Was muss man sich NICHT alles bieten lassen?

Ismael Kluever. Ein Posting von Chris Hübner hat mich daruf gebracht, einen Uralt-Artikel aus der Zeit, als ich die Bits und Bytes noch mit dem Taschenmesser in Knochen geritzt habe, wieder auszugraben. Auch wenn der konkrete Anlass, wie zu lesen, schnell erledigt war,  vielleicht ist er im weiteren Sinne doch noch aktuell. Oder zumindest ein wenig unterhaltsam. Hier der Artikel: “Ich habe schon viele Hundert Gottesdienste in wohl einem Dutzend verschiedenster christlicher Konfes­sionen und Gruppierungen erlebt. Aber so etwas hatte ich noch nie gesehen! Wild deklamierend stand der Prediger in der gotischen Kirche…>mehr. foto: Glenn Harper, glennharper,flickr.com Was muss man sich NICHT alles bieten lassen? weiterlesen

Das große Los: Beten für Lynn

Ismael Kluever. In der katholischen Gemeinde hat ein neuer Erstkommunionkurs begonnen. Am letzten Sonntag wurden in der Messe die Kinder vorgestellt, die daran teilnehmen. Zwei Dutzend Dritt- und Viertklässler standen da im Altarraum, ein Mikrofon wurde herumgereicht und die Kiddies sagten etwas aufgeregt, aber stolz und sebstbewusst, wie sie heißen und aus welchem Stadtteil sie kommen. Dann wurde jedem von ihnen feierlich vom Pastor eine Bibel überreicht. Ich habe ein grottenschlechtes Personengedächtnis. Wer alles da vorne stand, ist also doch an mir vorbeigerauscht. Aber nach dem Gottesdienst stand eine der…>mehr. foto: Hamed Saber,flickr.com Das große Los: Beten für Lynn weiterlesen

Christen, geht auf die Foren!

Ismael Kluever. “Danke für die liebe Begrüßung. Aber ich werde zum 30.11.2012 mich wieder hier verabschieden. Danke für die Gastfreundschaft und seid lieb zueinander.” Ein Eintrag auf einem christlichen Internetforum. Ein Forum, wie es sie viele gibt. Von einem ambitionierten Freikirchler ins Leben gerufen, mit verschiedenen Unterforen über Gott und die Welt, Glaubensfragen, die Bibel, Familie und Gesellschaft, Kochrezepte und Kino, bis hin zu einem für Frauen mit Missbrauchserfahrungen reservierten Bereich, der nur mit Kennwort zugänglich ist. Eigentlich liebevoll gemacht, das alles. Und für die Teilnehmer kostenlos. Doch die Nutzerin verabschiedet sich nach einer stillen Hospitation von gerade mal zwei … Christen, geht auf die Foren! weiterlesen

Solidarität statt Selbsttötung

Josef Bordat. Post für die Volksvertreter und eine Aktion vor dem Reichstag: Das Bündnis Solidarität statt Selbsttötung macht mobil gegen geplante Sterbehilfe-Regelung § 218 StGB kennt man für gewöhnlich, auch wenn man nicht zum Juristen ausgebildet wurde. Doch von § 217 StGB hat kaum jemand je gehört, der nicht gerade vom Fach ist. Kein Wunder: Seit dem 1. April 1998 gibt es keinen § 217 StGB mehr. Von 1872 bis 1998 wurde in der gestrichenen Norm die Rechtsfolge der Tötung eines nichtehelichen Kindes festgestellt, immer wieder in leicht veränderten Formulierungen.>mehr. foto:(c)Ich-und-Du / pixelio.de Solidarität statt Selbsttötung weiterlesen

Kein Patent auf Menschen

Josef Bordat. Rückblick: Wie das Handelsblatt (sic!) meldet, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg ein Grundsatzurteil zur kommerziellen Verwertung von Menschen gefällt (AZ: C-34/10). Danach dürfen „menschliche embryonale Stammzellen“ nicht „für die wissenschaftliche Forschung patentiert und vermarktet“ werden; ob für andere Zwecke wohl, steht nicht im Urteil. Doch auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme! Der Gerichtshof sieht eine prinzipielle Patentierungsmöglichkeit gegeben, wenn „Stammzellen für eine Therapie oder Diagnose zum Nutzen des Embryos“ zum Einsatz kämen.>mehr. foto: (c) Sabine Ullmann  / pixelio.de Kein Patent auf Menschen weiterlesen

Debatte über Israel-Kritik: Überall Antisemiten ?

Via Spiegel.de. Von Jakob Augstein. Jeder Kritiker Israels muss damit rechnen, als Antisemit beschimpft zu werden. Das ist ein gefährlicher Missbrauch des Begriffs. Im Schatten solch falscher Debatten blüht der echte Antisemitismus. Augstein, du bist und bleibst eine antisemitische Dreckschleuder. PS: immer schön aufpassen, wenn du über die Straße gehst. Diese Nachricht erreichte den Autor vor kurzem über Facebook. Das Netz ist voller Wut und Wahnsinn. Aber dieser Angriff ist typisch für eine gefährliche Tendenz: Der Antisemitismus-Vorwurf wird inflationär gebraucht. Und er wird missbraucht. Immer häufiger wird Israels Besatzungspolitik mit dem Antisemitismus-Argument gegen jede Kritik in Schutz genommen. Dadurch verliert der Begriff … Debatte über Israel-Kritik: Überall Antisemiten ? weiterlesen

