Weshalb Gott in der gesamten menschlichen Geschichte am Handeln ist

Diese Annahme vertritt der renommierte Theologe Wolfhart Pannenberg.

Welche theologische Bedeutung aber hat sein Ansatz ? – Pannenbergs Ansatz ist grundgelegt in seiner Programmschrift „Offenbarung als Geschichte“ von 1961, in der er sich explizit von der Wort-Gottes-Theologie sowohl Barth’scher als auch Bultmann’scher Prägung absetzt.

Gestützt auf exegetische Untersuchungen von Rolf Rendtorff und Ulrich Wilckens entwickelt er die Position, dass die Offenbarung im Sinne von Selbstoffenbarung Gottes nicht direkt durch einzelne Offenbarungsereignisse, sondern durch das Gotteshandeln als ganzes in der Geschichte geschehe.

Gottes Selbstoffenbarung könne daher erst von ihrem Ende her, in eschatologischer Zukunft, voll verstanden werden.

Allerdings sei das Christusereignis, insbesondere die Auferstehung, als Vorgriff oder Prolepse auf diese eschatologische Zukunft zu verstehen, deswegen werde ihm in der christlichen Theologie zu Recht exklusive Bedeutung beigemessen.

Damit öffnet Pannenberg den christlichen Glauben der allgemein-menschlichen Erfahrung und dem rationalen interdisziplinären Diskurs.[3]

Offenbarung dürfe nicht durch die Autorität einer kirchlichen Instanz begründet werden, sondern habe sich vor dem Forum der autonomen philosophischen und historischen Vernunft zu bewähren.[4] Folglich zählt der intensive Diskurs mit der Philosophie, aber auch den Sozial- und Naturwissenschaften, zu den hervorstechenden Merkmalen der theologischen Arbeit Pannenbergs.

In seinem weiteren theologischen Schaffen entfaltet Pannenberg den Ansatz der Offenbarung als Geschichte weiter. Besonders wichtig sind seine Arbeiten zur Wissenschaftstheorie der Theologie. Er vertritt dabei die Auffassung, dass es sich bei theologischen Aussagen (bis hin zur Aussage der Existenz Gottes) um Hypothesen handle, die sich an der Erfahrung bewähren müssten.

Diese Bewährung könne nur indirekt geschehen, eine endgültige Verifikation sei erst im Jenseits möglich (ein Gedanke, den Pannenberg von John Hick übernimmt). Aus diesem Grund dürfe die (systematische) Theologie auch nicht die Wahrheit der christlichen Glaubensaussagen aufgrund der Autorität des Offenbarungsgeschehens formal voraussetzen; vielmehr sei es ihre Aufgabe, diese Wahrheit inhaltlich zu begründen.

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Foto: wikicommons,wikipedia.de
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