Heilung VII – Das Evangelium III – Der Dienst Jesu

Jesus und die KrankenIn Hebräer 1,3 heisst es, dass Jesus das Abbild von Gottes Wesen ist. Das bedeutet nichts anderes, als das kein wesensmässiger Unterschied zwischen ihm Gott bestand als er hier auf der Erde war. Deshalb konnte Jesus im Gespräch mit seinem Jünger Philippus sagen: „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen“ (Johannes 14,9). Demnach ist alles, was wir Jesus in den Evangelien tun sehen der Wille des Vaters. Jesus hat in keinem Fall etwas getan, was nicht Gottes Willen entsprochen hätte. Also sollten wir uns den Dienst Jesu hier auf der Erde anschauen, wie er in den vier Evangelien überliefert ist. Wenn wir dem glauben, was die Bibel sagt, wird uns das die Augen für den Willen Gottes über Heilung öffnen.

Eine gute Zusammenfassung der Tätigkeit Jesu bietet ein evangelistisches Gespräch zwischen Petrus und Kornelius aus dem zehnten Kapitel der Apostelgeschichte.

…wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm. (Apostelgeschichte 10,38)

An diesem Vers gibt es drei Dinge, die wir beachten sollten und die uns das Evangelium klarer machen, das Jesus predigte: 1) Jesus tat Gutes und ein Teil dieses Guten war Heilung; 2) die Menschen die er befreite waren unter der Gewalt des Teufels und 3) Jesus tat das in der Kraft des Heiligen Geistes.

Heilung ist etwas Gutes

Zu Jesu Zeiten scheint einiges einfacher gewesen zu sein als heute. Die Welt wird immer komplexer und diese Komplexität überträgt sich auf das Leben mit Gott – wo sie am wenigsten hingehört.
In Jesu Lehre ist die Welt ein simples schwarz-weiss, es gab Gott und es gab den Teufel; der eine war gut, der andere war böse. Dem einen musste man gehorchen, dem anderen widerstehen. Jesus brachte das Wesen des Feindes und sein eigenes Wesen auf eine ganz einfache Formel die so wichtig ist, dass sie eigentlich jeder Christ auswendig lernen sollte: Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Johannes 10,10).
Es gibt nichts Gutes, das der Feind getan hat. Er kann gar nichts Gutes tun, das widerspräche völlig seinem Wesen. Wenn es nur zwei Arten gäbe, Dinge einzuordnen, gut oder schlecht, dann würde der gesunde Menschenverstand Heilung immer als etwas Gutes bezeichnen und Krankheit als etwas Böses, anders ist es unvorstellbar. Krankheit ist ein Dieb, der einem Gesundheit, Geld, Zeit und schliesslich das Leben rauben will – das ist das gerade Gegenteil zu dem, was Jesus in unserem Leben wirken will.
Deshalb ist auch Apostelgeschichte 10,38 sehr eindeutig: Jesus tat Gutes und ein Gutes, das er regelmässig tat war heilen. Heilung ist etwas Gutes!

Krankheit ist kein Werk Gottes

Es ist schlimm zu sehen, wie sehr die moderne Theologie die einfachen Dinge Gottes durcheinander gebracht hat. Man braucht schon ein Theologiestudium um manches misszuverstehen, was Gottes Wort in Einfachheit lehrt.
Heute gibt es Theologien, die vermuten lassen, dass Gott und der Teufel irgendwann während der letzten 2000 Jahre die Jobs gewechselt hätten. Hört man auf das, was viele (auch wirklich gläubige!) Geschwister sagen, dann ist mittlerweile Gott es, der Menschen krank macht um irgendetwas seltsames Gutes in ihren Leben zu wirken und es ist der Teufel der Menschen heilt! (ich habe tatsächlich Statements von Leuten gelesen die meinen, dass Heilungen satanischen Ursprungs sind um die Christen zu verführen und dass man aufpassen muss mit Christen die für Kranke beten).
Beides könnte kaum weiter von der Wahrheit entfernt sein. Nach wie vor kommt alles, was gut und vollkommen ist von Gott (Jakobus 1,17), dazu zählen einfach keine Krankheiten und auch kein vorzeitiger Tod. Es ist niemals Gottes Wille wenn Menschen leiden und es ihnen schlecht geht. Seine Antwort darauf ist das Evangelium – Jesus Christus ist die Antwort auf unsere Probleme.