Chinas Christen: Gebete im Untergrund

Millionen Chinesen suchen im Christentum Antworten für ihr Leben, die ihnen die Regierung nicht geben kann. Die Geschichte eines Paares, das sich in geheimen Gottesdiensten verliebte – und den Glauben an die Partei verlor. Als Tianran zum ersten Mal Xiu traf, wusste er, dass etwas Besonderes passiert war, doch er wusste nicht was. Später wird er sagen, er habe in diesem Moment Gott gesehen. Xiu fiel als erstes die Narbe auf, die sich rechts von Tianrans Mund bis zum Kinn zieht.>mehr. foto: Dainis Matisons,Dainis Matisons,flickr.com Chinas Christen: Gebete im Untergrund weiterlesen

Ashura und Totensonntag

Meryem. Bismillahir rahmanir rahimin. Heute weckte mich ungewohnt früh der Adhan der evangelischen Kirche am Ort. Kleiner Scherz, denn natürlich war es das Läuten der Kirchenglocken, aber das ist ja schließlich auch ein Gebetsruf. Anscheinend – ich konnte das auf der Homepage der Gemeinde allerdings nicht feststellen – hat der Gottesdienst heute früher begonnen. Was wohl daran liegt, dass die Kirche heute den Totensonntag begeht. Der hat mich ehrlich gesagt bisher nicht wesentlich interessiert, weshalb ich unter dem obigen link erst einmal über die Bedeutung nachlesen musste. Bisher war das nur einer von den “stillen Tagen” im November für mich, über dessen Bedeutung ich mir … Ashura und Totensonntag weiterlesen

Christentums-Satire bei ZDFkultur: “Götter wie wir” – verpasste Chance?

Fabian Maysenhölder. Als Inge und Renate die ersten Menschen formten, schlich sich ein kleiner Fehler ein. Denn wie sollten sich Adam und Klaus vermehren? Nein, stellen Inge und Renate – alias Gott – fest: Grundsätzlich spreche nichts gegen Homosexualität. “Aber doch nicht die ersten zwei! Inge, wie sollen wir da jetzt eine Population hinbekommen?” Inge macht sich noch einmal ans Werk, klaut Adam eine Rippe (weil die Knete ausgegangen ist) und erschafft Eva. Klaus passt das natürlich gar nicht. Er kann mit Frauen nichts anfangen, wird tierisch eifersüchtig und verlässt schweren Herzens Adam, der sich nun mit Eva um die Vergrößerung der Population … Christentums-Satire bei ZDFkultur: “Götter wie wir” – verpasste Chance? weiterlesen

Autismus – … gefangen zwischen Raum und Zeit. Oder: Was macht mich so anders?

Schon als Kind war ich irgendwie .. anders. Ich sprach sehr früh und beschäftigte mich die meiste Zeit allein mit mir und den (für mich) faszinierenden Dingen dieser Welt. Unnahbar und verträumt nannte meine Familie das, was für mich ein Zustand aus Faszination und innerer Ruhe bedeutete. Ich war aktiv, wissbegierig und introvertiert. Ich war viel draußen, lag dort stundenlang unter einem Baum, um das Glitzern der Sonne durch die Blätter zu beobachten oder saß stundenlang an einem Bach, um dem Wasser zuzuschauen. Ich liebte es meine Knöpfe zu sortieren oder Seifenblasen zu beobachten. Ich interessierte mich für die Sterne … Autismus – … gefangen zwischen Raum und Zeit. Oder: Was macht mich so anders? weiterlesen

Anne Will und – Immanuel Kant

Gestern bei Anne Will versuchten zwei Atheisten mehr oder weniger gut, drei Gläubige (eine davon mit Nahtoderfahrung) davon zu überzeugen, dass es Gott nicht gebe. Langweilige, stereotype Scheinargumente. Aber auch die Gläubigen kamen irgendwo schlecht auf den Punkt. Deshalb sei hier etwas von Immanuel Kant zum Thema, ob man die Wirklichkeit überhaupt erkennen kann, angefügt. Denn der Mega-Atheist, der Sprecher der Atheistentrutzburg Giordano-Bruno-Stiftung, meinte gestern, der Monismus hätte sich als richtig erwiesen. Es gebe also keine geistige Welt, sondern nur die Materie, die er sehen könne. Welch flaches Niveau. Egal, hier zuerst der Text zu Kant, und dann weiter unten … Anne Will und – Immanuel Kant weiterlesen

Hölle, Hölle, Hölle!

Josef Bordat. Offenbar gab es gestern nicht nur Fußball im Fernsehen, sondern auch eine Fortsetzung der Themenreihe Leben mit dem Tod, diesmal in eschatologischer Perspektive, also: Leben nach dem Tod, eine durchaus sinnvolle Vertiefung des Topos Sterben und Tod. Anne Will stellte dabei in dieser Sendung, die ich nicht gesehen habe, u. a. offenbar folgende Frage: „Warum brauchen Katholiken die Konstruktion einer Hölle?“ Die KolleginBraut des Lammes hat schon völlig zurecht darauf hingewiesen, dass es bei der „Konstruktion einer Hölle“ keine Konfessionsunterschiede geben kann, da sie zum geteilten Glaubensgut des Christentums gehört. Die Frage müsste aber auch davon abgesehen ganz anders lauten:…>mehr. foto: Gráinne O’Reilly, bobbygreg,flickr.com   Hölle, Hölle, Hölle! weiterlesen

Cybermobbing geht auch Kirche an….

