Das Echo auf den Kirchentag

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Rückschau – Die einen loben die Diskussionskultur, die anderen vermissen die Lehre von Gott: das analytisch-kritische Medienecho zum 33. Evangelischen Kirchentag in Dresden und dem Heimspiel für die Bundeskanzlerin.

„Willkommen in Käßmanns Kinder-Kirche“
Kölner Stadt-Anzeiger: Beim Kirchentag in Dresden offenbart sich der Trend zu Theologie ohne wirkliche Substanz. Denn die „Lehre von Gott“ spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wird ein moralisches Allerlei mit christlicher Tünche angerührt.>mehr.
foto: kirchentag.de


6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hallo,

    ich bin Protestant und mir liegt das Wohl der Christlichen Kirche am Herzen, deswegen schreibe ich diesen Kommentar:

    Nur solange eine Kirche keine antichristlichen Lehren hat, gehört sie zur Christlichen Kirche.

    Vorab sei eine christliche Lehre näher erklärt:

    Die wichtigste Lehre der Christlichen Kirche ist die Rechtfertigungslehre: Christus allein ist unser Heil. Der ewige, eingeborene Sohn Gottes kam aus dem Himmel herab, er gelangte durch ein Wunder des Heiligen Geistes in den Leib der Jungfrau Maria, kam zur Welt, und wurde Jesus von Nazareth genannt, des Zimmermann’s Sohn (man hielt ihn für den Sohn Joseph’s).

    Der Präses der EKD Nikoaus Schneider stellt diese Lehre, die der geistliche Mittelpunkt der Kirche ist, in Frage. Schneider behauptet, Jesus sei durch Geschlechtsverkehr von Maria und Jospeh produziert worden, also ein gewöhnlicher Mensch gewesen, und erst duch die Taufe des Johannes als Sohn Gottes adoptiert worden (siehe Interview mit IdeaSpektrum, abgedruckt im Heft 26, vom 30. Juni 2010).

    Nach der Irrlehre von Herrn Schneider hätte Jesus niemals die Sünde der Welt auf sich nehmen können, denn er wäre durch die Erbsünde über Joseph und Maria selbst ein Sünder gewesen. Außerdem konnte nur Christus und nicht ein sterblicher Mensch die sündige Menschheit annehmen. Christus erniedrigte sich zum Menschen, stellte sich auf eine Stufe mit den Sündern (Taufe des Johannes) und erniedrigte sich sogar bis um Tod am Kreuz. Tod und Auferstehung am Kreuz sind die Grundlage des Sakramentes der Taufe, wo uns die Kraft seines Todes und Auferstehung zugeeignet wurde (diese Kraft wird wirksam, wenn wir glauben).

    Schlussendlich: Herr Schneider ist fast so ein schlimmer Irrlehrer, Häretiker und *************** Prophet, wie Arius, der von der Alten Kirche und den Reformatoren verdammt wurde.

    Herr Schneider und seine Anhänger müssen aus der EKD ausgeschlossen werden, sonst ist die EKD keine christliche Kirche mehr.

    http://www.glaubereal.wordpress.com

  2. theolounge sagt:

    @Rainer Ich denke, in der EKD ist Raum für unterschiedliche Meinungen. Ob die Jungfrauengeburt das Wesentliche ist, kann man auch hinterfragen. Die Übersetzung ist meines Wissens auch „Junge Frau“. Wesentlich ist eher, dass Gott sich in Jesus gezeigt hat, bzw. in Jesus gewissermaßen wahrer Mensch und wahrer Gott war. Somit beseitigte er die Sünde der Welt. Sünde bedeutet: Beziehungstörung, Trennung. Er beseitigte also die Trennung, die zwischen Mensch und Gott bestand, weil der Mensch Gott von sich aus nicht wirklich erkennen kann. Das ist, denke ich, das zentrale. Ob nun Maria eine Jungfrau oder eine Junge Frau war, ist eher zweitrangig. Wesentlich ist, dass Gott hier war und sich gezeigt hat. Wie er das genau gemacht hat, ist nicht so wesentlich. Nur das DASS ist wichtig, denke ich.

  3. Hallo,

    zunächst herzlichen Dank für die Veröffentlichung meines Kommentars. Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, aber es scheint doch noch Leute zu geben, denen Meinungsfeiheit etwas wert ist und die sie praktizieren.

    Selbstverständlich, in vielen Dingen kann man unterschiedlicher Meinung sein, das sehen wir ja z. B. an der Debatte über die Laufzeitverlängerung der AKW.

    Irgendwann wird aber die Debatte zu Ende sein und man wird zu einem Konsens oder zumindest zu einem Kompromiss kommen. Danach ist jede weitere Diskussion illegitim. Es wurden Tatsachen geschaffen. vor denen man sich beugen muß, auch wenn man persönlich eine andere Meinung hat.

    Die Diskussion über die Jungfrauengeburt ist so alt wie die Kirche selbst. Das Thema wurde in der alten Christenheit ausdiskutiert bis zur Vergasung. Man kam zu dem Ergebnis, daß jeder Christ um seines Heiles willen zu glauben habe, Christus sei durch ein Wunder des Heiligen Geistes in den Leib der Jungfrau Maria gekommen und wurde in die Welt geboren und Jesus von Nazareth genannt.

    Entschuldigen Sie bitte, aber Sie dürfen hier keine eigene Meinung äußern. Es geht hier um einen Paragraphen des Grundgesetzes der Christlichen Kirche. Wer diesen Paragraphen angreift, greift die Kirche selbst an.

