Erklärt die Evolution unser Leben?

Josef BordatAuch ein Beitrag zum Jahr des Glaubens.

1. Religion, Glaube und Gott im Evolutionismus

Kurz gesagt gilt für den Evolutionismus: Außerhalb dessen, was mit Darwins Evolutionstheorie beschreibbar ist, gibt es nichts mehr, das für den Menschen von Bedeutung sein sollte. Umgekehrt muss alles, das Bedeutung hat, evolutionär entstanden und damit evolutionistisch erklärbar sein.

Auch die Religion. Das ist praktisch, liegen doch viele Religionen mit ihren tradierten Vorstellungen zur Schöpfung einer Deutung der Evolutionstheorie quer, die die Ursprungsfrage nicht offen lässt, sondern als Teil der naturwissenschaftlichen Erklärung einklammert. Die Auseinandersetzung mit der Religion findet also auf zwei Ebenen statt:…>mehr.

foto: Jasper Nance, nebarnix,flickr.com

3 Comments

  1. Kurz gesagt gilt für den Evolutionismus: Außerhalb dessen, was mit Darwins Evolutionstheorie beschreibbar ist, gibt es nichts mehr, das für den Menschen von Bedeutung sein sollte.

    Eindreschen auf Strohmänner. Auch Dawkins weiss, dass der quanisierte Hall-Effekt nicht durch Evolution entstanden ist und dass dieser für den Menschen sehr wohl von Bedeutung ist. Genau wie die Avogadro-Konstante oder die Loschmidtsche Zahl. ABER: Nichts in der BIOLOGIE macht Sinn, ausser im Licht der Evolution, wie der tief gläubige Theodosius Dobzhansky festgestellt hat. Das war der Wissenschaftler, der die von Charles Darwin begründete Evolutionstheorie mit der von Gregor Mendel, Carl Correns, Erich Tschermak-Seysenegg und Hugo de Vries begründete und von der modernen Molekularbiologie weiter entwickelte Genetik zur Synthese geführt hat.
    Fazit: Es gibt sehr viel, was ausserhalb der von Charles Darwin eingeführten Evolutionstheorie in den Wissenschaften für den Menschen von Bedeutung ist und nicht alles in der Wissenschaft allgemein hängt mit der Evolution des Lebens zusammen.
    Warum tun sich Gläubige mit dem Gottesgeschenk Lernfähigkeit (oder sollte ich lieber Ratio schreiben?) nur so schwer?

  2. Vielen Dank für den interessanten Kommentar!

    „Nichts in der BIOLOGIE macht Sinn, ausser im Licht der Evolution.“

    Genau. Problematisch ist allerdings ein Biologismus, der das Paradigma „Evolution“ auf Kulturphänomene ausweitet und meint, aus der evolutionären Perspektive heraus alles in den Blick nehmen zu können, was für Menschen bedeutungsvoll ist, etwa Kunst oder Religion. Das ist das, was ich „Evolutionismus“ nenne. Darum und um eine Kritik dieses Ansatzes geht es in dem Text.

    Ich weiß nicht, was Dawkins weiß, aber ich könnte mir vorstellen, dass er auch die von Ihnen genannten Phänomene letztlich als Produkte der Evolution auffasst, in dem Sinne, dass die Entwicklung des Gehirns letztlich dazu hat führen müssen, dass irgendwann ein Mensch (hier eben: Herr Lohschmidt) seine Konstante hat finden können.

    Ich glaube nicht, dass der „echte“ Evolutionist so schnell die Segel streicht. Denn woher sollte die Erkenntnis dieser Zahl und damit die Zahl selbst sonst kommen, die ja nur „in der Welt“ ist, weil sie erkannt (oder platonisch gesagt: gefunden) wurde? Aus dem Geist? Den Geist an sich kann es ja für den Evolutionisten nicht geben, höchstens als emergentes Phänomen, hinter dem wiederum „Biologie“ steht Also, letztlich ist für den Evolutionisten auch der Gedanke, dass es sich bei dieser Zahl um eine in bestimmten Zusammenhängen bedeutungsvolle handelt, Teil der Biologie und damit evolutionär beschreibbar.

    Da Sie sich auszukennen scheinen (besser jedenfalls als ich): Was würde Dawkins sagen, wie die Lohschmidtsche Konstante in die Welt gekommen ist, wenn er zugleich weiß, dass dies nicht im Zuge der Evolution geschehen ist?

    Herzliche Grüße,
    JoBo

  3. Genau. Problematisch ist allerdings ein Biologismus, der das Paradigma „Evolution“ auf Kulturphänomene ausweitet und meint, aus der evolutionären Perspektive heraus alles in den Blick nehmen zu können, was für Menschen bedeutungsvoll ist, etwa Kunst oder Religion. Das ist das, was ich „Evolutionismus“ nenne.

    Völlig d’accord! Schuster bleib bei deinem Leisten. Gilt für beide Seiten, also auch das, was man nach Ihrer Logik Religionismus nennen müsste. Wenn es so was gäbe.

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