Chris Hübener. Das Web 2.0 mit seinen vielfältigen Social-Network-Komponenten gehört längst zur Lebenswelt unserer Kids, und sie benutzen es mit der gleichen Selbstverständlichkeit, wie wir das Telefon. Das ist gut und richtig. Doch es gibt Schattenseiten. Cybermobbing ist ein Vorgang, der bei Jugendlichen weit etablierter ist als gemeinhin bekannt – auch wenn das nicht immer gleich so apostrophiert wird. Und das ist auch nicht so einfach – wer den Kids zuhört, wird erfahren, dass der Begriff Mobbing geradezu inflationär benutzt wird. Dennoch:…>mehr. foto: John Thurm, johnthurm,flickr.com Cybermobbing geht auch Kirche an…. weiterlesen

Der unzeitgemäße Feiertag: Buß- und Bettag

Josef Bordat. Kurzfristig fiel er 1994 der Pflegeversicherung bzw. ihrer Finanzierung zum Opfer, langfristig wohl auch der verloren gegangenen kollektiven Praxis des Büßens und Betens: der Buß- und Bettag. Heute ist er nur noch in Sachsen arbeitsfrei, was bei über 80 Prozent Nichtchristen in der sächsischen Wohnbevölkerung etwas verwundert. Und gepflegt wird in Sachsen doch auch, oder?>mehr. > Info zum Buß-und Bettag. foto:  Melissa Bube, mlcbube,flickr.com Der unzeitgemäße Feiertag: Buß- und Bettag weiterlesen

Gaza-City: Eingesperrt

Derzeit eskaliert die Gewalt im Nahen Osten wieder. Wie schrecklich. Auf beiden Seiten, Israel und im Gazastreifen, leben die Menschen in Angst. Hier zwei Artikel, die folgender Frage nachgehen: – Wem schadet der Konflikt ? – Wem nutzt der Konflikt ? Die Bevölkerung auf beiden Seiten will wohl hauptsächlich nur eines: in Frieden leben. Warum ist es bloß so schwer, einen solchen zu erreichen…Man kann zumindest vermuten, dass mit jedem weiteren Todesopfer ein Frieden weiter in die Ferne rückt. Via freitag.de. Wie Ratten in einem Käfig. Gaza-City Es ist überall gleich unsicher. Für anderthalb Millionen Palästinenser gibt es so gut … Gaza-City: Eingesperrt weiterlesen

James Bond gegen den Antibond. Ein Held, der keiner ist

Uli Fries. Assoziationsspiel in der religiösen Bilderwelt. Beim „Sturz vom Himmel“ erscheint vor dem inneren Auge Samael, einst Fürst unter den Engeln. Er wollte sich partout nicht vor dem Menschen verneigen. Seither ist Luzifer der gefallene Engel, der aus dem Schatten heraus für Chaos in der Welt sorgt. Assoziationsspiel beim britischen Auslandsgeheimnis MI-6. Agent James Bond wird auf Tauglichkeit geprüft. Skyfall – „Sturz vom Himmel“? Die Antwort „Das Ende“ offenbart angeblich ein nicht überwundenes Kindheitstrauma. Und ist vielleicht ein Schlüssel, wie man den neuesten 007-Streifen interpretieren könnte. Wenn man es denn will. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte … James Bond gegen den Antibond. Ein Held, der keiner ist weiterlesen

„Wenn du wirklich an etwas glaubst, ist alles möglich“ – Red Bull versetzt Berge

Fabian Maysenhölder. Anlässlich des Red Bull-Stratos-Sprungs von Felix Baumgartner wurde an dieser Stelle bereits die Frage gestellt, inwieweit Extremsport eine “Sehnsucht nach mehr” ausdrückt. Sind Extremsportarten – und vor allem das Zuschauen dabei – vielleicht deshalb so attraktiv, weil sie ein Verlangen nach Entgrenzung befriedigen? Weil sie ein Überschreiten dessen zu sein scheinen, was nach menschlichem Ermessen möglich ist? Red Bull ist eine Firma, die eigentlich…>mehr. foto: blmiers2,flickr.com „Wenn du wirklich an etwas glaubst, ist alles möglich“ – Red Bull versetzt Berge weiterlesen

“mmh…” An´s Sterben denken. Leben.

Mechthild Werner. Der Kleine kam und sie ging. Mehr muss ich nicht sagen zu den Beiden. Es ist mein Foto für diese Tage. Um im zärtlichen Novembernebel zur Besinnung zu kommen. „Ach, hätte ich doch mehr Zeit mit Arbeit verbracht.“ Nein, das wird kaum jemand sagen auf dem Sterbebett. „Ach, hätte ich meiner Frau früher mehr Blumen gebracht und nicht erst an ihr Grab.“ Das sind eher die Gedanken zum “Leben mit dem Tod“. Und das sind meine…>mehr. foto: Joaquin Lopez Pereyra, Me-Joaquin,flickr.com “mmh…” An´s Sterben denken. Leben. weiterlesen

