Deutschland: Alle Atomkraftwerke gehen wieder ans Netz

Aus ranghohen politischen Kreisen aus Berlin kam am gestrigen Donnerstag eine beunruhigende Meldung: die sieben im Moratorium abgeschalteten AKWs sollen baldmöglichst alle wieder ans Netz gehen. Grund ist, dass die Strahlung doch nicht so gefährlich sei, wie landläufig angenommen.

Ein Regierungssprecher soll darauf hingewiesen haben, dass auch die alternativen Energiequellen ihre Gefahren hätten. So seien allein an Windkrafträdern mehrere hunderte Vögel in den letzten Jahren verletzt worden. Ein eigens dazu in Rostock eingerichtetes Vogelkrankenhaus berichtete von vielen hundert Blaumeisen, die an den Rotoren der Windräder hängengeblieben seien und oftmals mit einem mittleren Schädelhirntrauma in der speziell für verunglückte Vögel eingerichteten Spezialklinik behandelt würden. Es dauere mehrere Tage, bis sie sich von ihrem Zusammenstoß mit den Rotoren wieder erholt hätten, und dann gehe das ganze Spiel von vorne wieder los. Auch einige  hundert Insektenarten seien an den Flügeln der Windräder hängengeblieben und danach nur noch begrenzt flugfähig. „Wenn man schon auf den Autobahnen so viele Mücken am Auto kleben hat, dann sollten wir deren Zahl nicht noch durch Windkrafträder dezimieren“, sagte ein Sprecher des Automobil-Clubs Deutschland Süd.

Ein atheistischer Sprecher der Gesellschaft für atomaren Wiederaufbau Deutschland (GaWD) aus Bielefeld sagte zudem: „Die radioaktive Strahlung sieht man nicht, und was man nicht sieht, das gibt es auch nicht. Das ist so wie mit dem lieben Gott“. Obwohl er damit sogleich von seiten der Kirchen auf heftige Kritik stieß, sieht die GaWD dem politischen Umschwung positiv entgegen.  Atomkraft sei nicht das Problem, denn man könne ja auch einfach aufpassen, so Thomas Nuk von der GaWD. Gerade an Japan sehe man, dass nicht die Atomkraft das Unglück ausgelöst habe, sondern eine Welle und ein Erdbeben.

Zudem sagte Nuk, das Restrisiko sei denkbar gering, „…weil es ja in den letzten 30 Jahren schon zwei Unglücke gegeben hat. Das wäre schon ein Zufall, wenn da nochmal was passieren sollte. Aus meiner Sicht ist das völlig unwahrscheinlich.“

Dr. Jonathan Oek vom Bund Natur für Atomkraft (BNA) sagte, dass Radioaktivität ja auch rein natürlichen Ursprungs sei. „Die ist quasi Bio vom Feinsten. Ich verstehe die Leute nicht, wenn sie in den Biosupermarkt gehen und sich dort den Bauch vollschlagen und auf der anderen Seite nichts von Isotopen wissen wollen. Das ist ja völlig schidzophren“.

Der Sprecher der Atomlobby Dagobert Schnelgeld hat bereits sogar die Vision, dass jede mittelgroße Stadt in Deutschland bald ihr eigenes kleines AKW bekommen könnte. „Dieser Traum könnte demnächst schon Wirklichkeit werden. Und passieren kann eigentlich nichts, weil im Falle eines Super-Gaus die radioaktive Masse schnell im Boden versinkt. Dann macht man einfach einen Deckel drauf, schickt ein paar Mann rein, die das säubern und sperrt eben hundert Kilometer ringsherum das Gebiet ab. Sowas ist doch Standard, das sollte kein Problem darstellen. Zudem gibt es ja auch gute Strahlen-Kliniken, die die Leute behandeln können“.

Für den weiteren Ausbau der nuklearen Infrastruktur in Deutschland sprechen zudem weitere Probleme mit den Windkrafträdern: Wenn nämlich kein Wind wehe, sei es sehr teuer, die Windräder sich trotzdem drehen zu lassen. Hierfür müsse man eigens gespeicherten Strom verwenden, „Sonst dreht sich da gar nichts mehr“, so Dr. Dr. Einfalt von dem Bündnis der Nuklearfreunde (BdN).

Dr. med. Strahl von der Universität Bielefeld fasste den Kern der neu entflammten Diskussion so zusammen: „Wenn sich die Bevölkerung erst einmal an eine erhöhte Strahlung gewöhnt hat, stört sie niemanden mehr.“

Dieser Artikel erschien am 1.4.2011.

foto: ich bin woanders…,flickr.com

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