Ruhe! Mob – Aktionstag von Kirchen und Gewerkschaften für den freien Sonntag

chilling Celeste RC CelesteWalter Jungbauer. Mit der speziellen Aktionsform des ‚Ruhemob‘ machen Kirchen und Gewerkschaften darauf aufmerksam, dass der arbeitsfreie Sonntag immer mehr Makulatur wird. Denn die Zahl der Ausnahmegenehmigungen, welche die Arbeit am Sonntag und sonntägliche Ladenöffnungszeiten ermöglichen werden immer umfangreicher. Während vor 20 Jahren in Deutschland noch 7,5 Millionen Erwerbstätige gelegentlich, regelmäßig oder ständig von Sonntagsarbeit betroffen waren, sei diese Zahl nach Angaben der ‚Allianz für den freien Sonntag‘ mittlerweile auf 11 Millionen gestiegen.

Peter Janowski, Bundesvorsitzender des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA), warf Unternehmen in diesem Zusammenhang vor, dass sie den Sonntagsschutz immer mehr aushöhlen würden: „Für einige Wirtschaftsvertreter bedeutet der freie Sonntag Maschinenstillstand und dadurch entgangene Gewinne. Eine solche Haltung versteht den Menschen nur als Produktionsfaktor.“

Da mit dem 3. März der Tag, an dem Kaiser Konstantin im Jahr 321 für das Römische Weltreich den Sonntag als arbeitsfreien Tag verkünden ließ, in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, hat die Sonntagsallianz am 17. Januar 2013 eine Broschüre mit Predigtentwürfen und Aktionsvorschlägen veröffentlicht, mit deren Hilfe der nächste 3. März zu einem bundesweiten Aktionstag werden soll. Die Broschüre kann u.a. auf der Website des KDA kostenfrei als pdf downgeloaded werden.

Die Allianz wird getragen vom KDA, dem Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA), der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Katholischen Betriebsseelsorge sowie der Vereinigten Dienstleistungs-Gewerkschaft (ver.di). Daneben treten u.a. der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Gewerkschaft der Polizei (GdP) oder auch der Deutsche Frauenrat als Unterstützer auf.

Die Sonntagsallianz ist im Internet unter www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de zu finden.

foto: Celeste RC ,Celeste,flickr.com

2 Comments

  1. Es gibt schon Berufe, wo das am Sonntag arbeiten wichtig ist. Pflege, Polizei, Schneeräumung, eben alle Berufe, die nicht ruhen können! Als menschenunwürdig, sehe ich am Sonntag arbeitende Fabriken,Verkauf, eben Dinge die wirklich auch mal ruhen können, ohne dass eine echte Lücke entsteht! Dann hört man, da gibt es Freizeitausgleich aber was hat da eine Familie davon, die sich in der Regel nur an den Wochenenden sieht! Auch nicht gläubige Menschen haben ein Recht auf wenigstens einen Tag in der Woche, wo sie die Familie, Freunde sehen können und in Ruhe ohne Abruf von der Firma entspannen können. Es kommt nicht von ungefähr, dass es sehr viele Trennungen, gerade in den Pflegeberufen und bei der Polizei gibt. Wundert einen dass? Müssen jetzt alle Familien zerstört werden? Alles geht nur um Gewinn, aber für wen? Ich sehe es ja als Altenpflegerin ein auch am Wochenende zu arbeiten aber ich denke oft, wenn ich noch kleine Kinder hätte, ich hätte es schon längst geschmissen!

  2. Es ist zudem auch eine gesamt-gesellschaftliche Sache, denn der Einzelne kämpft gegen Windmühlen, wenn die Gesellschaft erstmal akzeptiert hat, dass man durcharbeiten soll.

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