Ideengeschichte im New Bell Prison, Douala, Kamerun

Burkhard Conrad. Brother G. ist ein schmächtiger, junger Mann in weitem Gewand. Er fährt seinen Geländewagen forsch durch die überfüllte Innenstadt von Douala, vorbei an unzähligen Marktständen, umschwärmt von ebenso unzähligen Motorrädern. Brother G. ist ein Gefängnisseelsorger der katholischen Kirche. In seiner Arbeit wird er von einem deutschen Hilfswerk unterstützt. Heute besuchen wir mit ihm das New Bell Prison inmitten der kamerunischen Hafenstadt. Das Gefängnis wurde ursprünglich für ca 750 Personen gebaut. Heute hausen darin ca. 2500 Gefangene, zumeist junge Männer. Bevor Brother G. mit seiner Arbeit begann, waren über 4000 Menschen dort gefangen. Monatlich starben zwei bis drei Personen an Krankheit, Hunger und Gewalt. Es gab keine Registratur. Niemand wusste, wer in … Ideengeschichte im New Bell Prison, Douala, Kamerun weiterlesen

Brauchen wir einen Volkstrauertag?

Uwe Seibert. Am Sonntag ist Volkstrauertag. Wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt. Es ist ein Gedenktag, der gut in den trüben November passt. Ins Leben gerufen wurde der Volkstrauertag 1919 vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge zum Gedenken an die Toten des 1. Weltkriegs. Das ist lange her. In unserem Land ruhen seit Jahrzehnten die Waffen und die Mauer, die einst Deutschland teilte, ist friedlich gefallen. Brauchen wir daher heute überhaupt noch einen Volkstrauertag?…>mehr. foto: Daniel Foster, danielfoster437,flickr.com Brauchen wir einen Volkstrauertag? weiterlesen

Pastorale Notstandsgebiete – und was aus ihnen werden kann.

Ismael Kluever.In der katholischen Kirche Deutschlands geht ein Gespenst um: der Priestermangel. Kein fiktives Gespenst, sondern ein reales. Immer weniger Männer fühlen sich berufen, ein eheloses Leben zu führen und dieses ganz in den Dienst einer Gemeinde zu stellen. Darum selbst soll es hier nicht gehen, sondern um die Folgen für die Kirche am Ort, die mit immer weniger Pfarrern auskommen muss. Zudem ist das Geld knapp. Kirchenaustritte, Wirtschaftsprobleme und eine alternde, immer mehr ins Rentenalter vorrückende Gesellschaft führen zu geringeren Kirchensteuereinnahmen.  Auch die evangelischen Landeskirchen stehen vor ähnlichen Herausforderungen, wenn auch unter etwas anderen Voraussetzungen. Aber hier möchte ich … Pastorale Notstandsgebiete – und was aus ihnen werden kann. weiterlesen

Die abhanden gekommene Kon-sequenz

Ich liebe Fortschritt. Wann immer mir etwas Neues auffällt, weckt es meine Neugier, meistens auch meine Begeisterung. Ich finde auch nicht, dass früher alles besser war – man starb an Grippe, verdingte sich in Leibeigenschaft, und Post war wochenlang unterwegs, um den Atlantik zu überqueren. Seit Kurzem aber beobachte ich Neuigkeiten, die mich irritieren: Erst mal fiel mir auf, dass in meiner Nachbarschaft ein Frozen-Yoghurt-Laden nach dem anderen aufmachte. Frozen Yoghurt ist wie Eis, nur mit weniger Fett und Zucker drin. Kurz darauf beobachtete ich Menschen, die an einer E-Zigarette saugten, statt sich das Rauchen abzugewöhnen. Schließlich erzählte mir der … Die abhanden gekommene Kon-sequenz weiterlesen

Auch bei Facebook gilt: Erst denken – dann klicken!

Frau Punk. In den letzten Tagen konnte man auf vielen Timelines von Facebookprofilen folgendes lesen: “Aufgrund der neuen AGB’s in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten (Texte, Fotos, persönliche Bilder, persönliche Daten) gemäß BDSG. Das Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei mir. Die kommerzielle Nutzung bedarf meiner schriftlichen Zustimmung.“ Hä? Was ist los? Mir kam das von Anfang an komisch vor, seit wann kann man in einer einfachen Statusmeldung den vertraglichen Bedingungen von Facebook widersprechen? Zumal ich in den letzten Wochen nirgends von einer Neuerung der Facebook AGBs lesen konnte? Und die werden ja nun bekanntlich durch so ziemlich … Auch bei Facebook gilt: Erst denken – dann klicken! weiterlesen

Der katholische Kandidat

Josef Bordat. Ein Lehrstück in Sachen Toleranz, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie kommt derzeit auf der Seite European Dignity Watch zur Aufführung. European Dignity Watch ist eine „non-governmental and non-profit organization based in Europe’s capital Brussels“, die sich zum Ziel gesetzt hat, die „three most vital pillars of a free society“ zu verteidigen, nämlich „personal freedom and responsibility, fundamental rights and the family“. Und in Verrichtung dieser Aufgabe verteidigt sie nun das „fundamental right“, einen religiösen Glauben zu haben und dennoch als Mandatsträger politisch tätig zu sein. Auch in Europa. Doch der Reihe nach.>mehr. foto: Lola Audu, laudu,flickr.com Der katholische Kandidat weiterlesen

Integration: „Ausgrenzung ist ein unglaublicher Stress-faktor“

Psychologen stellen sich bisher kaum auf die Belastungen von Migranten ein. Der Psychiater Andreas Heinz fordert im Interview mehr Neugier auf die Klienten. ZEIT ONLINE: Herr Heinz, ist die psychosoziale Versorgung in Deutschland eine fast türkenfreie Zone, wie es die Psychologin Elif Cindik einmal ausgedrückt hat? >mehr. foto: Mark S Mark Soon,flickr.com Integration: „Ausgrenzung ist ein unglaublicher Stress-faktor“ weiterlesen

