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Will Putin den Frieden, wie er sagt, wenngleich er bisher immer im Gegensatz zu seinen Worten gehandelt hat ? Oder will er erst Kiew, dann Lemberg ganz im Westen der Ukraine und letztlich die ganze Ukraine militärisch einnehmen ?

Seit Beginn des von Russland initiierten Ukrainekrieges fragt man sich, wo Putin eigentlich aufhören wird.

Einen gewissen Sinn aus russischer Sicht mag vielleicht noch die Einnahme der Krim gemacht haben, weil dort ja die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist. Zwar bestand mit der Ukraine über die nächsten Jahrzehnte ohnehin ein Vertrag, der die weitere Stationierung gewährleistete. Dennoch ist es natürlich schöner, Eigentum zu haben, wenn auch gestohlen, als Miete zu zahlen. Die Rechnung geht jedoch nicht ganz auf, da es für Russland unglaublich teuer wird, die Krim zu unterhalten.

Offenbar versucht Putin, die Krim über den Landweg erreichbar zumachen. Deswegen gehen die Eroberungen der sogenannten russischen „Separatisten“ stetig weiter.

Insgesamt macht das militärische Vorgehen Putins aus Sicht Europas zunächst nicht allzu viel Sinn. Zwar sind seine Umfragewerte innenpolitisch offenbar recht gut, was sicher auch mit den von ihm gesteuerten Medien innerhalb Russlands befördert wird.

Außenpolitisch gerät Russland jedoch zunehmend in die Isolation, in Europa hat innerhalb der NATO bereits ein Umdenken stattgefunden und Russland wird nicht mehr als Partner, sondern eher schon in Richtung Feind betrachtet.

Warum also das Ganze, wenn es doch für Russland wirtschaftliche Nachteile bringt? Vermutlich ist die Sicht falsch und europäisch. Putin geht es vermutlich eher darum, eine Renaissance der Sowjetunion und des Ostblocks wieder aufleben und erstarken zu lassen. Sollte dies aber die Triebfeder sein, die ihn zum Handeln treibt, sähe es für die Ukraine schlecht aus. Denn Ideologie ist meistens blind für einen rationalen Zugang, wie ihn der Westen zu dem Thema zu haben glaubt. Im Westen geht man davon aus, dass wirtschaftlicher Wohlstand das Wesentliche sei. Putin sieht dies möglicherweise anders, ideologisch eingefärbt.

Sollte diese Analyse richtig sein, wäre nicht in Debalzewe Schluss mit den Kämpfen, sondern erst und frühestens in der Westukraine. Dieser Prozess könnte sich über Jahre hinziehen. Am Ende stünde jedoch Putins Sieg, zumindest das, was er als Sieg betrachtet.

Um den Westen bis dahin auf andere Gedanken zu bringen, könnte Putin seine grünen Männchen im Baltikum auftauchen lassen. Dies würde sofort den NATO-Bündnisfall bedeuten.

Innerhalb der NATO-Länder würde eine heftige Diskussion darüber losgehen, ob man das Baltikum denn verteidigen müsse, oder ob es reichen würde, verbal scharf zu reagieren, wie man es im Grunde ja in der Ukraine tut.

Europa stünde am Scheideweg in Bezug darauf, ob die NATO noch ernst genommen werden kann. Sollte jedoch dieser russische Vorstoß erfolgreich sein und bewirken, dass die NATO sich in ihrem Bündnisgebiet nicht zu reagieren traut, stünde Europa für Putins Truppen offen.

Hoffen wir, dass diese Analyse falsch ist. Hoffen wir, dass Putin mit seiner Taktik nicht genau so fortfährt, wie bisher, zwei Schritte vor, einen diplomatischen Schrift zurück, strategisch aber immer das Ziel im Blick, die Renaissance der Sowjetunion und des Ostblocks .

Folgender Link ist in diesem Zusammenhang interessant:

http://spiegel.de/politik/ausland/a-1019234.html

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