Kruzifix-Urteil ist kulturfremd und geschichtsvergessen

kreuz alles schlumpfSollten nach dem Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes Kruzifixe aus öffentlichen Schulen verbannt werden, dürfte dies den Zulauf zu evangelischen Schulen weiter stärken. Zu deren Merkmalen gehört, dass nicht nur Unterrichtsinhalte, sondern die gesamte Schulkultur christlich geprägt ist. > mehr.

foto: alles schlumpf,flickr.com

30 Gedanken zu “Kruzifix-Urteil ist kulturfremd und geschichtsvergessen

  1. Nun ja, Deutschland ist ein laizisticher Staat (zumindest in der Theorie). Und in der Schule hat weltanschaulicher Unterricht nichts verloren, genausowenig sollte man in einem laizistichen Staaat Klassenzimmer mit weltanschaulichen Symbolen bestuecken.

    Warum dieses Urteil kulturfremd und geschichtsvergessen sein soll ist mir ein Rätsel.

    Glaubensfreiheit ist ein hohes Gut, aber das scheinen leider nicht alle einzusehen.

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  2. Naja, auch Ethikunterricht ist nicht weltanschaulich neutral, zudem immer in Gefahr, politisch gelenkt zu werden. Da ist Religionsunterricht politisch weniger anfällig.
    Auch Kunst ist nicht weltanschaulich neutral, Geschichtsunterricht auch nicht, eigentlich kein Unterricht, denn jeder Unterricht wird von Menschen subjektiv gefärbt (auch, wenn er natürlich an einer objektiven Richtung ausgerichtet werden muss, das ist schon klar).

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  3. Und gerade beim Religionsunterricht besteht ja die Möglichkeit, sich zu entscheiden: zum katholischen, zum evangelischen, ggf zu Ethik, in manchen Schulen zum jüdischen, demnächst womöglich auch zum muslimischen.
    Würde man den Religionsunterricht aus den Schulen verbannen, hätte man ein ähnliches System wie in den USA. Dort überlässt man die religiöse Bildung den Kirchen. Ob das gut ist, sei dahingestellt. Denn auch, wenn jeder Unterricht subjektiv gefärbt ist, orientiert er sich doch an objektiven Richtlinien.
    Wer annimmt, der Mensch sei kein religiöses Wesen (die meisten Menschen haben nämlich diese Anlage, dass sie nach Sinn fragen und suchen), nimmt den Menschen in seiner Gesamtheit nicht wahr – und überlässt womöglich radikalen religiösen Gruppen die religiöse Sozialisation und Erziehung, was fatale Folgen haben kann.
    Gerade im Religionsunterricht kann beispielsweise behandelt werden, welch gefährliche Folgen für das persönliche Leben es haben kann, wenn man zb in Sekten gerät.
    Auch ist der Religionsunterricht der Ort, wo man religiöse Toleranz lernen kann.
    Wer diesen Unterricht den Schülern entziehen will, der stärkt die Fundamentalisten.

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  4. Es geht hier aber nicht um Religionsunterricht sondern um die ‚Kruzifix-Pflicht‘ in einigen europäischen Staaten. Und diese ist meiner Meinung nach mit einer laizistischen Demokratie völlig unvereinbar.

    Ich habe bis jetzt noch kein einleuchtendes Urteil gehört warum in einer staatlichen Schule ein Kreuz hängen sollte. Und warum es ‚kulturfremd und geschichtsvergessen‘ sein sollte die Kreuze abzuhängen verstehe ich wirklich ueberhaupt nicht.

    Freiwilligen Religionsunterricht sollte es in Schulen geben, eben um es den Fundamentalisten schwerer zu machen. Wenn Religionsunterricht freiwillig ist verletzt er wohl auch keine Grundrechte.

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  5. @Harey

    Ach, dann hatte ich Dich falsch verstanden. Religionsunterricht generell an Schulen ist nämlich der Riegel gegen Fundamentalismus, das ist schon sehr wichtig.

    Ob nun ein Kruzifix in Klassenzimmer hängen muss…darüber kann man streiten. Man könnte sich auf eines einigen, an dem kein leidender Jesus hängt, sondern das als Symbol dort hängt.