Deine Augen machen bling bling und alles ist vergessen

Deine Augen machen blingbling  und alles ist vergessen  Deine Augen machen blingbling und alles ist vergessen. … Ich lieg im Dreck, sink ins Meer, wieg 10 Tonnen, bin innen leer, dreh mich im Kreis, seh nichts mehr – jeder Weg führt wieder hierher.  … Deine Augen geben meiner Welt wieder Glanz, (ahaa) du machst mich wieder ganz, (ahaa)… Baby, geh mit mir raus ans Licht, ich glaube an Gott, denn er baute dich,  ausgerechnet ich bin im Garten Eden,  diese Braut, dieser Arsch, dieser Tag, dieses Leben… In dem neuen Song von Peter Fox (Seeed) geht es im Grunde um … Deine Augen machen bling bling und alles ist vergessen weiterlesen

Was wir von Sankt Martin lernen können

Josef Bordat. Wir leben nicht in der Spätantike. Wir sind keine römischen Soldaten. Wir haben kein Pferd. Was können wir vom Heiligen Martin lernen? Als Martin den Bettler trifft und dessen Not sieht, sagt er nicht: „Wenn doch nur die Mäntel gerechter verteilt wären! Dann gäbe es auch keine frierenden Bettler!“ „Die gesellschaftlichen Verhältnisse, die Dich, armer Bettler, frieren lassen, müssen geändert werden, notfalls auch mit Gewalt!“ „Was soll ich Dir helfen, Bettler? Ich habe doch …>mehr. foto:pauls95blazer,flickr.com Was wir von Sankt Martin lernen können weiterlesen

Gutachten über die weltanschauliche Neutralität eines so genannten „Sankt-martinsliedes“

Josef Bordat. Über die weltanschauliche Neutralität eines so genannten „Sanktmartinsliedes“ mit dem TitelIch gehe mit meiner Laterne (Verfasser unbekannt, vermutlich katholisch). Gegenstand des Gutachtens Gegenstand des Gutachtens ist ein so genanntes „Sanktmartinslied“ mit dem Titel Ich gehe mit meiner Laterne (Verfasser unbekannt, vermutlich katholisch). Der Text ist nachfolgend dokumentiert: Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Dort oben leuchten die Sterne und unten da leuchten wir. Mein Licht ist aus, ich geh’ nach Haus’, rabimmel rabammel rabumm. Ergebnis der Beurteilung Die weltanschauliche Neutralität des so genannten „Sanktmartinsliedes“ mit dem Titel Ich gehe mit meiner Laterne ist…>mehr. Lesen Sie auch: Was wir von Sankt … Gutachten über die weltanschauliche Neutralität eines so genannten „Sankt-martinsliedes“ weiterlesen

“mmh…” Das bisschen Frieden. Selig die Unzufriedenen.

Mechthild Werner. Blaue Friedenstaube an lila Latzhose, drüber der grüne Parka mit Peacezeichen. Tja, ich bekenne mich. Das waren Zeiten, oh Kumbaya my Lord. Und heute? Stell Dir vor, es istFriedensdekade und keiner geht hin. Nein, nein, zehn Tage lang gibt´s volles Programm, auch in der Pfalz. Und einige werden dabei sein. Gut, nicht so viele Friedensbewegte wie damals. Bonn 81. Dreihunderttausend Menschen gegen Cruise-Missiles und Co. Ich war dabei, die ganze Familie, Friedenserregte. Pfarrhaus der 80er eben. „Frieden schaffen ohne Waffen“, skandierten wir fünfstimmig im Schlaf. Das Doppelgebot der Liebe sprach scheinbar eindeutig gegen den Nato-Doppelbeschluss. „Schwerter zu Pflugscharen.“ Das war die…>mehr. foto: sporkist,flickr.com “mmh…” Das bisschen Frieden. Selig die Unzufriedenen. weiterlesen

Am neunten November Zweitausendundzwölf.

Chris Hübener. Ich bekomme meine ersten zehn Manuskripte für mein Buch vom Lektor zurück. Aufgeregt. Sehr viele handschriftliche Notizen, Fragezeichen, Anmerkungen, liebevolle Korrekturen, die um die Texte wissen. Ein seltsames Gefühl: Ich weiß meine Worte in sehr guten Händen. Mir wird ganz warm ums Herz. ※ Als ich vierzehn Jahre alt war, ging ich bei einem älteren und…>mehr. foto: lowjumpingfrog,flickr.com Am neunten November Zweitausendundzwölf. weiterlesen

Alle Märtyrer des Erzbistums Berlin

Josef Bordat. 8. November 2012. Der Termin ist gut gewählt: Drei Tage nachdem die Berliner Katholiken des Seligen Bernhard Lichtenberg gedachten, gedenken sie heute aller Märtyrer ihres Erzbistums. Am Vorabend des 9. November denkt die Kirche Berlins dabei insbesondere an die Christen, die in den beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts, vor allem unter den Nazis, zu leiden hatten, weil sie sich nicht mit dem herrschenden Regime arrangierten, sondern – mal offen, mal verborgen – Widerstand leisteten.>mehr. foto: guy_on_the_streets,flickr.com   Alle Märtyrer des Erzbistums Berlin weiterlesen

