Unsere tägliche Auferstehung

Ist es im ‚Himmel‘ langweilig ? Oder ist es sehr langweilig ? Diese Frage vernimmt man in gläubigen Kreisen zwar eher ungern, da man Sorge trägt, gar als ungläubig abgestempelt zu werden – eine üble Sache in gewissen Kreisen, die Glauben zum Leistungskriterium erheben. Aber auch in liberalem Umfeld scheint der Himmel nicht sonderlich erstrebenswert. Warum eigentlich nicht ? > mehr.

Lesen Sie auch: > Probleme mit der Auferstehung ?
Die Auferstehung Jesu: Realität oder Humbug ?
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Wo steckt Gott ? – Theologie, Philosophie, Wissenschaft
Bild:Untitled blue ,flickr.com

28 Gedanken zu “Unsere tägliche Auferstehung

  1. das finde ich aber sehr bezeichnend, dass Sie meinen Kommentar gelöscht haben! Diese „Brüder“, Darbysten, gehören in den äussersten rechten Rand der Kirche, Ev. Allianz. Und der alte Geist der „exclusiven Brethren“ hängt noch immer im Gebälk und ist das Erbe separatistischer Väter. Scheinbar kamen mit dieser Denke nicht alle zurecht: jedenfalls diejenigen nicht, die ein gesundes Empfinden für Recht und Unrecht hatten.
    Da Sozialphobie, Zwanghaftigkeit, Depression und Sonder-Separatismus/Isolation im autoritären System lagen, haben wohl viele Mitglieder dem ein Selbstmord-Ende gesetzt!
    SIE löschen diesen Link?! Können Sie dem nicht ins Angesicht sehen?

    http://peebs.net/In_Memoriam/

    http://www.peebs.net/
    Behind closed Doors

    Don’t call me Sister

    ——————–

    i c h schreibe meine Erfahrungsberichte in der christlichen Fundi/Evi-Szene nun bei Hugo Stamm im Sektenblog

    ansonsten mal googeln: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt: „Für mich hätte Jesus nicht sterben brauchen“ Christa Mulack

    B.Pfeifer

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  2. Im Spam landen Kommentare meistens, wenn sie vor allem aus Links bestehen. Besonders wenn sie nichts mit dem Thema des Beitrags zu tun haben, sondern vor allem Leser auf die eigene Seite locken sollen.

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  3. Wer hat denn ein Problem mit dem Himmel?! Langweilig stellt ihn sich doch sicher nur der vor, der seinen Gott nicht kennt, oder?
    Wie könnte ein Verliebter nicht die Vereinigung mit der Geliebten herbeisehnen? Wie könnte ich ein nicht nur zeitlich begrenztes, sondern ewig andauerndes Beisammensein mit dem „Liebhaber meiner Seele“ (wie es mal jemand ausgedrückt hat) NICHT herbeisehnen – egal, wie toll es hier sein mag und wie gut es mir hier geht? Für immer in der Gegenwart Gottes? Für immer Anbetung und Lobpreis, für immer Seine Herrlichkeit, und das auch noch völlig ungefiltert? Her damit, sobald wie möglich! Vergleiche Philipper 1,23ff – das versteht nur, wer Gott wirklich persönlich kennt und Seine Liebe erfahren hat…

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  4. Nun, Leute scheinen sich nicht bewusst zu sein, wass „Ewigkeit“ wirklich bedeuten wuerde: Die ersten 1000 Jahre waeren vielleicht ganz lustig, die naechsten Mio. Jahre vielleicht auch noch, aber was ist bezueglich der Mrd. Mrd. Mrd. Jahre? Und das waere nur ein unendlich kleiner Teil der Ewigkeit.

    Ist es nicht so, dass das die Furcht vor der Ewigkeit, dem Leben nach dem Tode das Leben belastest, dass jene vielleicht 100 Jahre ueber Eonen nach dem Tode entscheiden koennten? Die Idee des Lebens nach dem Tode ist wohl das Uebelste, was ein Mensch sich selber antun kann.