    Also als ein Symbol, auf dem Europa eigentlich basiert: auf dem römisch-christlichen Erbe. Das heißt auch: auf den christlichen Vorstellungen von Menschenrechten: dass jeder Mensch gleich viel wert ist vor Gott.
    Wenn man dieses Symbol nicht haben will, dann kann man das so verstehen, dass man sich von diesen Werten entfernen will, hin zu einer rein wirtschaftsdominierten Sichtweise des Menschen beispielsweise.
    So könnte man das sehen.

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  6. Deutschland ist kein „Gottesstaat“ und das Christentum ist in Deutschland nicht Staatsreligion!

    Und ich sehe das Kreuz auch nicht als Symbol von Menschenrechten und Demokratie sondern als Symbol des Christentums. Und seit wann hat das Christentum in der Demokratisierung Europas eine entscheidende Rolle gespielt? Beruhen demokratische und egalitäre Vorstellungen nicht eher auf dem Humanismus, der sich ja von der Kirche abgewendet hat?

    Und das Kreuz abzuhängen (ob mit oder ohne blutenden Jesus ist da völlig nebensächlich) ist kein Zeichen dass man sich von Menschenrechten abwendet sonder dass man in einem laizistichen Staat lebt! In der Verfassung steht nichts von einer Staatsreligion. Und die Menschenrechte sind in der Verfassung niedergeschrieben, das hat rein gar nichts mit dem Christentum zu tun.

    Deswegen stellt sich mir die Frage: warum sollte in einem Unterrichtsraum ein Kreuz hängen?

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  7. @harey
    II. Europas christliche Wurzeln

    Europa ist in stärkerem Maß eine kulturelle als eine geographische Größe. Es ist in stärkerem Maß eine religiöse als eine ethnische Einheit. Geographisch würde man diese Halbinsel am westlichen Rand Asiens kaum als einen Kontinent bezeichnen können. Und ethnisch ist es durch eine außerordentliche Vielfalt bestimmt. Nur seine kulturelle und religiöse Geschichte begründet, warum wir Europa einen Kontinent nennen. Für diese kulturelle und religiöse Prägung aber sind drei Namen kennzeichnend: Athen, Rom und Jerusalem.
    weiterlesen: http://www.ekd.de/ausland_oekumene/1662.html

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  8. Europa einigt auch das griechisch-römische Erbe. Sollen wir vielleicht auch eine Zeus-Statue in jedes Klassenzimmer stellen?

    Mir ist klar dass das CHristentum Europas Geschichte stark beeinflusst hat, trotzdem ist Deutschland ein laizisticher Staat und daher hat ein Kreuz in einem Klassenzimmer einer öffentlichen Schule nichts verloren.

    Das Kreuz ist ein Symbol des CHristentums und kein Symbol von Menschenrechten oder Demokratie. Ein grossteil der Europäer fuehlt sich von einem Kreuz repräsentiert, aber eben nicht alle. Also stellt sich mir die Frage warum in einem Klassenzimmer ein Kreuz hängen sollte?

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  9. Wenn sich der Großteil der Bevölkerung durch das Kreuz repräsentiert sieht, warum soll man es dann abhängen (weil ein kleiner Teil der Bevölkerung das lieber hat ) ?

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  10. Und was wenn der Grossteil der Bevölkerung morgens gerne ein Schaf an alt-germanische Gottheiten opfern möchte? Muessen dann aller anderen mitmachen? Was wenn der Grossteil der Bevölkerung sich an Frauen als Lehrerinnen stört? Oder wenn der Grossteil der Bevölkerung gerne hören wuerde dass das Spaghettimonster die Welt erschaffen hat?

    Die Schule ist _per_ _Verfassung_ weltanschaulich neutral! Deswegen noch einmal die Frage, warum sollte man per Gesetz Schulen dazu zwingen ein weltanschauliches Symbol aufzuhängen? Oder steht irgendwoe in der Verfassung dass Deutschland ein christlicher Staat ist? Oder ist es das was der Autor eigentlich kritisiert? Dass Deutschland kein Gottesstaat ist?

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  11. In der bayerischen Verfassung zumindest ist ein ausdrücklicher Gottesbezug zu finden.

