Petition fordert uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils

Mit einer am 29. Januar 2009 gestarteten Petition fordern zahlreiche Theologinnen und Theologen sowie Christinnen und Christen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils. Damit reagieren sie auf die vor wenigen Tagen erfolgte Aufhebung der Exkommunikation von Bischöfen der traditionalistischen Pius-Bruderschaft.

Vor allem die Wiederaufnahme von Weihbischof Richard Williamson hatte — wegen seiner Leugnung der Judenvernichtung durch die Nationalsozialisten — zu starken Verstimmungen mit dem Zentralrat der Juden geführt.

Die Petition kann ab sofort auf der Webseite www.petition-vaticanum2.org per Email unterzeichnet werden. Nach Abschluss der Aktion wird das Ergebnis dem Vatikan übergeben sowie den Bischofskonferenzen, dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken sowie der Presse bekannt gegeben.

Hier geht’s zum Text der Petitition

Lesen Sie auch: Lefebvre zurück in Rom

Foto: LeoneL Schilling – Quelle: http://www.flickr.de

15 Gedanken zu “Petition fordert uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils

  1. Lieber Stefan,

    danke für die Grüße. Ich bin zwar Mitglied der evangelischen Landeskirche, aber letztlich auch katholisch (im Sinne von „die von Jesus Christus begründete Gemeinschaft aller Christen“). Diese Gemeinschaft zu verwirklichen sollte Ziel aller Christen sein, egal aus welcher geistlichen Tradition sie stammen.

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  2. Lieber Uwe,

    du sprichst „….die von Jesus Christus begründete Gemeinschaft aller Christen…“ an, und dem möchte mit voller Überzeugung zustimmen.

    Andererseits sind Du und ich wie viele andere Teil einer Kirche, deren Bekenntnis wir vertreten.

    Genau dazu stehe ich: Zu meinem Glauben an den dreieinigen Gott und die rk Kirche, nicht mehr und nicht weniger.

    Das Ziel der Ökumene will ich dabei nicht aus den Augen verlieren, und ich bete gerne für die Vereinigung der christlichen Kirchen.

    Viele Grüße und Gottes Segen,
    Stefan

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  3. … im Glaubensbekenntnis sprechen wir von der „einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche“, nicht von der „römisch-katholischen Kirche“; das griechische Wort „katholisch“ heißt übersetzt: „allgemein“ und kann m.E. nicht mit einer konfessionellen Ausprägung von Kirche gleichgesetzt werden …

    herzlich

    Walter alias oekumenisch

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  4. Du sprichst mir aus der Seele, die katholische Kirche soll „allgemein“ und vor allem „alle“ im Glauben an Jesus Christus vereinen.

    Welche der vielen katholischen Kirchen dazu am ehesten in der Lage sein kann, das ist eine Frage, die sich immer drängender stelen wird.

    Ich habe da so eine Vorstellung 🙂 …. und bete für die römisch-katholische Kirche, der ich ungemein viel verdanke, zum Beispiel meinen Glauben,

    Herzlich, Stefan

    PS: Dazu gehört unter anderem eine inhaltlich sehr erfülte Eucharistiefeier, die von anderen katholischen Kirchen wiederum anders gesehen wird, warum und wozu eigentlich?

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  5. Hallo Stefan,

    ganz kurz: Ich nehme an, dass Du auf die Frage der Transsubstantiation anspielst (wir hatten ja bereits einen kurzen Austausch darüber – siehe Kommentare zu Bischofsernennung Wagner).

    Ich verweise hier wie dort auf meine Ausführungen auf meinem eigenen Weblog „www.alt-katholisch.net“, auf dem ich unter dem Link „Umbrische Impressionen – Part II: Orvieto & die Transsubstantiation“ über die Story berichte, die hinter der Dogmatisierung dieser Lehre durch die römisch-katholische Teilkirche steht.

    Es sei noch hinzugefügt, dass die Lehre von der Transsubstantiation, die 1215 vom vierten Laterankonzil der römisch-katholischen Kirche zum Dogma erhoben wurde, lediglich von der römisch-katholischen Kirche sowie den mit ihr unierten Ost-Kirchen vertreten wird. Selbst die großen Orthodoxen Kirchen lehnen eine dogmatische Definition der Transsubstantiation ab.

    Meine Gegenfrage: Warum und wozu sollte der Rest der Christenheit die Lehre der römisch-katholischen Teilkirche übernehmen, die nicht auf einem wahrhaft ökumenischen Konzil, sondern lediglich auf der römisch-katholischen Teilkirchenversammlung von 1215 als „Dogma“ definiert wurde?

    Herzlich

    Walter

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  6. Also anno 1215 ist 2009 immer noch Fakt.

    Aber kommen wir zur Eucharistie: Die Wandlung in der römisch-kath. Kirche ist mir heilig und bewahrenswert, denn in anderen Kirchen gibt es nur eine Schauspielakt (guck, jetzt machen wir es wie damals, und Christus ist eh im gesäuerten Brot) während in der römisch-katholischen Kirche eine Wandlung durch (zölibatäre) Priester stattfindet, die eine Anwesenheit Jesu durch diese Handlung und in dieser eucharistischen Gabe vermitteln. Genau diese Form des „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ habe ich lieben gelernt. Und ich möchte sie nicht missen.