Religion bei den Simpsons – Klappe, die zweite! Der Gott mit fünf Fingern

Fabian Maysenhölder. Es wird Zeit, die angekündigte Artikelserie über Religion bei den Simpsons auch wirklich zu einer Serie zu machen: Voilà! Dieses Mal soll es um die Folge “Ein gotteslästerliches Leben” (Staffel 4, Folge 3 – im Original: “Homer the Heretic“) gehen. Eigentlich sind die Simpsons eine amerikanische Durchschnittsfamilie. Dazu gehört auch, dass man jeden Sonntag brav in die Kirche geht – und in der Tat: Marge, Homer, Lisa, Bart und Maggie sind treue Kirchgänger. Sonntag für Sonntag sitzen sie auf den Kirchenbänken und lauschen den Predigten von Reverend Lovejoy. Doch eines kalten Tages, draußen tobt ein Schneesturm, beschließt Homer: Ich komme … Religion bei den Simpsons – Klappe, die zweite! Der Gott mit fünf Fingern weiterlesen

Obamas „Change“ wird sichtbar werden

Noch einmal vier Jahre für Obama – wie werden sie aussehen? Was wird er innenpolitisch tun, wie mit dem Iran oder Europa umgehen? Carsten Luther wagt einen Ausblick. In der Innenpolitik der USA bleibt jedenfalls eines beim Alten: dieMehrheiten im Kongress. Wenn es die Republikaner darauf anlegen, können sie weiterhin vieles blockieren, was der wiedergewählte Präsident Barack Obama sich vornimmt.>mehr. foto: rob.rudloff,flickr.com Obamas „Change“ wird sichtbar werden weiterlesen

Altes zum Fall Galilei

Josef Bordat. Paul Badde fasst in der Welt die Erkenntnisse rund um den Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei zusammen. Anlass ist der zwanzigste Jahrestag seiner (also: Galileis) Rehabilitierung durch den Vatikan. Der Text bringt kaum Neues, ist aber trotzdem lesenswert, macht er doch einmal mehr deutlich, dass der Galilei-Prozess nicht die vermeintliche Bruchstelle zwischen Kirche und Wissenschaft (oder gar Religion und Vernunft!) ist, als die er so oft und gern herbeizitiert wird, sondern vor allem die Differenz von Theorie und Tatsache verdeutlicht, einen Unterschied, auf den die Kirche (insbesondere deren Verfahrensbevollmächtigter Robert Kardinal Bellarmin) im Gegensatz zum Angeklagten größten Wert legte, eine Haltung, die … Altes zum Fall Galilei weiterlesen

US-Wahl: Gott spaltet die Nation

Amerika wählt immer noch nach dem alten Wahlspruch »In God we trust – Auf Gott vertrauen wir«. Die Netzwerke der Frommen funktionieren auch im Politischen. In den Vereinigten Staaten treten in diesem Herbst nicht bloß zwei Männer gegeneinander an, die Präsident werden wollen. Nicht bloß zwei Parteien. Mehr denn je sind es zwei Weltanschauungen. Selten war Amerika so unversöhnlich gespalten, 50:50, Konservative gegen Liberale, Republikaner gegen Demokraten. Warum?…>mehr. foto: Rupert Ganzer, loop_oh,flickr.com US-Wahl: Gott spaltet die Nation weiterlesen

Geistliche Reife – wenn Gott Dich restauriert

Frau Punk. Ich war am Wochenende auf einem Seminar, wo es um„geistliche Reife“ ging – heute habe ich mir, mit etwas Abstand, nochmal Gedanken darüber gemacht was das genau bedeutet. Vielleichst kannst Du Dir das ganz gut vorstellen, wenn Du an kleine, grüne Tomaten denkt – die irgendwann schön groß, rot und saftig werden sollen. Es muss also etwas passieren, sie müssen gedeihen und sich weiterentwickeln. Ich denke Gott wünscht sich das auch von uns Menschen, dass wir gedeihen und uns weiterentwickeln. Ich vermute eines der wichtigsten Ziele ist dabei Segen hervorzubringen, der…>mehr. foto: Jyothiprasad Buddha, Buddha with a Camera,flickr.com Geistliche Reife – wenn Gott Dich restauriert weiterlesen

Erklärt die Evolution unser Leben?

Josef Bordat. Auch ein Beitrag zum Jahr des Glaubens. 1. Religion, Glaube und Gott im Evolutionismus Kurz gesagt gilt für den Evolutionismus: Außerhalb dessen, was mit Darwins Evolutionstheorie beschreibbar ist, gibt es nichts mehr, das für den Menschen von Bedeutung sein sollte. Umgekehrt muss alles, das Bedeutung hat, evolutionär entstanden und damit evolutionistisch erklärbar sein. Auch die Religion. Das ist praktisch, liegen doch viele Religionen mit ihren tradierten Vorstellungen zur Schöpfung einer Deutung der Evolutionstheorie quer, die die Ursprungsfrage nicht offen lässt, sondern als Teil der naturwissenschaftlichen Erklärung einklammert. Die Auseinandersetzung mit der Religion findet also auf zwei Ebenen statt: einerseits … Erklärt die Evolution unser Leben? weiterlesen

Warum Menschen nicht in die Kirche gehen… sehenswert!