    Allerdings….ja, die Diskussion ist natürlich nicht so wasserdicht. Du bist dagegen, ich als Religionslehrer dafür. Beides verständlich.

    Allerdings könnte man die Diskussion gleich auf den öffentlichen Raum ausweiten, denn auch dort kann man sich gewisser Symbolik nicht entziehen. Vielleicht müsste man demnach, wenn man das scharf weiterdenkt, auch im öffentlichen Raum auf Symbole verzichten. zb keine Kirchtürme, keine Synagogen, keine Moscheen. Denn auch dort laufen Kinder rum und werden dadurch beeinflusst.
    Oder vielleicht auch keine Werbung. Denn die beeinflusst gerade die Kinder auch sehr stark.

    So, muss mich für heute mal ausloggen. Kann Deinen Standpunkt allerdings gut nachvollziehen. Er ist auch nicht falsch. Allerdings ist meiner auch nicht falsch, denke ich.

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  12. Das mit dem öffentlichen Raum ist meiner Meinung nach etwas ganz anderes. Ein Kirchturm ist Eigentum der Kirche, und deswegen kann die Kirche da soviele Kreuze draufschrauben wie sie nur möchte. Genauso kann jeder in seinem Garten oder auf seinem Dach aufstellen was er möchte. Ich habe zwar nicht Jura studiert, aber ich wuerde mal vermuten dass es rechtlich nicht möglich ist Symbole auf Privatgrundstuecken zu verbieten. Die Ausnahme wären da in Deutschland Nazi-Symbole, denn die sind grundsätzliche verboten.

    Eine Schule dagegen gehört dem deutschen Staat, und da die Schule ein weltanschaulich neutraler Raum sein soll halte ich es fuer sehr bedenklich dort weltanschauliche Symbole anzubringen, ganz besonders wenn es ein Gesetz gibt dass dort weltanschauliche Symbole anzubringen sind.

    Da fand ich den Artikel schon sehr albern und „verfassungsvergessen“ da dem Autor entgangen zu schein seind dass Deutschland nicht der Vatikan ist ist und es auch Nicht-CHristen in Deutschland gibt und diese auch Rechte haben.

    Und das Argument das Kreuz sei kein Symbol des Christentums sondern irgendein generalles Friede-Freude-Eierkuchen-Symbol finde ich echt ziemlich lächerlich.

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  13. Vielleicht wäre es möglich, die Kreuze in den Religionszimmern anzubringen.

    Allerdings ist das Kreuz schon ein kulturelles Symbol und kein „Friede-Freude-Eierkuchen-Symbol“. Es steht für Freiheit und Menschenrecht, es steht dafür, dass jeder Mensch etwas wert ist, allein aufgrund der Tatsache, dass er gewollt ist von Gott, dass er letztlich kein Produkt des Zufalls ist, kein Produkt einer Evolution, die einen göttlichen Ursprung entbehrt.

    Ich finde, das sollte man sich gut überlegen, ob man ein solches Symbol entfernen will. Es geht dabei nämlich nicht nur um Religion.

    Hier auch ganz interessant zum Thema: http://www.zeit.de/gesellschaft/2009-11/kruzifix-urteil-reaktionen

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  14. „Es steht für Freiheit und Menschenrecht, es steht dafür, dass jeder Mensch etwas wert ist, allein aufgrund der Tatsache, dass er gewollt ist von Gott, dass er letztlich kein Produkt des Zufalls ist, kein Produkt einer Evolution, die einen göttlichen Ursprung entbehrt.“

    Das meinte ich mit „Friede-Freude-Eierkuchen-Symbol“ 😉

    Das Kreuz steht vielleicht fuer CHristen fuer all das was du da genannt hast, aber eben nicht fuer Nicht-Christen, und die leben, so sehr das einige zu stören scheint, eben auch in Deutschland und haben Rechte. Fuer mich steht das Kreuz fuer das Christentum, und das scheint mir auch zu erklären warum es in christlichen Kirchen so häufig zu finden ist 🙂

    Und wenn das Kreuz ein Symbol der Menschenrechte ist, warum ist denn dann die Geschichte der Menschenrechte von Humanisten dominiert?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte#Geschichte_der_Menschenrechte

    Und die Behauptung das Abhängen des Kreuzes wuerde eine Abkehr von Menschenrechten bedeuten finde ich schon recht zynisch. Denn das bedeutet das Menschen die sich nicht vom Kreuz vertreten fuehlen unmoralisch sind und von Menschenrechten nichts halten.Also alle Agnostiker, Atheisten, Juden, Mulsime, Buddhisten usw.