Jesus heilte in der Kraft des Heiligen Geistes

Hört man manche Christen reden gewinnt man den Eindruck, dass Jesus die Wunder, die er vollbrachte in der Kraft seiner Göttlichkeit tat. Sie sagen: „Jesus konnte das tun, er war Gottes Sohn. Er war ganz Gott und ganz Mensch und konnte so übernatürliche Dinge wirken, die wir nicht tun können, denn wir sind nur Menschen.“
Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Zum einen sind wir nicht nur Menschen! Wir sind wiedergeborene Christen, die mit dem Heiligen Geist erfüllt sind. In uns ist dieselbe Kraft, die Christus von den Toten auferweckt hat (Römer 8,11). Wir müssen verstehen, dass es nur einen Heiligen Geist gibt. Derselbe Heilige Geist, der in uns lebt, lebte in Jesus. Es ist derselbe Heilige Geist, den auch John G. Lake hatte, und Maria Woodwoth-Etter und jeder andere „grosse“ Heilungsprediger. Alle, die positive Erfahrungen im Heilungsdienst gemacht haben taten das in der Kraft desselben Heiligen Geistes. Und dieser Heilige Geist lebt in Dir!
Alle Wunder, die Jesus in den Evangelien vollbracht hat, wirkte er als Mensch. Der Philipperbrief macht das sehr deutlich, wenn er schreibt:

Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: 6 Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;
8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. (Philipper 2,5-8)

Als Jesus Mensch wurde entäusserte (griechisch kenō) er sich seiner Göttlichkeit. Man könnte auch sagen, dass er sich ihrer entleerte, er schüttete sie heraus und wurde ein Mensch – ohne göttliche Attribute. In den ganzen 33 Jahren, die er hier lebte, war er nicht allgegenwärtig, allwissend oder allmächtig. Alles, was er an übernatürlichen Dingen tat, tat er in der Kraft des Heiligen Geistes.
Deshalb konnte Jesus keine Wunder tun bevor er bei seiner Taufe mit dem Geist getauft wurde:

Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. (Matthäus 3,16)

Erst ab diesem Zeitpunkt konnte Jesus übernatürlich wirken. Seine Geistestaufe war der Startschuss für seinen Wunderdienst. Diese Tatsache ist so wichtig, dass der Feind sich schon immer bemüht hat, sie zu unterdrücken. Heute interessieren sich immer mehr Menschen dafür, was Jesus wohl als Kind getan hat – und finden tatsächlich Informationen in Pseudoevangelien. Diese Evangelien berichten davon, dass Jesus als Kind seine Spielsachen übernatürlich reparierte, tote Kleintiere auferweckte und verletzte Spielkameraden heilte. Auf den ersten Blick mag das niedlich erscheinen, aber dahinter steckt eine diabolische Strategie, die uns dem Vorbilde Jesu entfremden soll. Wenn Jesus schon vor seiner Geisterfüllung übernatürlich hätte wirken können, dann wäre es tatsächlich für uns nicht möglich, seinem Vorbild nachzueifern, weil wir „nur“ Menschen sind. Gerade deshalb betont Johannes es so, dass die Verwandlung von Wasser in Wein Jesu erstes Zeichen war:

Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei.
2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
5 Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!
6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder faßte ungefähr hundert Liter.
7 Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.
8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm.
9 Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wußte nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es. Da ließ er den Bräutigam rufen
10 und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zuviel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.

11 So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. (Johannes 2,1-11)

Es liegen uns zwar nicht über alle Wunder, die Jesus vollbrachte detaillierte Berichte vor, aber wir wissen, dass sie sich alle zwischen seiner Geistestaufe und seiner Auferstehung abspielten.