    Noch etwas anderes: Es kommt, glaube ich, selten vor, daß ein Deutscher ein Denkmal an der Kirche Westminster Abbey bekommt. Einer von ihnen war der Theologe Dietrich Bonhoeffer, der ein frommer Christ war und dem man nicht den Vorwurf mittelalterlicher Rückständigkeit machen kann, denn er lebte im letzten Jahrhundert und studierte an einer der besten deutschen Universitäten in Berlin.

    Dieser Dietrich Bonhoeffer hat die gleiche „Meinung“ wie ich, siehe sein Buch Nachfolge, Abschnitt „Der Leib Christi“.

    Bonhoeffer war zweifelsohne eine Lehrautorität. Wer ihm widerspricht, muß den Schriftbeweis erbringen.

    Joseph wollte zunächst Maria verstoßen, weil er dachte, sie wäre fremdgegangen. Aber da gab ihm Gott bekannt, die Schwangerschaft Maria’s sei vom Heiligen Geist durch ein Wunder bewirkt worden.

    Gerade im Lukasevangelium wird deutlich, daß der Vorwurf, Maria sei fremd gegangen, sich nur einige Millisekunden bei Joseph halten konnte, aber schon nach kürzester Zeit brach es herein wie eine Flut und es wurde öffentlich anerkannt, daß Maria vom Geist schwanger war. Siehe das Zeugnis der Elisabeth: „Gebenedeit bist du unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!“

    Hätte Elisabeth das über ein uneheliches Kind gesagt?

    Das Zeugnis Simeon’s: „HERR, nun läßt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; 30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, 31 welchen du bereitest hast vor allen Völkern, 32 ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel. (Jesaja 49.6)“

    Dies sagte Simeon, als Jesus noch ein Säugling war!

    Das Zeugnis der Hanna: „Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries den HERRN und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. (Jesaja 52.9)“

    Dies sagte Hanna von dem Säugling Jesus. Sie sagte sinngemäß, dieser Säugling sei Christus, Israel’s Messias.

    Hinzu kommt noch das Zeugnis der Hirten und der Weisen aus dem Morgenland.

    Wenn Jesus ein Bastard gewesen wäre, hätte Gott wohl nicht seine füheste Kirche veranlaßt, ein solch gutes Zeugnis von ihm zu geben.

    Es bleibt dabei, Jesus ist der ewige Sohn Gottes, der sich zum Menschen erniedrigte und damit die sündige Menschheit (uns) angenommen hat.

  4. Übrigens wird im Lukasevangelium auch noch bezeugt, daß Jesus geboren wurde, als Maria und Josph noch nicht verheiratet waren (Lukasevang. Kap 2).

    Gott hat offenbar Joseph einiges zugemutet, denn er mußte mit einer Schwangeren herumreisen, mit der er nicht verheiratet war. Es ist durchaus vorstellbar, daß ihm ab und zu unangenehme Fragen gestellt wurden und vielleicht auch der Maria.

    Der Evangelist Lukas war ein gebildeter Mann und hat sich genau erkundigt bevor er sein Evangelium aufgeschrieben hat. Offensichtlich war es in Israel öffentlich bekannt gewesen, daß der Zimmermann Jospeph mit einer Schwangeren umherzog, mit der er nicht verheiratet war.

    Hätte Joseph das auf sich genommen, wenn Gott ihm nicht bezeugt hätte, daß das Kind in Maria’s Leib der Christus war, der aus dem Himmel herabgekommen war?

    Würde sich heute im streng katholischen Oberbayern ein Mann mit einer Schwangeren blicken lassen, mit der er nicht verheiratet ist? Da würden ihn doch alle auslachen und sagen, er solle nicht allzu naiv sein.

  5. theolounge sagt:

    @Rainer

    Ich fass mich mal recht kurz, weil ich grade wenig Zeit habe.

    Die Evangelien wurden ja von unterschiedlichen Leuten geschrieben und somit auch redaktionell gefärbt. Man sollte nicht unbedingt alles eins zu eins nehmen, sondern besser die zentrale Aussage betonen, dass sich Gott in Jesus gezeigt hat.

    Ob Bonhoeffer dieses Erlebnis hatte kann natürlich ebenso schlecht bewiesen werden, wie der Glaube an sich. Es sind natürlich auch immer subjektive Erlebnisse, obgleich sie natürlich auch eine objektive Wahrheit ausdrücken können.

    Aber an der Frage, ob Maria nun eine Jungfrau war, sollte man sich nicht zerstreiten meiner Meinung nach. Wichtiger ist die zentrale Aussage der Bibel, DASS Gott ist und DASS er auf den Menschen zu kam.

  6. theolounge sagt:

    @Rainer

    Ich zitieren mal:

    „Die Jungfrauengeburt Jesu, also seine wunderbare Geburt von der Jungfrau Maria, wird in einigen Versen des Neuen Testaments (NT), dem folgend auch im Koran verkündet und gehört seit dem 2. Jahrhundert zum Apostolischen Glaubensbekenntnis des Christentums:
    „… empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria …“
    Die katholische und die orthodoxe Kirche lehren darüber hinaus eine immerwährende Jungfräulichkeit Marias vor, bei und nach Jesu Geburt. Die evangelischen Kirchen relativieren diese Lehre als unwesentlich für den christlichen Glauben oder lehnen sie als unbiblisch ab. Der Islam verbindet mit dem Glauben an die Jungfrauengeburt keinen Glauben an Jesus als den Sohn Gottes.“

    Mehr dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Jungfrauengeburt

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