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  15. Der Humanismus ist eine philosophische Denkrichtung, die sich zwar auch an der Antike orientiert, die aber im 16. Jahrhundert anzusiedeln ist. Sie hat sicher gute Ideen hervorgebracht.

    Die antike Bildung wurde als unübertreffliches Vorbild empfunden und das lebensbejahende und schöpferische Individuum rehabilitiert. Die Verherrlichung des Menschen ergab sich bei den italienischen Humanisten aus der Überzeugung, dass der Mensch als das Ebenbild Gottes das Höchste in der ganzen Schöpfung sei.[19] Der berühmteste und einflussreichste Humanist der frühen Neuzeit war Erasmus von Rotterdam, dessen philosophia christiana die Überbetonung der rhetorischen Kultur relativierte. Weder Philipp Melanchthons Grundlegung der protestantischen Bildung noch das Schulwesen der Jesuiten sind ohne humanistischen Einfluss denkbar.[20]
    http://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus#Renaissance-Humanismus

    Auch im Humanismus spielt die Herleitung des menschlichen Wertes von Gott eine wichtige Rolle.

    Ein Humanismus, der auf einer reinen Diskursethik beruhen würde, wäre dagegen gefährlich: im gesellschaftlichen Diskurs könnte neu definiert werden, dass beispielsweise ein Menschenleben nicht von Haus aus einen Wert besitzt, sondern womöglich nur, wenn es bestimmte Voraussetzungen erfüllt: zb könnte ein Menschenleben nur dann als lebenswert definiert werden, wenn es nach Peter Singer zb nur dann lebenswert ist, wenn es einen gewissen Bewußtseinsgrad hat. Menschen im Wachkoma hätten demnach kein Anrecht auf Leben.

    Wer bekommt das letzte freie Krankenbett: Affe oder Mensch?

    Dem stimmt selbst der Affenforscher Frans de Waal zu. Zwar fordert auch er, Tierversuche auf ein Minimum zu beschränken. Doch ganz darauf zu verzichten, hält er für unmöglich. Menschliche Moral würde sich „sehr schnell in nichts auflösen, sobald sie nicht mehr das Leben des Menschen in den Mittelpunkt stellte“, warnt de Waal in seinem Buch Der gute Affe. „Wenn wir nur ein Bett im Krankenhaus frei haben“, treibt der Primatenforscher sein Argument auf die Spitze, „wem wollen wir es dann geben? Einem Menschen oder einem Affen?“

    Nach welchen Kriterien ließe sich diese absurd anmutende Frage entscheiden?

    Ist das Leben eines dementen Alzheimer-Patienten per se mehr wert als das eines geistig regen Zwergschimpansen? Würde man, wie Singer, rein nach der Leidensfähigkeit und dem „Lebensinteresse“ urteilen, müsste man unter Umständen die Frage verneinen.
    http://www.zeit.de/1999/46/Die_Wuerde_des_Affen

    Der christliche Glaube definiert, dass jedes Menschenleben schützenswert ist, ohne Voraussetzungen, ohne gesellschaftlichen Diskurs. Dies lehnt man ab, wenn man das Kreuz als Symbol ablehnt.

    Wie es mit den anderen Religionen steht ?

    Man könnte natürlich sagen, dass man generell mehrere Symbole in Schulen anbringt: jüdische, muslimische, christliche, atheistische, Halloween-Symbole, buddhistische.

    Will man aber auf die europäische kulturgeschichtliche Entwicklungsgeschichte rekurrieren, dann ist das Kreuz als Symbol durchaus sinnvoll. Europa beruht auf diesen Dingen:
    – der griechischen Philosophie bzw. Athen als Zentrum der antiken griechischen Philosophie
    – dem römischen Rechtssystem
    – den christlichen Vorstellungen von Menschenrechten.

    Wenn man das deutlich machen will, bietet sich das Symbol des Kreuzes an.