Ich weiss, dass es fast wie Gotteslästerung klingt so etwas zu sagen, aber wir sollten Jesus nicht auf ein so hohes Podest stellen, dass niemand ihn mehr erreichen kann. Er ist unser Vorbild, in jedem Bereich, so auch im Übernatürlichen.

[Originalpost]

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Bild: © Dieter Schütz | pixelio.de

9 Gedanken zu “Heilung VII – Das Evangelium III – Der Dienst Jesu

  1. „Es ist niemals Gottes Wille wenn Menschen leiden und es ihnen schlecht geht.“

    Ein schoenes Statement, klingt recht absolut. Die Herleitung, bzw. die argumentative Basis ist nicht besonders klar. Und noch eine kleine Frage, wie steht der Abschnitt aus dem vierten Kapitel des ersten Petrusbriefes in Beziehung dazu? (besonders 1 Petrus 4:19)

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  2. Das tut ja mal richtig gut, einen konstruktiven Kommentar hier zu bekommen. Vielen Dank!

    Ich meine, dass sich 1.Petrus 4,19 aus dem Zusammenhang ergibt. Wir sollen, wenn wir leiden, nicht als Übeltäter leiden sondern als Leute, die leiden weil sie nach Gottes Willen leiden. Dass Leiden über jeden kommen, der Jesus nachfolgt geht klar aus der Apostelgeschichte und 2.Timotheus 3,12 hervor.
    Es ist aber nicht so, dass Gottes Wille diese Leiden verordnet oder hervorbringt. Vielmehr ist Leid eine Konsequenz aus einem radikalen Leben mit Jesus.

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  3. Also da habe ich jetzt aber Probleme mit der deutschen Sprache.

    „..weil sie nach Gottes Willen leiden…“

    Ja, wie nun, Gottes Willen oder nicht? Will Gott oder will er nicht, und wenn Er will, was soll ich dann wollen bzw. nicht wollen?

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  4. Von wem spricht der Hebräerbrief bzw. das gesamte NT, wenn es das Heil beschreibt, das nicht mehr vom altvorgesetzten, entleeren Gottesbegriff, sondern von Jesus Christus ausgeht? Wen haben die Verfasser bzw. die antiken griechisch gebildeten Glaubensaufklärer vor Augen, die damit wahre Juden sein wollen?

    Können wir weiter von einem Wanderprediger, Charismatiker, besonderen Philosophen… ausgehen, der in besonderer Weise den schöpferischen Willen gelebt und vermittelt habe, so zum Heil für die Welt geworden sei, wenn wir die Sache mit dem Heil ernst nehmen?

    Wir es nicht höchste Zeit, dass wir die Geschichte der Hochzeit, des historisch nachvollziehbaren Geisteswandels vom Wasser zu Wein wahrnehmen, statt nur einen Guru sehen zu wollen, der im wundersamem Hokuspokus seine Hoheitlichkeit und Heilskraft beweisen wollte?

    Liegt die Krankheit des Glaubens, die geheilt wurde, nicht gerade in der Banalität, mit der wir heute die nachweislich hochtheologischen Aussagen lesen und bewahren wollen, satt nach dem lebendigen Wort in allem natürlichen Werden zu hören?

    Woher kommt das hohe Podest, durch das wir heute den ewigen Logos (selbst Evolutionsbiologen reden vom externen Lebenssinn an den wir uns nicht automatisch halten): die Vernünftigkeit/Logik allen im Fluss der Evolution wissenschaft beschriebenen Werdens bzw. die daraus abzuleitende Weltvernunft (was im Sinne des schöpferischen Werdens sozial, ökologisch, weltökonomisch… wäre) nicht mehr als einzige schöpferische Gegenwart, Vermittlung schöpferischen Willens wahrnehmen, das uns aufgeklärt in begeisterte Verant-WORT-ung nimmt?