    Oder um mit einem der ganz Grossen zu antworten:

    „Gewöhne dich an den Gedanken, daß der Tod uns nichts angeht. Denn alles Gute und Schlimme beruht auf der Wahrnehmung. Der Tod aber ist der Verlust der Wahrnehmung. Darum macht die rechte Einsicht, daß der Tod uns nichts angeht, die Sterblichkeit des Lebens genußreich, indem sie uns nicht eine unbegrenzte Zeit dazugibt, sondern die Sehnsucht nach der Unsterblichkeit wegnimmt. Denn im Leben gibt es für den nichts Schreckliches, der in echter Weise begriffen hat, daß es im Nichtleben nichts Schreckliches gibt. Darum ist jener einfältig, der sagt, er fürchte den Tod nicht, weil er schmerzen wird, wenn er da ist, sondern weil er jetzt schmerzt, wenn man ihn erwartet. Denn was uns nicht belästigt, wenn es wirklich da ist, kann nur einen nichtigen Schmerz bereiten, wenn man es bloß erwartet.

    Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr. Er geht also weder die Lebenden an noch die Toten; denn die einen geht er nicht an, und die anderen existieren nicht mehr. Die Menge freilich flieht bald den Tod als das ärgste der Übel, bald sucht sie ihn als Erholung von den Übeln im Leben. Der Weise dagegen lehnt weder das Leben ab noch fürchtet er das Nichtleben. Denn weder belästigt ihn das Leben, noch meint er, das Nichtleben sei ein Übel. Wie er bei der Speise nicht einfach die größte Menge vorzieht, sondern das Wohlschmeckendste, so wird er auch nicht eine möglichst lange, sondern eine möglichst angenehme Zeit zu genießen trachten.“

    Dem ist nicht hinzuzufuegen.

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  5. @Rheinländer

    Das ist Epikur, wenn ich nicht irre. Eine Theorie des Epikur. Eine Theorie, mehr nicht. Ob sie richtig ist, ist dahingestellt.

    Ich denke sehr wohl, dass das Leben des Menschen nur angesichts des Todes seinen Sinn bekommt. Zudem ist es vermessen, zu glauben, mit dem Tod sei alles aus. Es ist lediglich eine der viele Theorien, die kursieren.

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  6. Ja, es ist Epikur (mein Fehler, ich mache sonst solche Versteckspiele nicht).

    Es ist aber keine „Theorie“, sondern eine logische Betrachtung, was aus dem Fakt folgt, dass wir nicht unsterblich sind, sondern unsere Existenz mit dem Tod endet.

    Es gibt keine weitere „Theorie“ in diesem Bereich als die, dass unsere Existenz mit dem Tod endet. Eine Theorie ist keine Spekulation, sondern eine Erklaerung der Realitaet basierend auf empirischer Beobachtung: z.B. Gravitationstheorie, Atomare Theorie, Evolutionstheorie. Alles andere ist eine Hypothese oder eine Spekulation (kl. Abschweifer: Ob die Stringtheorie eine echte Theorie ist oder „nur“ eine Hypothese ist z.T. in der Physik ein beliebter Streitfall).

    Es gibt keine empirische Beobachtung, die ein Leben nach dem Tode nahe liegt, es gibt aber sehr viel Forschung, gerade in den letzten Jahrzehnten, die demostriet, wie unser Bewusstsein durch die Interaktion von Mrd. Schaltelementen, aka Nervenzellen, in Gehirn generiert wird. Wenn also unserer Gehirn ausfaellt , aka Tod, dann endet auch dieses Bewustsein.

    Eine Theorie, die irgenteine Form des Leben nach dem Tode einschiesst, muss also von dem heutigen Stand der Wissenschaft kategorich ausgeschlossen werden.

    Deshalb sind die Ueberlegungen des Eipikur heute noch aktuell – im Gegensatz zu den durch absolut nichts zu begruendenden Mythen und Spekultionen diverser Religionen (z.B. Hades, Hoelle, Himmel, Wiedergeburt, etc.).

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  7. @Rheinländer

    Aussagen darüber, was nach dem Tod ist oder nicht ist, kann die Naturwissenschaft nicht machen.

    Die Geisteswissenschaften, Theologie und Philosophie, dürfen aber durchaus Aussagen darüber treffen.

    Dass ein Körper sich mit dem biologischen Tod allmählich zersetzt, wird niemand bestreiten.
    Theologische und philosophischen Sichtweisen gehen aber davon aus, dass der biologische Körper nicht den ganzen Menschen umfassen.

    Das Gehirn als Sitz des Bewußtseins ? Ja, aus biologischer Sicht sicherlich.

    Aus philosophischer Sicht kann es auch das hier sein: die Schnittstelle, die dem, was man als Seele bezeichnet, einen Blick in diese unsere materielle Welt ermöglicht.