    Will man das nicht deutlich machen, dann verzichtet man darauf.

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  16. „Der christliche Glaube definiert, dass jedes Menschenleben schützenswert ist, ohne Voraussetzungen, ohne gesellschaftlichen Diskurs. Dies lehnt man ab, wenn man das Kreuz als Symbol ablehnt.“

    Also, wer nicht christlich ist oder wenigstens das Kreuz als Symbol von Friede, Freude, Eierkuchen, Menschenrechten ansieht ist ein unmoralischer Flegel der keinerlei Respekt fuer andere Menschen hat? Jeder Agnostiker ein unmoralisches Monster?

    Na das nenn ich aber mal respektvoll und tolerant! 😀 😀 😀

    Die Kirche hat dann wohl die absolute Deutungshoheit und kann allen anderen erzaehlen was richtig und was falsch ist. Und ich dachte die Inquisition waere schon ne Weile her, aber gut, man kann sich ja irren.

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  17. War mißverständlich ausgedrückt. Wer das Kreuz als Symbol ablehnt, hat vielleicht trotzdem eine hohe Moral, das soll gar nicht in Frage gestellt werden. Er handelt vielleicht sogar viel moralischer, als gläubige Menschen, das kann auch durchaus sein.

    Wenn man das Kreuz aber ablehnt, KANN es heißen, dass man auch diese Werte ablehnt.
    Es KANN aber auch heißen, dass man einfach nichts mit Religion zu tun haben möchte.

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  18. Also muss das Kreuz hängenlassen weil es womöglich sein kann dass manche Leute es abgehängt haben wollen weil sie die Menschenrechte ablehnen? Das finde ich schon etwas absurd………..

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  19. Müssen tut man eigentlich kaum etwas. Ich wollte nur mal versuchen, darzustellen, was dafür sprechen kann, das Kreuz hängen zu lassen…

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  20. Oder auch hier:

    Durch das Menschenbild der Stoa und das des alten Testaments entwickelte sich im frühen Christentum die Wurzel unserer heutigen Menschenrechte. Es entstand die Theorie, dass jeder Mensch von Natur aus gleichermaßen geschaffen ist nach Gottes Ebenbild. Allerdings hatte das zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel mit der politischen Realität zu tun und es musste noch viel Zeit vergehen, bis diese Grundsätze in der Neuzeit verwirklicht wurden.

    mehr dazu: http://www.menschenrechte.riemenschneider-gymnasium.de/menue3.html

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  21. Oder hier, allerdings auch selbstkritisch:

    Man kann ruhig behaupten, daß es ohne das
    Christentum keine Menschenrechte gegeben
    hätte; was natürlich nicht heißt, daß das Christenturn
    allein das Verdienst an der Entstehung der
    Menschenrechte hätte, noch, daß es selbst deren
    Geburt eingeleitet hätte. Aber in der Vorgeschichte
    der Menschenrechte hat es eine entscheidende
    Rolle gespielt: es hat wichtige intellektuelle
    und seelische Voraussetzungen für sie
    bereitgestellt.

    http://www.forum.lu/pdf/artikel/3988_183_Hausemer.pdf

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  22. Nun hatte ja die Kirche in der Geschichte Europas ueber etwa zwei Jahrtausende einen enormen Einfluss auf die Politik. In der ganzen Zeit hat sich in Sachen Menschenrechten aber rein gar nichts getan. Im bereich Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Gleichberechtigung der Frau hat die Kirche sogar massiv gegen die Menschenrechte gearbeitet. Und während der Demokratisierung Europas hat sich die Kirche auch nicht auf die Seite der Reformer gestellt. Und jetzt, da die Menschenrechte zumindest theoretisch durchgesetzt sind (wenigstens in Teilen der Welt) da fällt der Kirche plötzlich ein dass sie das ja schon immer ganz super fand. Und jetzt behauptent man sogar man hätte das ganze erfunden. Das finde ich ja schon lustig 🙂

    Ich bestreite gar nicht dass im NT die Menschenrechte religiös begruendet werden, aber das Kreuz als Symbol völlig von der Geschichte der Kirche zu lösen finde ich dann geschichtsvergessen.

