Heute beginnt die Synode des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken

Von alt-katholisch.net. Heute tritt im Erbacher Hof in Mainz die 57. Ordentliche Synode des Katholischen Bistums der Alt-Katholikinnen und Alt-Katholiken zusammen.

Bedauerlicherweise kann ich selber nicht vor Ort sein. Sonst würde ich regelmäßig von der Synode berichten und mit Fotos einen Eindruck von der Synode vermitteln. Sobald aber irgendwelche Informationen oder Bilder zu mir kommen, können Interessierte diese auf dem Weblog alt-katholisch.net finden, da Synodalität ja – wie der alt-katholische Bischof Dr. Matthias Ring bereits in seinen „Gedanken zum Bischofsamt“ vor der Bischofs-Wahlsynode im November letzten Jahres ausgeführt hatte – von Information lebt, da nur informierte Kirchenmitglieder in der Lage seien, am synodalen Leben verantwortlich teilzunehmen.

Es ist die erste Bistums-Synode mit Dr. Matthias Ring als neuem Bischof des deutschen Bistums. Er wurde im November 2009 bei einer außerordentlichen Synode gewählt und im März 2010 in der Evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe zum Katholischen Bischof des Alt-Katholischen Bistums geweiht.

Auf dieser 57. Ordentlichen Bistumssynode wird u.a. die Synodalvertretung neu gewählt, welche in der Zeit zwischen zwei Synoden die Synode „vertritt“ und gemeinsam mit dem Bischof das Bistum leitet. Sie besteht, genau wie die Synode, zu zwei Drittel aus Laien und zu einem Drittel aus Geistlichen.

Außerdem wird sich die Synode mit den Ergebnissen der Dialogkommissionen mit der römisch-katholischen Kirche (vgl. „Auf dem Weg zur Kirchengemeinschaft mit Rom ohne die Vielfalt zu verlieren?„) und mit der evangelischen Kirche (vgl. „Evangelisch und Alt-Katholisch auf dem Weg zur Kirchengemeinschaft„) auseinandersetzen.

Bischof Dr. Ring schlägt bezüglich des Dialogpapieres mit der römisch-katholischen Kirche folgenden Beschluss vor: „Die Synode begrüßt das römisch-katholische/alt-katholische Dialogpapier „Kirche und Kirchengemeinschaft“ und schließt sich der Stellungnahme der diesjährigen Gesamtpastoralkonferenz zu diesem Dokument an.“ (zum Beschluss der Gesamtpastoralkonferenz siehe: „Kirchengemeinschaft mit römisch-katholischer Kirche derzeit unrealistisch„).

In Blick auf das Ergebnis des Dialogs mit der Evangelischen Kirche schlägt der Bischof vor,

  • die Ergebnisse zum einen zu begrüßen,
  • das Ergebnis innerkirchlich breit zu diskutieren und die Synodalvertretung zu bitten vor dem Hintergrund dieser Diskussion für die nächste Synode, die 2012 stattfinden wird, eine ausführliche Stellungnahme auszuarbeiten,
  • den Bischof zu beauftragen, die Internationale Alt-Katholische Bischofskonferenz (IBK) über das Papier zu informieren und eine erste Stellungnahme von dieser zu erbitten,
  • und eine Fortführung des Dialogs anzustreben.

Daneben stehen noch zahlreiche Anträge aus den Gemeinden des Bistums zur Debatte. Thematisiert wird in mehreren Anträgen, dass der Abstand zwischen zwei ordentlichen Synoden von bislang drei auf zwei Jahre verkürzt wird. Außerdem sollen die Synodalen für einen längeren Zeitraum, und damit für mehrere Synoden gewählt werden.

Mit Antrag 33, der von der Synodalvertretung eingebracht wird, soll nun eine geschlechtergerechte Sprache in unsere Kirchlichen Ordnungen und Satzungen Einzug halten. Selbstverständlich wird dann in Zukunft z.B. von „Bischöfin oder Bischof“ die Rede sein, und nicht mehr nur die männliche Form genutzt werden.

Einen sozialpolitisch wichtigen Antrag (Antrag 05) bringt die Gemeinde Coburg ein: Das gesamte Bistum wird aufgefordert, ab sofort auf jegliche Beschäftigungsgelegenheiten nach SGB II zu verzichten, da solche so genannten 1-Euro-Jobs für die zwangsverpflichteten betroffenen Beschäftigten entwürdigend seien. „Solche Arbeitsgelegenheiten vernichten generell ordentliche Arbeitsplätze und führen zu einer weiteren Verarmung der Gesellschaft“, so die Gemeinde Coburg in der Begründung des Antrags.

Die Anträge wurden in der Vorbereitung übersichtlich aufgeteilt in die Themenblöcke

  • I. Antrag zum Thema „Wahlordnung“
  • II. Anträge zum Thema „Bischofswahl“
  • III. Anträge zum Thema „Finanzen“
  • IV. Anträge zu den Themen „Synode, Synodale und Synodalvertretung“
  • V. Anträge zum Thema „Vikare“
  • VI. Anträge zum Thema „Geschlechtergerechte Sprache“
  • VII. Anträge zur „Synodal- und Gemeindeordnung (SGO)“
  • VIII. Anträge zum Thema „Rechtskommission“
  • IX. Anträge zu „Sonstigen“ Themen
  • X. Anträge zum Thema „Ökumene“

Die Anträge stehen für alle Interessierten unter dem Link „Anträge an die 57. Ordentliche Bistumssynode“ als pdf auf der Bistumsseite zum Download bereit.

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