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  8. Jede Behauptung, gleich welcher Art, muss sich zuerst vor der Schranke der empirischen Erkenntnis stellen. Wir haben nur zwei Quellen der Erkenntnis: Die empirische Beobachtung der Natur und die logischen Schluesse die wir aus dieser folgern koennen.

    Solange kein empirischer Hinweis auf soetwas wie „Seele“ besteht, gibt es keinen Grund ihr mehr Glaubwuerdigkeit zuzuordnen als dem „Flying Spaghetti Monster“ oder Russel’s Teapot:

    „If I were to suggest that between the Earth and Mars there is a china teapot revolving about the sun in an elliptical orbit, nobody would be able to disprove my assertion provided I were careful to add that the teapot is too small to be revealed even by our most powerful telescopes. But if I were to go on to say that, since my assertion cannot be disproved, it is an intolerable presumption on the part of human reason to doubt it, I should rightly be thought to be talking nonsense. If, however, the existence of such a teapot were affirmed in ancient books, taught as the sacred truth every Sunday, and instilled into the minds of children at school, hesitation to believe in its existence would become a mark of eccentricity and entitle the doubter to the attentions of the psychiatrist in an enlightened age or of the Inquisitor in an earlier time.“

    Sobald wir den sicheren Boden der Baconian Method verlassen, verlieren uns in heillose Spekulation, in der jeder alles behaupten kann, ohne den empirischen Beweiss antreten zu muessen.

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  9. @Rheinländer

    Ein sehr plausibler Hinweis darauf, dass nicht alles nur im biologischen Körper stecken kann, steckt in der Frage nach dem Bewusstsein. Dieses ist nämlich – wenn man sich tiefer hineinbegibt – keineswegs damit beantwortet, dass es im Gehirn stattfinden soll.
    Zwei Steine, die miteinander interagieren, haben wohl kein Bewusstsein, oder ? 3 Steine auch nicht.
    Was ist dann aber prinzipiell anders an ein paar Millionen Gehirnzellen ?

    Dass dieses System als Denkapparat im Sinne eines Computers funktioniert ist nachvollziehbar.
    Aber die Frage, was Bewusstsein letztlich ist, die Frage, WER da überhaupt etwas wahrnimmt, ist nicht geklärt. Sie liegt sicherlich nicht im biologischen Bereich alleine, sondern im Transzendenten.

    Wenn 100 Steine untereinander ein System der Informationsweitergabe bilden, so haben sie dennoch kein ICH.

    Und wie ist es mit einer Menschenmenge auf einem Marktplatz: sie müsste analog zum Gehirn ja auch ein Bewusstsein haben, wenn man sagt, das Bewusstsein stecke nur in der Interaktion von Zellen / bzw. in diesem Fall von Menschen.

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  10. Nun unser Gehirn besteht nicht aus „paar Millionen Gehirnzellen“, sonder aus etwa 100 Mrd. die durch schaetzungsweise 1 Trillion Verbingungen kommunizieren. Es damit das komplexeste Gebilde in Universum, das wir kennen.

    Versuchen wir einmal zu verstehen wie „Bewustsein“ entstand. Wir teilen mit den Reptilen einen Teil unseres Hirn. Reptilien sind elementarer sozialer Interaktion faehig. Ein Reptil kann einschaetzen, ob ein anderes Reptil ein Feind oder Sexualpartner oder neutral etc. ist. Um dies zu bewerkstelligen muss dieses Repitil ein Model des anderen Repitils in seinem Gehirn bilden, dass mit den entsprechenden Attributen ausgestattet wird.

    Von hier ist es nur ein relativ kleiner Schritt zu einem Model seiner Selbst, dass sich selbst als selbst erkennt. Das Kind heisst Bewusstsein. Dieses Bewusstsein ist bei allen Affen nachgewiesen und unterscheidet nur im Grad der kognitiven Faehigkeiten von dem des Menschen. Ohne dieses Bewusstsein waeren z. B. die „Hofintrigien“ bei Schimpansenhorden nicht zu erklaeren.

    Einen weiteren Hinweis auf die Generation des Beuwstsein durch das materielle Gehirn finden wir bei Menschen, bei denen operativ die Verbindung zwischen beiden Hirnhaelften getrennt wurde (Corpus Callosotomy). Prof. Vilayanur Ramachandran von der UC San Diego konnte zeigen, dass sich in beiden Hirnhaelften zwei getrennte Ichs bildeten, die unabhaenig voneinander agierten.