    So habe ich auch in der eucharistischen Anbetung die Erfahrung gemacht, dass die Anwesenheit des Herrn eine ganz besondere Gnade ist. Gibt es diese Form der Anbetung überhaupt in anderen christlichen Konfessionen?

    Wandlung (Transsubst.) und eucharist. Anbetung sind zwei ganz wichtige Erfahrungen meines katholischen Glaubens!!

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  7. @ sixtusdictus

    die Transsubstantiationslehre ist kein Fakt, sondern eine teilkirchliche Lehrentscheidung der römisch-katholischen Teilkirche, getroffen auf einer Teilkirchen-Versammlung 1215, welche nicht mal von der Orthodoxie nachvollzogen wird

    in der römisch-katholischen Kirche sind es nicht nur zölibatäre Priester, welche die Eucharistie feiern dürfen, sondern auch (verheiratete) römisch-katholische Priester, die als Pastoren aus anderen Konfessionen zum römischen Katholizismus konvertiert sind; ganz zu schweigen von den Priestern der mit Rom unierten Ostkirchen, welche den Papst als Oberhaupt anerkennen, und bei denen es keinen verpflichtenden Zölibat für die Geistlichkeit gibt (was die ganze Frage des Zölibats in der römisch-katholischen Kirche m.E. ohnehin heftig in Frage stellt)

    die Alt-Katholischen, die Anglikanischen und die Orthodoxen Kirchen gehen – wie die Römisch-Katholische – von der andauernden Realpräsenz Christi in den konsekrierten Gaben von Wein und Brot aus; deswegen gibt es dort auch ein Tabernakel; wie geschrieben gibt es lediglich hinsichtlich der römisch-katholischen Teilkirchenlehre von der Transsubstantiation unterschiedliche Auffassungen

    ich habe nicht die Absicht, Deinen resp. den römisch-katholischen Glauben an die Transsubstantiation zu kritisieren; er ist nur nicht für die gesamte Kirche (und damit meine ich eben nicht nur die römisch-katholische Teilkirche) verbindlich

    Herzlich

    Walter alias oekumenisch

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  8. @Walter oekumenisch

    Hallo Walter,

    deine theoretische Auflösung von Wandlung (Transsubstantiation) und Realpräsenz ist mir zu theoretisch…

    …sie ist mir auch zu dogmatisch…

    …denn unser Glaube wird eben nicht von Theorie und Dogma bestimmt.

    Nach meinem einfachen Verständnis feiere und erlebe ich in der römisch-katholischen Messe eine mystische und nur durch einen Priester zu vollziehende Wesensverwandlung vo Brot und Wein…

    …während (bitte korrigiere mich) in der altkatholischen Messfeier keine Wesensverwandlung vollzogen wird, weil ja von der bleibenden Präsenz Christi in den eucharistischen Gaben ausgegangen wird…

    …und mir persönlich ist diese ganz besondere, als Höhepunkt der Messe entstehende Wandlung von Brot und Wein, einfach heilig – sie ist Mitelpunkt und Höhepunkt der Messe, der mir bei einer anderen Art Messe zu feiern definitiv fehlen würde.

    Grüße
    Stefan

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  9. … was ist denn hier zu theoretisch???

    Im übrigen geht die römisch-katholische Kirche ebenfalls von der bleibenden Präsenz Christi in den Gaben aus; sie geht dann – wie gesagt als einzige unter den christlichen Kirchen – mit der Wesensverwandlung / Transsubstantiation von Brot und Wein allerdings dann noch einen Schritt weiter. Kann sie machen. Ist aber kein verbindlicher Glaube der Kirche, da lediglich Entscheidung der römisch-katholischen Teilkirchenversammlung von 1215.

    Herzlich

    Walter alias oekumenisch

    P.S.: die Alt-Katholische und die Römisch-Katholische Kirche führen seit langem Gespräche auch zum Thema Eucharistie miteinander. Da die römisch-katholische Seite die Alt-Katholische Kirche als in der „Successio Apostolica“ stehend betrachtet, werden die Ämter und gespendeten Sakramente als voll gültig anerkannt. 1974 kam es sogar zur so genannten „Pastoralvereinbarung“ zwischen den offiziellen römisch-katholischen und den offiziellen alt-katholischen Gesprächspartnern, in der das gegenseitige Verhältnis auf eine geregelte Grundlage gestellt und sogar gegenseitige Amtshilfe im sakramentalen Bereich angeboten wurde. Die Vereinbarung wurde zur endgültigen Approbation nach Rom weitergeleitet – dort aber leider nie bestätigt.

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  10. Gut zu hören, dass immerhin ein konkreter Schritt gesetzt wurde, um zu einer gegenseitiger Anerkennung zu kommen, die ich sehr willkommen heißen würde,

    Grüße
    Stefan

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