    Ausserdem hat wohl jede Kultur, Religion und Philosophie ihre Version der Menschenrechte, das als alleiniges Merkmal des CHristentums herauszustellen finde ich nicht einleuchtend.

    Und ausserdem, inwiefern die Menschenrechte dann umgesetzt werden oder anderer Dinge am Ende wichtiger sind, ist da eine ganz andere Frage. Denn Menschen Rechte zu gewähren hat oft fuer die Herrscher nicht so positive Auswirkungen.

    Zum Beispiel akzeptiert die katholische Kirche wohl inzwischen die Religionsfreiheit, aber wenn die dann eingefordert wird findet man das weniger lustig (siehe Kruzifix-Urteil).

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  23. Hier gibts einen guten, 2 seitigen Artikel dazu:

    Fügen wir, was die Vorgeschichte der Menschenrechte
    anbelangt, schließlich noch einen
    allgemeinen, zeitlich nicht beschränkten Beitrag
    des Christentums hinzu: Der christliche
    Monotheismus, so verschrieen er auch sei,
    sowie der nach dem Jerusalemer Konzil festgehaltene
    Gedanke der Heidenmission, so
    schreckliche Folgen dieser auch hatte, führten
    zur Idee der Universalität der menschlichen
    Natur und damit auch der Rechte der Menschen.

    hier gehts weiter: (PDF, etwas warten, bis geladen):
    http://www.forum.lu/pdf/artikel/3988_183_Hausemer.pdf

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  24. In diesem Artikel steht dass die Menschenrechte der Kirche voin anti-kirchlichen Kräften aufdezwungen werden musste, dass das CHristentum die Menschenrechte aber trotzdem erfunden und möglich gemaht hat…..

    Ist das jetzt völlig widersinnig, unlogisch und absurd oder kommt mir das nur so vor?

    Und das Argument dass in der Heidenmission ein erster Ansatz der Menschenrechte liegt ist so absurd und menschenverachtend, ich wiess gar nicht ob ich lachen oder weinen oder kotzen soll. (Der Papst scheint ja auch der Meinung zu sein die katholische Kirche hätte den Indios einen Risen Gefallen getan…)

    Die Universalität der menschlichen Natur hat mit Menschenrechten nicht das geringste zu tun, auch fuer den Kommunismus waren alle Menschen gleich, Rechte hatten sie deshalb noch lange nicht. Menschenrechte beruhen auf dem Respekt vor anderen und sind völlig mit der Ideologie „ich weiss was gut fuer dich ist, und wenn du mir das nicht glaubst dann bring ich dich um“ unvereinbar.

    Und das Argument „ja, die Kirche hat viele Heiden abgeschlachtet aber wir habens ja gut gemeint“ finde ich auch recht widerlich. Es gibt uin der Geschichte auch unzählige Diktaturen die es „nur gut gemeint haben“. J

    Das Abschlachten von Menschen geht im Allgemeinen gegen die Natur der meisten Menschen, deswegeb ist es immer hilfreich ihnen zu erzählen sie wuerden fuer einen grösseren Zweck ihre Nachbarn abschlachten. Und am besten scheint das wohl zu funktionieren indem man den Leuten erzähly sie wuerden den Menschen dabei einen Gefallen tun.

    Findest Du man sollte all die Diktatoren ehren weil sie es ja eigentluich auch nur gut gemeint haben?

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  25. Wir haben den Artikel wohl sehr unterschiedlich verstanden.

    Ich zitiere mal Stellen, die ich für wichtig halte:

    >>Man kann ruhig behaupten, daß es ohne das
    Christentum keine Menschenrechte gegeben
    hätte; was natürlich nicht heißt, daß das Christenturn
    allein das Verdienst an der Entstehung der
    Menschenrechte hätte, noch, daß es selbst deren
    Geburt eingeleitet hätte. Aber in der Vorgeschichte
    der Menschenrechte hat es eine entscheidende
    Rolle gespielt: es hat wichtige intellektuelle
    und seelische Voraussetzungen für sie
    bereitgestellt

    >> Am ang steht, mit dem Buch Genesis in der
    Bibel, dann aber entscheidend verstärkt durch
    Leben und Lehre von Christus die Aufwertung
    des Menschen als Ebenbild und als Partner
    Gottes, sowie die prinzipielle Gleichwertigkeit
    aller Menschen in Christus: «Ihr seid alle durch
    den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
    Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid,
    habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht
    mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und
    Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid
    einer in Christus.0(Brief an die Galater 3,26-28).

