Wie Putin die neue Weltordnung diktiert

DSC_5574Es fing ganz unmerklich an.  Auf der Krim. Mit einer kaum wahrgenommenen Meldung der ukrainischen Online-Medien, dass russische Truppen à 150 Mann auf einem Flugplatz gelandet seien. Man ging von einer Falschmeldung aus. Wer diese Truppen waren, wissen wir heute. Männer mit schwarzen Masken, in Militäruniform, bestens bewaffnet, bestens gerüstet. Sie besetzten in Windeseile zentrale Gebäude und Stellen und übernahmen im Handumdrehen die militärische Macht auf der Krim. Ein fingiertes Referendum folgte, bei dem angeblich 97% der Krim-Bewohner für den Anschluss an Russland gestimmt hätten.

Dasselbe Schema nun in zahlreichen ukrainischen Städten im Osten. Russisches Tarnmilitär destabilisiert die Städte, aber Russland wiegelt verbal scharf ab, man wisse von nichts, man habe keine Ahnung, der Westen sei Schuld. Sobald die Ukraine sich gegen die eingedrungenen Terroristen wehren will,  spricht Russland plötzlich von Menschenrechten – hat aber im Gegenzug jüngst für das eigene Land, Russland, die Separatismusgesetze aufs Maximum verschärft: wer in Russland abtrünnig zu werden droht, dem Gnade Gott….   Kaum also beginnt die ukrainische Übergangsregierung, die sich allmählich aus ihrer Schockstarre befreit, die von den russischen Militärterroristen eingenommenen Städte und Gebiete wieder zurückzuerobern, droht Putin mit Einmarsch in die Ukraine, aus „humanitären Gründen“, wie es im russischen Putin-Lawrow-Fachjargon heißt.

Russland könnte natürlich öffentlich Stellung nehmen und sich von den „prorussischen Aktivisten“, die mit Luftabwehrraketen ausgestattet sind (!) (klar, die kann man doch in jedem Laden kaufen…) distanzieren. Tut es aber nicht. Will es nicht. Denn Putin will die Ukraine haben. Und dann auch das Baltikum. Und Moldawien. Auch Polen wäre recht. Und so weiter.

Der Westen ist schwach. Außer dem selbstberuhigenden Mantra von einem politischen Prozess, den alle wollen außer Putin, hat der Westen nur noch seine Sanktiönchen im Koffer, die er nicht vollstrecken will. Man will doch nicht das Bruttosozialprodukt abschwächen. Siemens reist mitten in der Ukrainekrise zu Putin und kriecht ihm sonst wohin. Ex-Bundeskanzler Schröder, der angeblich sein Haar nie färbte (und wer was anderes vermutete, bekam Post von seinen Anwälten), scheint es im  Gazprom-Aufsichtsrat so gut zu gefallen, dass ihm der russische Krieg und die russische Invasion gegen die Ukraine glatt am ungefärbten Haar vorbeizugehen scheint. Männerfreundschaft. Wenn Putin nen Krieg will, na soller doch, warum denn ooch nich. Dat macht doch keine Freundschaft kaputt nicht.

Wie verzerrt der Westen Russland und die dort aufsteigende Gefahr (noch) sieht, kann man in folgendem Artikel gut nachlesen: >mehr.