    Ist das hohe Podest die hocheitliche Rede von der schöpferischen Rolle Jesus, die päpstliche Dogmatik, dass es beim biblischen Jesus um die „schöpferische Vernunft“ ging, was nicht weiter verfolgt werden kann, weil ja alle Welt zu wissen denkt, dass nur ein Heisprediger…

    Oder ist genau diese Denkweise das Problem, die trotz allen Wissen um den hochtheologischen Gehalt der Texte und die antike Glaubensauklärung/-wende weiter einen Wanderprediger ins Rennen schicken will und dann vom Heil redet, das durch diesen gekommen sei?

    Nein, das ist kein Vorwurf, sondern ein Hilfeschrei, auf mündige Weise nach dem heute lebendigen Jesus, der aufgeklärt wahrzunehmenden „schöpferischen“ Vernuft als universalem Heilspringer zu fragen.

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  5. sorry, ich schaffe es gerade nicht, zeitnah zu antworten 🙂

    @ unsmaria:
    das ist weniger eine sprachliche sache, als mehr eine theologische. die bibel muss ja ausgelegt werden, sonst bleiben widersprüche. z.b. sagt jakobus, dass niemand von gott versucht wird; dennoch lehrt uns jesus beten, dass gott uns nicht in versuchung führen soll.
    ich sehe das analog zu unserem thema: gott kann nicht in versuchung führen, aber der weg, den er uns führt kann durch versuchung gehen. er will nicht, dass wir versucht werden und ist auch nicht aktiv daran beteiligt, dennoch ist es sein weg,
    ebenso will gott nicht, dass wir leiden, aber der weg kann durch leiden führen. dann kann man auf eine weise sagen, dass er will, dass wir leiden, aber das wäre dennoch falsch. ich meine z.b. nicht, dass er wollte, dass sein sohn jesus leidet, kein liebender vater wünscht sich für sein kind eine kreuzigung! dennoch war es dann sein wille, als es darum ging, dass errettung auf keinem anderen wege möglich ist. so ist es mit allem leid. die frage: „will gott, dass ich leide?“ würde ich immer mit „nein“ beantworten – er ist ein guter Vater und wünscht unser bestes. Dennoch wird es so sein, dass unser weg durch leid geht, weil es einfach ein höheres ziel gibt als unser glück. dann kann man genauso wie bei jesus formulieren, dass gott es will, dass wir leiden. aber ich halte das für verkürzt und für ebenso falsch wie bei jesus.

    @ tdv:
    das heil ist der zentrale begriff in der bibel überhaupt. ohne heil ergibt weder das alte noch das neue testament sinn. dass das heil aus jesus kommt ist ein dominantes thema des NT.
    mit der aufklärung lässt sich ohnehin schlecht theologie betreiben weil die aufklärung vom menschen her denkt und die theologie von gott. damit ist aber nicht ausgesagt, dass wir keine verantwortung haben. im gegenteil: gerade durch gott wird unsere verantwortung dem nächsten, der welt usw. gegenüber verstärkt, denn es ist eine verantwortung, die von gott kommt und nicht von uns.

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  6. Warum aber denkt heute die Aufklärung nur vom Mensch her, denkt säkular bleiben zu müssen, auch in ihren moralischen Forderungen?

    Wenn das Heil von Jesus, dem fleischgewordenen Logos/lebendiger Vernunft ausging, die nicht nur laut Benedikt XVI. aus griechischem Monismus abgeleitet wurde, laufen wir dann nicht heute Gefahr, das uns im aufgeklärten Wissen gegebene Denken im Gesetzes- bzw. Buchstabendienst auszuleeren?

    Wenn Buchstaben keine Verantwortung mehr bringen, auch wenn verzweifelt versucht wird, sie einem meist rein persönlichen Gottesgebilde in den Mund zu legen, wäre es dann nicht an der Zeit, in neuer Weise die wissenschaftliche Erklärung der Welt wie sie u. a. die Evolutionsbiologie abgibt, als ewiges Wort Gottes, lebendige Offenbarung zu verstehen?

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