    >>Den Beitrag des Mittelalters zur Idee der Menschenrechte
    sehe ich vor allem in der Entfaltung
    des Begriffes der Person, durch den dem einzelnen
    Menschen, unabhängig von jeder Zugehörigkeit
    bescheinigt wird, daß er ein eigenständiges,
    vernunftbegabtes Individuum ist, das auf
    der Grundlage seines Gewissens fähig ist,
    moralische Entscheidungen in eigener Regie zu
    fällen.

    Hier dann Eingeständnisse, dass gut Gemeintes bisweilen schlecht umgesetzt wurde:

    >> Die spanische Spätscholastik zur Zeit der blutigen
    Eroberung der sogenannten Neuen Welt
    bekräftigte einerseits das universale Naturrecht
    als ethische Basis für alle Menschen, auch für
    die sogenannten Indianer, und begründete andererseits
    ein modernes Völkerrecht. Das alles
    sind Vorstufen der späteren Menschenrechte.

    Hier wieder positive Grundlagen des Christentums im Spiegel der Reformation:

    >> Vergessen wir nicht die Refomation, welche das
    wichtige Thema der Religionsfreiheit und damit
    das der Toleranz hervorbringt. Ein Thema, d. s
    über den Umweg der amerikanischen Kolonien
    schließlich in Frankreich die Erklärung der
    Meschenrechte mitanstößt.

    >> Der christliche
    Monotheismus (hier dann Eingeständnis negativer Aspekte: so verschrieen er auch sei,
    sowie der nach dem Jerusalemer Konzil festgehaltene
    Gedanke der Heidenmission, so
    schreckliche Folgen dieser auch hatte,)
    führten
    zur Idee der Universalität der menschlichen
    Natur und damit auch der Rechte der Menschen.

    Weiteres Eingeständnis:
    >>Die Tragik dieser Geschichte liegt nun, wie
    schon angedeutet, genau darin, daß antikirchliche,
    wenn nicht gar antichristliche Kräfte
    notwendig waren,um dem Christentum die Idee
    und die Realität der Menschenrechte regelrecht
    aufzuzwingen – gegen den heftigen Widerstand
    der katholischen, wie auch der protestantischen
    Kirchenleitungen.

    >> Was eines der wertvollsten
    Geschenke des Christentums an die Menschheit
    hätte sein können, mußte von der christlichen
    Gemeinschaft mühsam und schmerzvoll
    wiederangeeignet werden

    Das ist ein ambivalenter Artikel, der die christlichen Grundlagen als wichtig für die Entstehung der Menschenrechte beschreibt – der aber auch sieht, dass mitunter politische oder kirchenpolitische Interessen diese Ideen behindert haben.

    In diesem Sinne auch hier:
    >> Mir scheint, daß das Christentum prinzipiell als
    universale Religion und aufgrund seiner jahrhuntertealten
    guten und schlechten Erfahrungen
    dazu beitragen könnte, den Menschenrechten
    zu einer Form der Universalität zu verhelfen,
    die den Interessen und der Sensibilität auch der
    außereuropäischen Völker und Kulturen entgegenkommt.

    Ausblick auf die Zukunft:
    >> Man sieht, die Geschichte der Menschenrechte
    als solche und ihr Verhältnis zum Christentum
    ist noch längst nicht abgeschlossen. Eine für die
    Menschen positive Entwicklung auf dem
    Gebiet der Menschenrechte erfordert die
    Mithilfe aller Religionen. In diesem Sinne sind
    die Bemühungen von Hans Küng bemerkenswert:
    Er versucht auf Weltebene, Frieden und
    Zusammenarbeit zwischen allen Religionen zu
    schaffen. So wird in Zukunft das Thema nicht
    mehr nur «Menschenrechte und Christentum»
    heißen dürfen, sondern «Menschenrechte und
    Weltreligionen».

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  26. Ich habe das schon gelesen, finde es aber schlicht absurd unlogisch und irgendwie auch ein bisschen lustig….

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