Internet-Missionar werden? Vision – Teil 1

Als ich vor drei Jahren in der schnell wachsenden New Life Fellowship in Mumbai war, sagte der alte und ehrwürdige Visionär der Bewegung, Pastor Joseph, folgende Worte zu mir, die mich seitdem begleiten.

„Du brauchst eine Vision, eine Strategie, Networking, Finanzen und Evaluation für einen erfolgreichen geistlichen Dienst. „

Auch für den geistlichen Dienst eines Internet-Missionars ist es wichtig, diese fünf Aspekte zu berücksichtigen. Ohne eine konkrete Strategie, wie etwas gemacht werden kann, nutzt die beste Vision nichts. Ebensowenig ist eine gute Strategie ausreichend, wenn dann kein Geld für die Umsetzung zur Verfügung steht oder nie die Fehler und Erfolge des eigenen Networkings evaluiert werden.

Deshalb möchte ich heute mit dem Thema „Vision Internet-Missionar“ in das Thema einsteigen.

1) Eine Vision ist zunächst ersteinmal eine Sicht für etwas Bestimmtes. Zu wenige Christen haben heute eine solche Sicht im Internet zu wirken, auch wenn kaum jemand bestreiten wird, dass jede Gemeinde eine Internetseite braucht.

Hier zwei Zitate von christlichen Webworkern, die das belegen:

Thomas Kilian: „Es gibt vergleichsweise wenige christliche Blogger, vor allem nur wenige, die beruflich ein christliches Blog führen und diesem Anliegen eine Bedeutung geben. Das sieht in der Blogosphäre oder bei Business-Bloggern ganz anders aus. … in Deutschland haben wir keine echten A-Blogger. … verschlafen Christen wieder einen Trend?“

Ruth: „Hi, ja stimmt, es gibt wenige christliche Blogs und die die es gibt, die kochen ihr eigenes Süppchen…obwohl das auch interessant ist. Oft sind das einfach so Personal Blogs, die halt einfach für den Freundeskreis sind.“

2) Doch die Tätigkeit eines Internet-Missionars nach meinem Verständnis geht weit über solche Angebote hinaus. Ich definiere einen Internet-Missionar wie folgt:

Ein Internet-Missionar ist ein vollzeitlicher Mitarbeiter und Medienunternehmer 2.0 im Reiche Gottes, der sich unter anderem mit dem Internet beschäftigt. Seine Arbeit ist hochkomplex. Er arbeitet journalistisch, zum Teil im technischen Bereich und vor allem seelsorgerlich mit Menschen. Ziel ist immer das Reich Gottes zu bauen.

Als Missionar ist er bzw. SIE mit einer Mission beauftragt worden und hat das brennende Verlangen, diese Mission auszuführen. Dies hat nichts mit dem Klischee zu tun, dass andere zwangsbeglückt und zu Proselyten gemacht werden sollen. Die spezielle Mission hängt vom konkreten Ruf Gottes ab und ist von Fall zu Fall verschieden. Mit anderen Worten: Der Missionar ist kein oberflächlicher Verkäufer (siehe hier ein nettes Beispiel), sondern er wird immer mehr zu der Botschaft, die er in sich trägt.

Im Normalfall liegt die Aufgabe, die der Internet-Missionar zu erfüllen hat, außerhalb des Internets. Wie er seine Aufgaben erledigt, hängt von seinen Dienstgaben ab. Manche Internet-Missionare sind eher pastoral, andere eher prophetisch oder evangelistisch. Wieder andere lehren gerne systematisch über biblische Zusammehänge oder „beackern“ lieber apostolisch geistliches Neuland.

Als Medienunternehmer 2.0 ist der Internet-Missionar mit einem Herausgeber einer christlichen Zeitschrift wie z.B. dem HauskreisMagazin zu vergleichen. Wie ein Medienunternehmer oder wie Paulus als Zeltmacher verdient er damit direkt und indirekt einen Teil seines Einkommens (zur Finanzierung folgt ein weiterer Artikel). 2.0 bedeutet, dass anders wie bei einem Papiermagazin, das Internet viele Möglichkeiten der direkten, sozialen Interaktion bietet (wie z.B. auf Cafe-Community; Twitter.com/inmeinerstrasse; siehe auch WEB 2.0 oder Social Media).

3. Die Vision kommt von Gott und wird im Gebet ausgebrütet. Gott hat mehrmals mit mir über meine Berufung gesprochen. Gerne könnt ihr mehr darüber in einem Artikel von mir lesen.