    Unser normales Ich wird offensichtlich u.a. durch die staendige Interaktion beider Hirnhaelften gebildet, die wenn sie getrennt werden, selber jede fuer nun ein solches Ich bildet.

    Gaebe es nun soetwas wie eine „Seele“ verbunden mit dem Ich, wuerde dies bedeuten, dass durch den Schnitt durch Corpus Callosum eine „neue“ Seele geschaffen waere oder die alte getrennt. Reichlich absurd -oder?

    Ich vermute, dass keine Erfahrungen mit Ketamine haben. Diese Droge wird in der Medizin zur Anesthesie eingesetzt. Sie blockiert bestimmte Rezeptoren im Gehirn und behindert dadurch den Informationsaustausch. Sie wird aber auch, in geringerer Dosierung als Rauschmittel verwendet. Eine gewisse Hoeherdosierung, unter dem medizinischen Mass, aber ueber das Rauschmittelmass fuehrt zum sog. „K-Hole“.

    In diesem K-hole kann etwas sehr Interessantes passieren (abhaenig von verschiedenen Faktore): Das Bewustsein „loest“sich auf im dem Masse, wie unterschiedliche Hirnregionen nicht mehr kommunizieren koennen in einzeln Bestandteile, die unabhaenig voneinander existieren und erst beim Abklingen der Droge wieder sich wieder „zusammenfuegen“.

    Es war interessanterweise Kant, der m.W. als erster die These aufstellte, dass unser Bewustsein ein Prozess der Synthese ist, bei der Mensch sich seiner selbst durch seine Bestandteile bewusst wird. Kant kam zu diesem Schluss aus der Analyse des synthetischen Prozess der Zufuehrung der einzeln Sinneseindruecke zu einem Model der Wirklichkeit und er vermute, dass der gleiche Prozess zur Generation des Bewusstsein fuehrt.

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  11. Kleiner Nachtrag: Ich bin von Beruf und Leidenschaft IT-Mann. Da liegt es natuerlich nahe, dass ich mich auch damit beschaeftige, wie denn die „Datenverarbeitungsanlage“ zwischen meinen Ohren funktioniert.

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  12. @Rheinländer

    Prinzipiell ist kein Unterschied zwischen zwei Steinen und ein paar Millionen oder Milliarden Gehirnzellen.
    Wenn Bewusstsein im System lokalisiert sein sollte, dann kann es ebenfalls in einem Mini-system lokalisiert sein. Oder in einer Ansammlung von Menschen, die untereinander agieren. Es wäre in diesem Fall etwas, das durch die Verknüpfung hinzutritt.

    Ich denke aber anders: das Bewußtsein – ich meine damit aber eigentlich die Seele, das, was das ICH ausmacht – würde ich im Transzendenten ansiedeln.

    Ich schließe mich hier Platon an:

    Seelenlehre [Bearbeiten]
    Eigenschaften und Teile der Seele
    In Platons Philosophie ist die Seele (ψυχή psychḗ) als immaterielles Prinzip des Lebens individuell unsterblich. Ihr Dasein ist von dem des Körpers gänzlich unabhängig; sie existiert vor seiner Entstehung und besteht nach seiner Zerstörung unversehrt fort (Prä- und Postexistenz). Daraus ergibt sich in diesem dualistischen Modell die Rangordnung der beiden. Der Leib, der mancherlei Beeinträchtigungen und letztlich der Vernichtung unterliegt, ist der unsterblichen, unzerstörbaren Seele untergeordnet. Es steht ihr zu, über ihn zu herrschen.[91] Der Körper ist das „Gefäß“, die „Wohnstatt“ der Seele, aber auch negativ ausgedrückt ihr „Grab“ oder „Gefängnis“[92] – eine berühmt gewordene Formulierung Platons.[93]
    http://de.wikipedia.org/wiki/Platon#Seelenlehre

    Warum ich das so denke ?

    Beispiel: wenn man einem Computer Komponenten hinzufügt, kann er mehr. Im Beispiel Mensch: er hat mehr kognitive Fähigkeiten.

    Das kognitive System (Denksystem, Fühlsystem, etc) funktioniert dann umfangreicher. Aber ein bloßes Funktionieren dieses Systems erklärt trotzdem nicht, wo das ICH sitzt. Es sind doch nur viele Zellen, die miteinander interagieren. Wo sollte dort ein übergeordnetes ICH lokalisierbar sein ?