Stefan Ehrhardt. Evangelisierung geschieht überall und jetzt – oft mit Kreativität und Überzeugung. Müsste so ein Video –  abgestimmt auf unseren Sprach- und Kulturraum –  nicht auf öffentlichen Plätzen und vor Kirchen abgespielt werden? […] „Hier sind ein paar Gründe, warum Menschen nicht in die Kirche gehen: „Ich kann erst dann in die Kirche gehen, wenn ich mein Leben wieder geordnet habe.“ >Antwort:…>mehr. foto:  Bestimmte Rechte vorbehalten von adamfg,flickr.com Warum Menschen nicht in die Kirche gehen… sehenswert! weiterlesen

Kopten haben neuen Papst

Josef Bordat. 4. November 2012. Die koptischen Christen haben einen neuen Papst. Nachfolger des im März verstorbenen Patriarchen von Alexandria und ganz Ägypten, Schenuda III., wird der bisherige Weihbischof von Beheira, Tawadros II., der heute vor 60 Jahren im oberägyptischen Mansoura als Wajih Sobhi Baki Solayman geboren wurde. Wie das Domradio berichtet, werden die Aufgaben, die auf den 118. Nachfolger des Evangelisten Markus warten, keine geringen sein, denn die Lage vieler Kopten in ihrer Heimat wird zunehmend bedrohlich. Wie das Domradio weiter berichtet, haben „Übergriffe auf Christen stark zugenommen“. Es herrsche „ein Klima der Einschüchterung und Angst, das noch mehr Kopten als früher über … Kopten haben neuen Papst weiterlesen

Und immer wieder sind es dieselben Lieder…

Wo sind diese Tage An denen wir glaubten Wir hätten nichts zu verlieren Wir machen alte Kisten auf Holen unsere Geschichten raus Ein großer, staubiger Haufen Altpapier Wir hören Musik von früher Schauen uns verblasste Fotos an Erinnern uns, was mal gewesen war Und immer wieder Sind es dieselben Lieder Die sich anfühlen Als würde die Zeit stillstehen >ganzer Text. foto: Markus Spiering spieri_sf,  Bestimmte Rechte vorbehalten von spieri_sf, flickr.com   Und immer wieder sind es dieselben Lieder… weiterlesen

Unternehmenskritik wird zur Blasphemie. Wenn Apple eine Sekte wäre …

Fabian Maysenhölder. (Die Erstveröffentlichung dieses Artikels erfolgte bei n-tv.de.) Der angekaute Apfel ist derzeit eines der bekanntesten Firmenlogos der Welt. In leuchtendem Weiß erstrahlt er auf der Oberfläche eines jeden iMacs, iPods, iPads und iPhones. Doch der Apple-Apfel ist mehr als ein Firmenlogo. Er symbolisiert, ähnlich dem angeklebten Fisch auf der Heckklappe eines Familienvans, die Zugehörigkeit zu einer Religion. Der Apple-Religion. Im vergangenen Jahr fanden Hirnforscher heraus, dass Apple-Produkte die gleichen Hirnregionen anregen wie religiöse Symbole. Und in der letzten Woche behauptete Kirsten Bell, Anthropologin an der University of British Columbia, dass Apple die „Definition einer Religion“ erfülle. Vielleicht sollte man dabei erwähnen, dass es nicht … Unternehmenskritik wird zur Blasphemie. Wenn Apple eine Sekte wäre … weiterlesen

“mmh…” Tolle Toleranz. Lutherpreis für Pussy Riot?

Mechthild Werner. Na, heute schon tolerant gewesen? Zur Halbzeit der Dekade heißt es nämlich ab vorgestern „Reformation und Toleranz“. Botschafterin Käßmann predigte zur Eröffnung in Worms, Toleranz sei nicht Gleichgültigkeit sondern “Interesse am anderen, am Gegenüber, an der anderen Religion oder auch am Nicht-Glauben”. Ui. Nicht leicht. Auch das Themenheft spiegelt die Bandbreite des Begriffs. Samt der Einsicht: Toleranz ist keine kirchliche Erfindung und nicht gerade eine lutherische Tugend. Es galt und gilt also, weiter zu üben. Doch wie tolerant darf´s denn sein in Luthers Namen?…>mehr. foto: amnestyinternational_usa, amnestyinternational usa,flickr.com “mmh…” Tolle Toleranz. Lutherpreis für Pussy Riot? weiterlesen

Nachdenken über den Glauben zum Fest von Ghadir Chum

Meryem. Ein weiterer wichtiger Tag im Jahreslauf der Muslime nähert sich: Id-ul-Ghadir. Viele Muslime wissen nichts über diesen wichtigen Tag, oder denken, dass er nur für Shiiten von Bedeutung wäre. Dabei wird doch an diesem Tag an die letzte Rede unseres Propheten Muhammed,s.a.s., vor einer großen Zuhörermenge von ca. 100 000 Muslimen erinnert – auf der Rückreise von seiner letzten Pilgerfahrt und nur drei Monate vor seinem, s.a.s., Tod. Ganz kurz zusammengefasst: Der Prophet, s.a.s. erhielt beim Brunnen von Ghadir Chum – der Stelle an der sich die Pilger zu zerstreuen begannen, zunächst die Offenbarung des folgenden Verses, der auch … Nachdenken über den Glauben zum Fest von Ghadir Chum weiterlesen

Vollmacht für alle? Segen zum Abholen?