In meinen Fall kommt mir meine Berufung manchmal etwas vor wie in Jeremia 1,4-19: „So schmeckt mir das aber gar nicht. Was soll ich mit Technik anfangen? Ich will lieber was Tolles machen. Ich und Technik!“ Das war meine Reaktion auf einen Traum am 8.12.2002.

Im Traum hatte Gott direkt zu mir gesprochen:

„Günther, ich gebe dir drei Gaben: Liebe, Erkenntnis und technische Fähigkeiten, um Häuser zu bauen.“

Gott hat mir mir also zuerst über die Ziele ausserhalb des Internets geredet und dann in Beziehung zueinander gesetzt. Um ehrlich zu sein, hätte ich in mir keine einzige technische Fähigkeit vermutet.

Eigentlich ist mir erst hinterher klar geworden, dass ich ja genauso vorgehe: Offene Häuser mit u.a. mit Hilfe des Internets zu bauen. (Siehe z.B. Was Sellerieschnitzel mit Vertrauen zu tun haben)

In einem Jahr des intensivsten Gebetes wurde diese Vision immer mehr ausgebrütet und nahme praktische Züge an. Sicherlich ist diese Vision für jeden ein Stück weit anders. Was ich betonen möchte ist, dass die Mission darin besteht, reale Orte zu schaffen, die nicht im Internet liegen. Die Verküpfung zwischen Hauskreis und Internet scheint mir sehr logisch. Denn im Internet kann eine große Nähe zu Menschen entstehen, die m. E. nur in persönlichen Kontakten in Hauskreisen sinnvoll weitergeführt werden können.

In den FAQ von Cafe Inmeinerstrasse habe ich das einmal so ausgedrückt:

Frage – Ist Inmeinerstrasse.de ein realer Ort in Berlin oder ein virtueller Ort im Internet? Antwort – Wir bilden vor allem reale Kleingruppen in Berlin und sind auch eine Online-Community mit echten Hilfsangeboten. Beides zusammen ist heute Teil unserer Wirklichkeit.

In anderen Bereichen haben wir uns an diese Mischung aus geistlicher Berufung und techischer Ausprägung schon gewöhnt. In diesem Zusammenhang möchte ich nur einen Lobpreisleiter als Beispiel nennen, der sein Instrument auch technisch beherrscht. Es ist auch interessant, in diesem Lichte die Geschichte zu lesen, wie Gott in 2. Mose 35 Handwerker zum Bau seines Heiligtums beruft.

Was die Vision für eine Arbeit als Internet-Missionar betrifft muss diese Sicht erst noch von den Gemeinden erobert werden. Dazu braucht es praktische Ausbildung wie in anderen Bereichen auch und noch viele übernatürliche Berufungen als Internet-Missionar direkt durch Gott. – Ende Teil 1

In weiteren Beiträgen in den kommenden Tagen werde ich die praktischen Aspekte wie Strategie und Finanzierung weiter vertiefen.

Zum Schluß noch einen tollen Internet-Blog, den ich heute empfehlen möchte: Andys News.

Günther vom Offenen Haus Tegel

Bild: Gerd Altmann, © pixelio.de


3 Thoughts

  1. hi günther,
    danke für die blumen. war schon überrascht, einen link zu meinem blog hier zu finden.
    noch mal danke und gruss,
    andy

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  2. Ich bin jetzt nicht gerade Spezialist, wenn es um Missionare geht und, ehrlich gesagt, auch bei diesem Thema etwas skeptisch.

    Aber, wer etwas zu sagen und zu geben hat, und das haben Religionen ja, der solle das auch tun. Das Web 2.0 und folgende, bietet dazu hervorragende Möglichkeiten schnell ein großes „Publikum“ zu erreichen.
    Ich bin ohnehin erstaunt, dass diese technischen Möglichkeiten von den größeren Religionsgruppen noch nicht mehr genutzt wird.

    Egal ob es um Religion oder ein anderes Thema geht, für alle gelten im Internet die gleichen Regeln, und die muss man kennen respektive erlernen, um auch tatsächlich von möglichst vielen Menschen gehört, gesehen oder gelesen zu werden. Internet-Marketing muss auch hier sein.

    Wer alle Möglichkeiten geschickt nutzt, wird auch als Online-Missionar rasch Erfolge haben.

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