    Interessant zum Thema noch folgender Bericht:

    Die Seele gibt es wirklich
    VON ROLF FROBÖSE26. April 2008, 04:00 Uhr
    Das Bewusstsein ist neben Raum, Zeit, Materie und Energie ein weiteres Grundelement der Welt, sagen einige Forscher. Sie weisen damit einen Weg von der Wissenschaft zur Religion

    http://www.welt.de/welt_print/article1939798/Die_Seele_gibt_es_wirklich.html

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  13. Es gibt natuerlich einen Unterschied zwischen „zwei Steinen und ein paar Millionen oder Milliarden Gehirnzellen“ – das ist der, den Hegel etwas bramanisch „Umschlag von Qualitaet in Qualitaet“ nannte. Mal wieder ein trivales Beispiel:

    Ich koennte sagen, das Unterschied zwischen einem Dorf mit 100 Einwohnern und einer Stadt mit 10 Mio. nur in der Anzahl der Einwohner liegt. Sie werden wohl auch zustimmen, dass eine Weltstadt andere Beduerfnissen und Dynamiken entwicklet als ein Dorf.

    Ich denke, dass Plato hier Dinge behauptet ohne einen Splitter eines Beweise zu haben. Es ist, wie schon Diogenes der Hund, ein Zeitgenosse Platos drastisch und mit viel Humor zeigte, eine Philosophie, die auf Spekulation ohne Beweis aufbaute, auf rein spekulativen Annahmen grossartige Luftschloesser erstellte, ohne sich um die Fundamente in Realitaet zu kuemmern. Wenn Sie eine ausfuehrlichere Kritik lesen wollen, dann referiere ich mal zu Sir Francis Bacon, Novum Organum, 1. Buch, Chap. LXV bis LXXI.

    Zu dem Artiklel kann ich nur antworten: „Anecdotal Evidence is No Evidence At All.“

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  14. Noch etwas zu unseren Computern: Unser jetzigen Computer sind relativ primitive Maschinen, sog. Turing Machines.

    Um ein Gehirn zu simulieren, benoetigten wir nicht einen Arbeitsspeicher und einen zentralen Prozessor, sondern eher ca. 100 Mrd. kleine Schalteinheiten, die jede ein bestimmtes Mass an Spezilisation haben, aber auch jede mit der anderen eine gewisse Uniformitaet, die in der Lage waere selbstaendig neue Schaltverbindungen aufzubauen und sich neu zu vernetzen.

    Dazu sind wir (bis jetzt) noch nicht in in der Lage – ich vermute jedoch, dass dies sich in uebersichtlicher Zeit andern wird.

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  15. @Rheinländer

    Der Unterschied, den Sie beschreiben, ist nur quantitativ, aber nicht qualitativ.
    Es ist nicht einsichtig, warum zb ab 100 Mrd. Schaltstellen ein Bewußtsein existieren sollte, bei 10 Mrd. aber vielleicht nicht.
    Das löst die Frage nicht.

    Entweder entsteht Bewusstsein durch die Interaktion eines Systems. Dann kann es rein qualitativ auch bei 3 Schaltstellen bereits in sehr geringer Form verhanden sein.

    Oder das Bewusstsein steckt nicht im System, nicht in der Interaktion. Es entsteht also nicht etwas „zusätzliches“ durch die Interaktion eines Systems. Dann ist der Schlüssel zum Bewusstsein auch nicht im System zu finden.
    Ein System funktioniert dann zwar perfekt – ist aber dennoch nicht der Grund des Bewusstseins, sondern nur die Apparatur, an der Bewusstsein beobachtet wird – aber nicht primär dessen Verursacher.

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  16. Ein Bewustsein kann nur entstehen, wenn „Ueberkapazitaeten“ im Gehirn vorhanden sind. Ein Gehirn, das vollauf damit „beschaefdtigt“ ist, die Koerperfunktionen und elementare Reaktionen auf Informationen aus Aussenwelt zu verarbeiten kann kein Bewusstsein bilden.