Günter J. Mattia. In manchen frommen Kreisen wird verkündet, dass alle Gläubigen alle Vollmacht für alle Gegebenheiten des Lebens und Anspruch auf allen erdenklichen Segen haben. Diese Lehre wird mit zum Teil sehr konstruierten »biblischen« Belegen untermauert, aber dieses Fundament hat, wenn man einen Blick in die Geschichte der ersten Gemeinde, wie sie Lukas aufgeschrieben hat, wirft, keinen Bestand. Das oft gehörte »Du musst die Vollmacht nur ergreifen (wie immer das auch aussehen soll), den Segen nur abholen, weil alle Verheißungen für dich persönlich gelten« hat überhaupt nichts mit den Realitäten der ersten Gemeinde zu tun.>mehr. foto:  marco magrini,  marcomagrini,flickr.com Vollmacht für alle? Segen zum Abholen? weiterlesen

Vita contemplativa und Vita activa: Arendt vs. Williams

Burkhard Conrad. Hannah Arendt ist dafür bekannt, daß sie der ideengeschichtlichen Hochschätzung der Vita contemplativa, also dem beschaulichen Leben, eine Hochschätzung auch der Vita activa, des tätigen bzw. politischen Lebens, entgegensetzte. Dies tut sie in der gleichnamigen Schrift “Vita activa oder vom tätigen Leben” aus dem Jahre 1958 (engl. Orginaltitel: The Human Condition). Vom Beginn der Ideengeschichte an sieht Arendt eine Bevorzugung des kontemplativen, beschaulichen Lebens gegenüber dem tätigen, politischen Leben. Bei Aristoteles sei dies der Fall gewesen, aber auch im monastisch geprägten Mittelalter, so z.B. beim Dominikaner Thomas v. Aquin. Sie gibt Thomas in ihren eigenen Worten wieder:…>mehr. foto: Timothy … Vita contemplativa und Vita activa: Arendt vs. Williams weiterlesen

Gilt für alle Heiligen

Josef Bordat. Das Verständnis der Katholischen Kirche von Seligkeit und Heiligkeit und das Verfahren zur Selig- und Heiligsprechung Heute feiert die Kirche das Fest Allerheiligen. Sie gedenkt dabei der Seligkeit und Heiligkeit von Menschen, deren Leben in besonderer Weise auf Gott ausgerichtet war, so dass es als in Ewigkeit geglückt angesehen werden kann. Zugleich sind diese Menschen für uns Vorbilder im Glauben. Ich möchte im folgenden Beitrag zu klären versuchen, wie…>mehr. foto: cobalt123,flickr.com Gilt für alle Heiligen weiterlesen

“Ökumene jetzt” – gut gemeint, aber nicht gut gemacht.

Ismael Kluever. Am 29. August 2012 erschien ein Aufruf unter dem Titel “Ökumene jetzt: ein Gott, ein Glaube, eine Kirche”. Aus Anlass des 50. Jahrestages der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils und der bevorstehenden 5oo-Jahrfeier der Reformation rufen die Initiatoren zu weiterem Voranschreiten im Miteinander zwischen evangelischer und katholischer Kirche auf. Als evangelischer Christ, der in den Lebensvollzügen der katholischen Diaspora zu Hause ist und fließend Katholisch spricht,  sollte ich mich schnurstracks in die illustre Liste der Unterzeichner einreihen, so könnte man meinen. Doch gerade als leidenschaftlicher Ökumeniker habe ich Vorbehalte, und zwar erhebliche. Die Intergität und den guten Willen der Prominenz, … “Ökumene jetzt” – gut gemeint, aber nicht gut gemacht. weiterlesen

Rechtsextremismus: „Deutschland hat ein riesiges Rassismusproblem“

Via Zeit.de. Mitarbeiter mit Vorurteilen, Strukturen, die den Rechtsstaat gefährden: Ein Jahr nach Aufdeckung des NSU kritisieren Politik und Opferangehörige die Sicherheitsbehörden. Ein Jahr nach Aufdeckung der rechtsextremen Terrorzelle NSU haben Politiker und Migrantenvertreter tiefsitzende Ressentiments gegen Zuwanderer in den deutschen Sicherheitsbehörden beklagt. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sagte, Deutschland habe ein „riesiges Rassismusproblem“. Sebastian Edathy, der Vorsitzende des Bundestags-Untersuchungsausschusses zu den NSU-Morden, drückte es etwas vorsichtiger aus: Es gebe ein Struktur- und Mentalitätsproblem.>mehr. foto: Machine Made,flickr.com   Rechtsextremismus: „Deutschland hat ein riesiges Rassismusproblem“ weiterlesen

Reform der deutschen Sprache

Josef Bordat. Martin Luthers Bibelübersetzung Am 2. September 2004 brennt die Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar lichterloh. Ein Mann rennt in die Flammen, um die bedeutendsten Bücher zu retten – Direktor Michael Knoche. Auf die Frage, welche Sammlungsstücke denn so wertvoll seien, dass er dafür sein Leben aufs Spiel gesetzt habe, antwortet Knoche: „Eine Lutherbibel von 1534. Dazu habe ich noch zwei Ausgaben des Neuen Testaments von 1522 draufgepackt.“ Der couragierte Akt des bibliophilen Mannes macht deutlich, welchen Stellenwert Luthers Übersetzungsarbeiten haben. Luther ist zunächst bekannt als Reformator.>mehr. foto:  Savio Sebastian,flickr.com Reform der deutschen Sprache weiterlesen