Papst will die Rechte der Reichen stärken

Mit einem ungewöhnlichen Vorstoß verlässt Papst Franziskus seine bisherige Linie und kündigte gestern an, sich auch verstärkt um die Reichen kümmern zu wollen.vatikan

Auch Jesus habe sich an die reichen Zöllner gewandt. Wer arm sei,  lebe zwar nicht immer völlig sorgenfrei, könne aber die Sorgen der Reichen niemals wirklich verstehen.

Papst Franziskus verwies dabei auf das Gleichnis Jesu mit dem reichen Jüngling, der Jesus fragte, wie er in das Reich Gottes gelangen könne. Als Jesus diesem klarmacht, dass er letztlich seinen ganzen Besitz verkaufen solle, um sich einen Schatz im Himmel zu sichern, geht der Jüngling traurig weg. Jesus fährt an dieser Stelle mit der Metapher fort, dass leichter ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als ein Reicher in den Himmel komme.

Speziell diese Stelle, so Papst Franziskus, sei immer wieder einseitig zu Lasten der Reichen missverstanden worden. Die starke Traurigkeit des Reichen, der sich einfach nicht von seinem Reichtum trennen wolle, da dieser ihm doch ein bequemes und privilegiertes Leben sichere, sei bereits derart bedrückend, sodass der Reiche sich im Himmel überhaupt keine Schätze mehr sichern müsse, sondern im Diesseits bereits ein Ende der Traurigkeit erwarten dürfe. Geld könne auch Freude bereiten, betonte der Papst an dieser Stelle.

Auch das Gleichnis vom reichen Kornbauern weise in eine ähnliche Richtung. Dieser nämlich hatte sein Leben lang Andere ausgebeutet, um seinen eigenen Reichtum zu vergrößern, als er erfährt,  dass er die kommende Nacht sterben müsse. Warum solle der reiche Kornbauer nicht seinen Reichtum maximieren, fragte Papst Franziskus in einer Audienz im Petersdom gestern provokativ, er sei ja deswegen nicht sorgenfrei geblieben.

An diesen beiden Beispielen lasse sich sehr gut erkennen, dass gerade die Reichen zumeist von viel größerer Sorge geplagt seien, als das arme Volk, das mit seiner Armut gewissermaßen aufgewachsen und bereits versöhnt sei. Natürlich sei Hunger und fehlende soziale Sicherheit weiterhin nicht angenehm, aber diese Seite der Medaille kenne man mittlerweile bestens.

Papst Franziskus verwies in diesem Zusammenhang auch auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Berlusconi, dessen Reichtum durch zahlreiche Gerichtsprozesse in Gefahr gekommen sei. Reiche hätten das Mitgefühl in besonderer Weise nötig, so der Papst. Wer viel hat, der habe auch große Sorgen, ergänzte er.

Beobachter des Vatikans vermuten allerdings, dass Papst Franziskus sich letztlich nur vatikan-internen Auseinandersetzungen hinter den Kulissen um die Frage nach dem Wert des Geldes entziehen will.

Bestürzung bei vielen Gläubigen jedoch rief die neue Linie des Papstes auch in Bezug auf das organisierte Verbrechen hervor. Demnach sei Verbrechen an sich letztlich doch immer nur eine Fehlleitung einzelner Menschen. Man müsse aber auch berücksichtigen, so der Papst, dass beispielsweise der Konsum von Drogen vielen Menschen auch Freude bringe. Auch beim Thema Bestechung werde immer nur negativ die eine Seite gesehen, nämlich die der Opfer. Die Zahlungsempfänger hingegen lebten in der Regel viel zufriedener, als zuvor. An diesen Beispielen könne man erkennen, dass das Böse auch immer ein Stück des Guten beinhalte.

Um die neue Ausrichtung des Vatikans auch öffentlich stärker kommunizieren zu können, kündigte der Papst an, eine weltweite Gebetssteuer einzuführen, die sich zunächst in einer Testphase jedoch nur auf das Vater Unser beschränken solle. Einen freudigen Geber habe Gott lieb, so der Papst, einen freudigen Beter auch. Es entspreche den dringenden Anforderungen unserer modernen Zeit, beide Postulate nun endlich zu verbinden. Reich und Arm brauche kein Unterschied mehr zu sein. Beide kämen ins Reich Gottes, wenngleich die Reichen bereits im Diesseits einen Vorgeschmack dessen bekämen. Dessen bräuchten sie sich nicht zu schämen.

Kritiker warfen dem Papst vor, seit der Hinzuziehung einer namentlich nicht genannten schwäbischen Unternehmensberatung vermehrt urchristliche Werte eine einseitige Richtung weiterentwickelt zu haben.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Joa, ich hab da links unten auf dem Bildschirm unter der Uhrzeit einen näheren Hinweis. 😉

  2. theolounge sagt:

    😉

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