    Etwas konkreter: Die Entwicklung des Beustseins kann sehr gut auf die Entwicklung des Frontallappens in unsern Gehirn als Teil der Neo Cortex, zurueckgefuehrt werden, der bei Primaten – im Verhaeltnis zu anderen Saeugetieren – nahezu explodierte. Dieser Hirnteil hat keine andere Funktion als Aktionen zu bewerten, in die Zukunft zu projektieren und analysieren. Es ist dieser Hirnteil, der sich seiner selbst bewust wurde, indem es ueber sich reflektiere: Denn was ist Bewusstsein anderes als das Sich-Selbst-Erkennen. Deshalb haben unser naechsten Verwandten, die Hominini, ein ausgepraegtes Bewustsein, das leicht experiementel nachgewiesen werden kann. Ich vermute, das meine Katze keine Bewusstsein hat, da ihr Frontallappen sehr klein ist und damit nicht die „Ueberkapazitaet“ besitzt um ein „Ich-Bewusstsein“ zu entwicklen.

    Ob diese Entwicklung entwicklungsgeschichtlich wirklich eine Erfolggeschichte ist, ist sehr zweifelhaft, immerhin sind wir die einzig ueberlebende Spezies der Gattung Humo, die einige dutzend ausgestorbene Mitglieder zu verzeichnen hat. In dem Zusammenhang auf die Arbeiten Susan Blackmore hingewiesen, die daran erhebliche Zweifel ausdrueckt.

    Im Englischen wuerde ich sagen: „The jury is still out.“

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  17. @Rheinländer

    Ob Bewusstsein als ICH-Wahrnehmung aufgrund der Interaktion von Gehirnzellen entsteht, kann man auch hinterfragen.

    Wenn dem so sein sollte, dann würde das heißen, dass das ICH-Gefühl, die SEELE, durch die Interaktion von Materie entsteht.

    Dann wären folgende Fragen zu klären:

    – ab welcher Komplexität von Zelleninteraktionen tritt dieses ICH-Gefühl auf ?

    – WO ist es lokalisiert ? Es ist ja offensichtlich etwas, was nicht in den Teilen selbst lokalisiert ist, sondern ein Drittes, welches plötzlich hinzutritt. Denn Zellen könnten durchaus miteinander interagieren, ohne dass irgendwie zwangsweise ein ICH-Gefühl vorhanden sein müsste.

    – Wenn (wie Sie es meinen) dieses ICH-Gefühl durch die Interaktion von Zellen entsteht, könnte es auch durch die Interaktion von Computerzellen (Bits) entstehen, oder ? Denn beides besteht ja aus originär unbelebter Materie: Körperzellen bestehen aus Atomen. Computerzellen ebenfalls.

    – Wenn also die Interaktion alleine ICH-Gefühl auslöst, dann könnten auch höherentwickelte Systeme – Menschenansammlungen, in denen die Menschen untereinander in einer Wechselwirkung stehen – ein Bewusstsein (ein ICH-Gefühl) haben. Der einzelne Mensch würde das genausowenig wissen, wie es die einzelne Gehinrzelle weiß.

    – Demnach könnte alles miteinander verbunden sein und ein Bewusstsein (ICH-Gefühl) bilden. Die Erde, das Universum.

    – Angenommen, die Materie exisitert nicht in der Form, wie man sie sich landläufig vorstellt, nämlich als „Kleine Steinchen, Atome“. Die Materie ist ja offensichtlich eher etwas, über dessen letztliche Substanz man nicht allzuviel Aussage treffen kann. Alles besteht letztlich aus „Energie“: was aber ist Energie ?

    – Angenommen, der Materialismus wäre wahr: wie käme es dann, dass komplexe Systeme ein ICH-Gefühl bekommen ? WO steckt dieses ? Denn es kann ja nicht in den Komponenten selber stecken, sondern ist offensichtlich ein Drittes, das hinzutritt.

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  18. Ab welcher Komplexitaet: Offensichtlich schon bei unseren naechsten Verwandten – zu zeigen wie gesagt bei den Schimpansen und unseren anderen naechsten Verwandten, den Bonobo. Hier ein recht impressiver Talk:

    Lokalisiert: Zwischen den Ohren, grob gesagt. Etwas weniger grob gesagt: In seinen einzeln Bestandteilen in verschieden Hirnregionen. Einzelne Ausfaelle bestimmter Regionen erzeugen entsprechend auch einzelne, bestimmte Ausfaelle dieses Berwusstseins. Auch das ist bekannt.

