinem Wunsch mit dem Menü irgendwo immer noch nicht  nachkam, bat er mich, ich solle ihm einen meine beiden Whopper geben. Ich brach einem entzwei, er ass ihn langsam . Danach kam dann wieder das Gespräch auf das Menü. Das wollte ich aber nach wie vor nicht, mittlerweile war aus dem scheinbar Bedürftigen irgendwo ein Störenfried geworden. Er sagte auch irgendetwas davon, dass ich doch ein schlechtes Herz hätte und versuchte, mir ein schlechtes Gewissen einzureden. Ich bat ihm daraufhin meine Pommes an, die er aber nicht wirklich essen wollte, sondern lustlos auf ein oder zwei Pommes herum kaute. Dann wurde es mir zu viel und ich bat ihn, zu gehen, was er schließlich auch tat. Er suchte sich sein nächstes Opfer, eine junge Frau, die aber irgendwo cleverer war als ich und ihm von vornherein verwehrte, sich zu ihr zu setzen.

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