IMG_20150207_151132Putin erstaunt aktuell mit einer neuen Deutung der russischen Krimannexion. Er habe nur im Sinne der Gerechtigkeit gehandelt, als er die Ukraine durch seine verdeckte russische Invasion angriff und schließlich die Krim annektierte. Putin spielt dabei darauf an, dass im Jahre 1954 durch Chruschtschow die Krim der Ukraine geschenkt wurde. Diesen Fehler habe er doch nur „korrigieren“ wollen. Dass er dabei internationales Völkerrecht gebrochen habe, davon will er nichts wissen.

Dass jedoch zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte Führer unter fadenscheinigen Begründungen Kriege begonnen haben, ist spätestens seit Caesars Überschreitung des Rubikon kein Geheimnis mehr. Cäsar sei es doch in keiner Weise um Macht gegangen, er habe lediglich die Ehre seiner Soldaten und seine eigene wiederherstellen wollen. Dass er dabei das römische Kernland angriff, sich gegen Pompeius und den Senat stellte, spielte für ihn keine Rolle.

Wenn man nun also Putins Begründung folgt, er habe doch nur „Gerechtigkeit“ wiederherstellen wollen, die im Laufe der Geschichte verletzt worden sei, gibt es nun eine ganze Menge an Ländern, denen diese Aussage das Fürchten lehren dürfte.

Gehörten nicht auch folgende Länder einst zum Einflussbereich Moskaus und sind heute froh darum, dass dies nicht mehr so ist? Das Baltikum, Tschechien, Polen, Ungarn, Ostdeutschland, um nur einige zu nennen.

Aber wie ist das denn, blickt man einige Zeit vor die Sowjetunion zurück, gehörten damals nicht Teile der Ukraine eigentlich zu Österreich? Müsste nun nach Putins eigener Logik dann nicht Österreich seinen einen Panzer und sein eines Flugzeug mobilisieren, um sich die Ukraine zurück zu holen, der „Gerechtigkeit“ wegen quasi ? Und wie war das doch gleich mit Ostpreußen, war das nicht einmal deutsch?

Glücklicherweise ist Europa über diese Art von Machtergreifung mittlerweile einigermaßen hinweggekommen, zumal Österreich der Geburtsort der verhängnisvollen Führungfigur war, der damals beinahe jeder Deutsche gebetsmühlenartig die perfide und stammtischartig simple Schwarz-weiß Weltdeutung weitgehend und unhinterfragt durchgehen ließ und die 1933 damit begann, die ganze Welt in tiefstes Elend zu ziehen.

IMG_20150207_150407Europa bremst nicht zuletzt deswegen und scheut eine militärische Konfrontation mit Russland. Was jedoch nicht heißt, dass diese Konfrontation nicht irgendwann kommen wird. Von 1933 an dauerte es noch sechs Jahre bis zum Kriegsbeginn.

Wer das Brettspiel namens Risiko kennt, weiß, dass Staaten irgendwann die Staatsraison vergessen können, wenn Sie sich in der Macht glauben, die anderen besiegen zu können. Bis zu diesem Punkt jedoch sind sie also noch einigermaßen sicher, die oben erwähnten Länder Baltikum, Polen, Tschechien, Ungarn, Ostdeutschland.

Bei dem Spiel Risiko gewinnt allerdings auch der, der es versteht, zu pokern. Wer von Anbeginn des Spiels jede militärische Option kategorisch ausschließt, hat in diesem Spiel in der Regel gleich zu Beginn verloren. Allerdings gehört zum Pokern auch immer dazu, dass man notfalls die militärische Karte tatsächlich zieht. Das ist das Risiko. Und das Risiko kann 70 Millionen Menschenleben kosten. Egal, ob man selber die militärische Karte zieht, oder ein anderer. Weiterhin kann Pokern natürlich auch bedeuten, von vornherein militärische Optionen kategorisch auszuschließen, sie letztlich aber doch zu nutzen.

Mehr Hintergründe gibt es hier:

http://m.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/keine-strategische-bedeutung-jetzt-sagt-putin-was-wirklich-hinter-der-annexion-der-krim-steckt_id_4641368.html

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