Eine katholische Synode twittert

Walter Jungbauer. Die Diskussionen und Debatten der in dieser Woche von Donnerstag bis Sonntag stattfindende Synode des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland werden diesmal auch via Twitter zu verfolgen sein. Über eine privat initiierte Twitterwall, welche über die Domain www.katholische-synode.de zu erreichen ist, werden einige Synodale direkt vom Geschehen auf der Synoden berichten.

Bei der diesjährigen Synode geht es dabei um einige wichtige Themen: So wird – wie schon häufig – darüber diskutiert werden, ob sich die Alt-Katholische Kirche nicht einen anderen Namen geben müsste, da das „Alt“ unter heutigem Verständnis in eine missverständliche Richtung führt. Während die Alt-Katholische Kirche sich mit diesem Begriff auf die ‚alte’ Kirche berufen möchte, weckt der Begriff heutzutage eher die Assoziation ‚verstaubt’, ‚altmodisch’ oder ‚von gestern’. Die alt-katholische Kirche ist mit synodaler Kirchenstruktur, der intensiven Pflege enger ökumenischer Beziehungen zu anderen Kirchen, Frauenordination u.v.m. aber eher eine reformorientierte katholische Kirche.

Insgesamt stehen 57 Anträge auf der Tagesordnung. Darunter auch der Entwurf eines Ordensrechts sowie Anträge zu ökumenischen Fragen, wie zum Beispiel zum Dialogpapier zwischen der Alt-Katholischen und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD).

Interessierte können die Anträge auf der Internet-Seite des Bistums als pdf abrufen.

Für alle, die sich mit Twitter nicht so gut auskennen, hier noch ein kleines Glossar zum Thema Twitter:

Twitter und Twitterati

Twitter ist der Kurznachrichtendienst, in dem diejenigen, welche Twitter nutzen (die sogenannten Twitterati) – also diejenigen, welche sich bei Twitter angemeldet und registriert haben (also einen Account für Twitter haben) – mit maximal 140 Zeichen eine Kurznachricht (einen so genannten Tweet) verschicken können. In diese Kurznachrichten können dann auch beispielsweise Links zu Webseiten eingebaut werden, so dass man mit den 140 Zeichen einen kurzen Hinweis auf ausführlichere Informationen rundschicken kann. Damit die Links nicht zu viel Kapazität von den 140 Zeichen wegnehmen, kann man diese mit entsprechenden Programmen verkürzen lassen.

Ein Twitterati muss dabei nicht unbedingt eine einzelne Person sein. Hinter ein und dem selben Account können auch mehrere Personen stehen. Dies ist beispielsweise bei dem Account @altkatholisch der Fall.

Tweet und Follower

Die Kurznachricht / den Tweet erhalten zunächst mal ausschließlich die ‚Follower’ eines Twitterati, also diejenigen, welche die Kurznachrichten des entsprechenden Twitterati abonniert haben. Abonnieren kann man die entsprechenden Kurznachrichten aber nur, wenn man selbst einen Account bei Twitter besitzt, egal, ob man diesen auch aktiv nutzt oder nicht.

Allerdings gibt es auch noch zwei weitere Möglichkeiten, einen Tweet zu erhalten:

Retweet

Zum einen, wenn ein Twitterati, dessen Follower ich bin, einen Tweet eines anderen Twitterati an seine eigenen Follower, also auch an mich, verschickt (also einen Retweet durchführt). Dann erhalte ich also indirekt Informationen von einem Twitterati, dessen Tweets ich gar nicht abonniert habe.

Twitterwall und Hashtag

Bezüglich der zweiten Möglichkeit kommen wir zu der Twitterwall und zu den Hashtags. Ein Hashtag ist die Kennzeichnung eines Begriffs mit einem #. Wenn dieses # vor dem Begriff steht, ist es einem Twitterati möglich, Kurznachrichten mit dem entsprechenden Begriff auf Twitter zu suchen und sich zusammengestellt auflisten zu lassen. Der Begriff kann dabei auch ein selbst entworfenes Schlagwort sein. Für die Synode jetzt eben beispielsweise #aksynode2012 .

Um auch nicht-Twitterati die Möglichkeit zu geben, die entsprechenden Tweets zu verfolgen, gibt es die Möglichkeit, eine so genannte Twitterwall aufzubauen, die von allen besucht werden kann, die einen Internet-Zugang haben. Für die Synode jetzt ist diese Twitterwall unter www.katholische-synode.de zu erreichen. Diese Twitterwall könnte auch mit einem Beamer an eine große Leinwand projeziert werden, so dass man die Tweets dort gemeinsam verfolgen kann.

Barcamp und Web 2.0

Die Möglichkeit der Twitterwall wird bei so genannten Barcamps genutzt, einem speziellen, offenen Veranstaltungs- bzw. Tagungsformat, zu dem Teilnehmende zusammenkommen, um sich beispielsweise über Neuigkeiten oder Möglichkeiten im interaktiven Web 2.0 auszutauschen und zu informieren.

Als Web 2.0 wird die interaktive Form des Internet bezeichnet, bei der sich die Einweg-Kommunikation der klassischen Informations-Internet-Seite in eine dialogische Form der Kommunikation und der Netzwerkbildung weiterentwickelt hat; Beispiele sind die sozialen Netzwerke, Weblogs oder eben auch Twitter selbst.

foto: Tony Hall, tonyhall,flickr.com

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