Wie sieht die Kirche die: Auferstehung Jesu ?

Kirchliche Auferstehungslehren:

Römisch-katholische Kirche

Im Katechismus der Katholischen Kirche (1997/2003) wird die Auferstehung wie folgt erklärt (KKK 997):

„Was heißt ‚auferstehen‘? Im Tod, bei der Trennung der Seele vom Leib, fällt der Leib des Menschen der Verwesung anheim, während die Seele Gott entgegen geht und darauf wartet, dass sie einst mit ihrem verherrlichten Leib wiedervereint wird. In seiner Allmacht wird Gott unserem Leib dann endgültig das unvergängliche Leben geben, indem er ihn kraft der Auferstehung Jesu wieder mit unserer Seele vereint.“

Josef Ratzinger, heute Papst Benedikt XVI., sagte in seiner Pfingstpredigt 1989:

„…dass Christus durch seinen Tod am Kreuz, den Leib nicht hinter sich gelassen hat als etwas, das seinen Dienst getan hat, das im Grab nun verwesen kann, weil es nicht wichtig wäre. Der auferstandene Sohn Gottes hat seinen Leib mit hinaufgenommen, ihn verwandelt und den auf der Erde lebenden Menschen gezeigt, dass die Materie gott- und ewigkeitsfähig ist. Die Materie kann verwandelt werden und Gott will die Einheit alles Wirklichen gerade durch das Geschöpf Mensch erwirken.[2]

Im Gegensatz zu dieser Auferstehung, die Menschen zuteil werden kann und durch unidirektionales Wirken Gottes ermöglicht wird, erstand Jesus Christus gemäß dem Katechismus der Katholischen Kirche sowohl durch den Willen des Vaters als auch durch seine eigene göttliche Macht, sowie den Heiligen Geist.[3]

Evangelische Kirchen

Die Auferstehung Jesu Christi ist für manche – insbesondere traditionelle – evangelische Gläubige zentrales Glaubensthema. Meist wird sie mit biblischen Worten wiedergegeben: „Unterpfand des Heils“, Übergang vom geistlichen Tod zum geistlichen Leben (Kolosserbrief 2,12), Teilhabe an der Auferstehung durch die Taufe auf Christus, den Auferstandenen, und im Glauben an ihn (Römerbrief 6,3.4).

Besonders im kirchlichen und universitären Sprachgebrauch wird betont, dass Auferstehung nicht auf die Wiederbelebung eines Leichnams zu beschränken sei. Lässt sich die Rede von Auferstehung durchaus auf ein zeitbedingtes Deutungsmuster zurückführen, halten die meisten Protestanten an der Analogielosigkeit dieses Geschehens fest. Vergleiche mit der Befreiungserfahrung Israels aus der ägyptischen Sklaverei werden gezogen. Dann wird im Protestantismus von einer Auferstehung in diesem Leben gesprochen.

Liberale Theologie

Die theologischen Deutungen des Auferstehungsgeschehens, das das Neue Testament verkündet, wandelten sich in der Christentumsgeschichte erheblich. In modernen Strömungen der Theologie gibt es den Begriff vom „Selbstgericht“, d. h. nicht Gott verurteilt gegen den Willen des Menschen, sondern in der Schau Gottes vollzieht der Mensch sein Ja oder Nein zu Gott endgültig – eine Entscheidung, die er bereits auf Erden vorläufig getroffen hat. Unvermittelt und unvermittelbar nebeneinander stehen in diesem Zusammenhang die Willensfreiheit, die besonders aufgrund der Fragen der Theodizee theologisch zugestanden wird (Gott schuf den Menschen mit einem freiem Willen), und das zentrale Dogma der Erbsünde, das ein zentrales Anliegen der Reformation gewesen ist. An dieser Frage entscheidet sich sowohl die Würde des Menschen (Willensfreiheit) als auch das Gottsein Gottes (Gnade).

Universitär geprägte und großkirchliche Christen betrachten die körperlich-leibliche Auferstehung, da sie allen bisherigen Erfahrungen der Menschen widerspreche, eher als sprachliches und soziales Symbol. Sie sehen darin mit Rudolf Bultmann den eigentlichen Anstoß der biblischen Botschaft, die zu einem radikalen Verzicht auf vermeintliche Heilsgarantien und jenseitige Absicherung dieses Lebens und einem neuen, von weltlichen Bindungen freien Selbstverständnis aufrufe. Gleichwohl bestehen auch in der wissenschaftlichen Theologie Bestrebungen, mit Karl Barth die Auferstehung aufgrund ihrer Analogielosigkeit zum Postulat des Glaubens zu erheben. Die Theologie der Befreiung betont darüber hinaus den real-utopischen Gehalt dieser Botschaft, die die gesellschaftlichen Bedingungen aller Unterdrückung, die Sklaverei der Todesangst, angreife und damit tendenziell zum Umsturz unmenschlicher Verhältnisse inspiriere.

Aufgrund des von Paulus (1 Kor 15,12–14) herausgestellten unlösbaren Zusammenhangs des Glaubens an Jesus Christus mit dem Auferstehungsglauben kommen allerdings der Großteil der christlichen Konfessionen um eine Diskussion des urchristlichen Glaubens an die leibliche Auferstehung nicht herum.

> Quelle. Lesen Sie auch: > Was bedeutet eigentlich: Auferstehung ?

foto: wikicommons. > Lizenz

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