    Menschenansammlungen verhalten sich tatsaechlich unter bestimmten Umstaenden wie eine Person durch ihre Interaktion. Akutell schauen Sie sich einmal an Ceausescus letzten Auftritt vor einer Volksmenge an, wie diese ploetzlich ein Bewustsein entwicklete und wie eine Person handelte, aus der Interaction der einzeln Menschen heraus. Nicht anderes passierte beim Auszug der Plebejer aus Rom oder bei jeder Horde Fussballfans. Man kann diese „Person“ auch manipulieren, wie z. B. bei den Massenauftritten Stalin oder der Nazis zu sehen.

    Geht diese Gruppe wieder auseinder, so zerfaellt, man mag fast sagen „stirbt“, diese virituelle Person wieder.

    „Erde/Universum“ und „Bewusstsein“: Jein – es noetig, dass die Stuktur komplex genug ist, Informationen fliessen koennen und Verbindungen aufgebaut werden koennen. Nach heutigen Stand scheinen Primatenhirne die einzigen Strukturen zu sein, die diese Vorraussetzungen besitzen.

    Materie existiert tatsaechlich nicht in der Form, wie landlaufig angenommen. Was wir haben sind komplexe mathematische Modelle, die Interaktion beschrieben. Das ist sehr viel naeher an Kants „Ding an sich“ als an den landlaeufigen Vorstellungen, wie sie, dem Verstaendnis halber und auf mangende Mathematikkenntnisse ruecksichtnehmend, bis weit in die Oberstufe lehrt wird. Zur Einfuehrung empfohlen: Brian Greene, The Elegant Universe, Vintage Books, Random House, New York, 2000.

    Es gibt zum „Materialismus“ im Sinne der Wissenschaftlichen Methode keine Alternative. In den kappen 350 Jahren der Anwendung dieser Mehtode konnten wir einen tieferen Einblick in das Funktionieren des Universums erhalten als in 10’000end von Jahren Spekulation zuvor.

    Die Erfolgsgeschichte spricht fuer sich selber.

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  19. Zum Artikel von Christoph Quarch Der Mann absolvierte ein „Studium der Philosophie, Theologie und Religionswissenschaft“ – ich weiss nicht, was ihn qualifiziert ueber Neurologie oder Quantenphysik zu schrieben.

    Wenn er ueber Quantenverflechtungen schreibt, dann sollte doch wenigstens wissen, dass die Wellengleichungen sobald die Groessenordnung von Atomen verlassem wird kolabieren zu einem definierten Zustand, bei dem eben doch wieder die Gesetze von Ursache-und-Wirkung im klassischen, aka newtonisch-galileoichen, Sinne gelten.

    Das gilt im aehnlichen Sinne fuer den zweiten Artikel ueber die Konverenz a der Uni Salzburg: Auch wird sollte gezeigt werden, wie diese Gleichungen alleine schon in der Groessenordnung eines Molekuels wirklich noch von Wirksamkeit sein sollten.

    Zum EKD-Text

    Der Autor schreibt „Würde man die aktuellen Erkenntnisse der Neurowissenschaften ernst nehmen, müsse man sich von vielen herkömmlichen Vorstellungen über Geist und Seele verabschieden und Wesen und Bestimmung des Menschen ganz neu fassen.“ – die einzige Moeglichkeit diese Forschung nicht ernst zu nehme ist es, ihr Fehler in der Anwendung der wissenschaftlichen Methode nachzuweisen. Ist dies nicht moeglich, so bleibt einem ernstzunehmenden Menschen naicht anderes uebrig als diese Erkenntnisse als richtig anzunehmen – und sein Weltbild entsprechend auszurichten.

    Wenn der Autor einwirft, dass „Das menschliche Gehirn ist nicht nur von der neuronalen Aktivität abhängig, sondern darüber hinaus kulturell geprägt, denn der Mensch ist auch und vor allem ein Kulturwesen!“ – nun das ist auch bei Schimpansen zu beobachten – es ist hier dann keine menschenspezifische Frage, sondern eher die Frage, was wohl einen Primaten zu einm Primaten macht.

    Am Rande: Der Autor erklaert LSD zur „suchterzeugenden“ Droge – LSD hat andere Gefahren, aber suchterzeugend ist es nicht. Wenn der Autor meint, dass Realitaetsfluch nicht legitim sei, so solle er sich fuer ein Totalverbot von Alkohol einsetzen, das Zeug ist tatsachlich suchterzeugned und im Gegensatz zu LSD sogar ein Gift.

    Wenn die EKD keine besseren Denker aufzuweisen, dann hat sie ein handfestes Problem.

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