Klimawandel macht keine Pause in der Wirtschaftskrise

wusteUnser aller Bundeskanzlerin hat festgestellt, dass der Klimaschutz in Zeiten der Wirtschaftskrise hinter dem Schutz von Arbeitsplätzen zurückstehen müsse. Sie will mit ihrem Veto vermeiden, dass am nächsten Wochenende beim EU-Gipfel Beschlüsse gefasst werden, welche zu Gunsten des Klimas in Deutschland Arbeitsplätze oder Investitionen gefährden (vgl. z.B. die AP-Meldung „Merkel setzt Jobs vor Klimaschutz„). – War Angela Merkel nicht irgendwann mal Umweltministerin? Oder habe ich da was mißverstanden? Und wie war das nochmal mit der christlichen Aufgabe der „Schöpfungsbewahrung“ (der sich eine C-Partei doch eigentlich besonders verpflichtet fühlen müsste)?

Ihr Vorgänger als Umweltminister, Klaus Töpfer, hat in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau zutreffend darauf hingewiesen, dass der Klimawandel sicherlich nicht die Freundlichkeit besitzt, wegen unserer Wirtschaftskrise eine Pause einzulegen (vgl. „Klimaschutz keine Verhandlungsmasse“ – FR vom 08.12.08). Und was mit dem Klimawandel an Problemen für Gottes Schöpfung auf uns zukommen wird, habe ich bereits in verschiedenen Beiträgen versucht deutlich zu machen: vgl. u.a. „Finanzkrise als Peanuts“ und die darin bereits verlinkten Beiträge.

Selbst das ja nicht unbedingt als wirtschaftskritisch zu bezeichnende Handelsblatt macht deutlich, dass die Bundeskanzlerin hier einen vollkommen falschen Blickwinkel hat: Die Verfolgung von Klimaschutzzielen zu Gunsten der Wirtschaft aufzugeben sei „rückschrittlich“, so das Handelsblatt. Zudem weist das Handelsblatt darauf hin, dass Klimaschutz bei der Bewältigung der konjunkturellen Krise helfe, und sie nicht verschärfe. Denn die Staaten, die beim Klimaschutz Vorreiter seien, seien die (auch wirtschaftlichen/konjunkturellen) Gewinner von morgen, da die entsprechenden Technologien verstärkt nachgefragt werden würden (vgl. „Chance statt Risiko“ – Handelsblatt vom 09.12.08).

Und wenn im nächsten Jahr der neue amerikanische Präsident Barack Obama das Ruder in den USA übernimmt, und tatsächlich einen grundlegenden Schwenk in der Klimapolitik von Amerika vollzieht (was starke Auswirkungen auf die Ausrichtung der amerikanischen Wirtschaft haben wird), wird die deutsche Wirtschaft sehr schnell ziemlich alt aussehen. Denn die Marktführerschaft in Sachen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien ist bei der Richtung, welche die Kanzlerin anscheinend einschlagen will, ganz schnell verspielt.

Die Umweltpolitik unserer ehemaligen Umweltministerin ist daher m.E. ökonomisch und ökologisch fragwürdig.

Fotograf: Fotografix33 – Quelle: http://www.flickr.de

1 Comment

  1. Und wieder wird deutlich, dass es mit einem Aktionionismus, der letztlich nur wirtschaftsegoistische Zwecke auf staatliche Weise beflügeln will, nicht getan ist.

    Was wir brauchen ist völlige Neuorientierung an einer hervorbringenden-kreativen SINN/Logos einer Vernünftigkeit, die in der gesamten Natur zu beobachten ist und vor 2000 Jahren in menschlicher Gestalt (Aufgabe, Rolle) von Mutter Kirche zur Welt gebracht wurde.

    Ich kann mir eine von einer schöpferischer Vernunft bzw. einem gemeinsamen Sinn/Logos allen Seins begeisterte Welt vorstellen, die ihre Arbeitslosigkeit gerade dadurch überwindet, dass sie auf ökologische Weise Zukunft gesaltet. Nicht in Autos investiert, die das Gegenteil bewirken, sondern forscht, wie die Welt auf ökologische Weise fortzubewegen ist…

    Wenn doch heute klar ist, dass es den Homo oeconomicus nicht gibt, der Mensch seiner Ego-Gier folgt und somit weltökonomisch und ökologisch Un-sinn treibt – was in der Finanzkrise nur besonders deutlich wird – dann ist eine höhere, kreative=schöpferische Vernunft gefragt, der man vor 2000 Jahren den Namen Jesus gab. (Die nicht einfach ein jüdischer Ersatzgott gewesen sein kann. Und die selbst der Papst mit Jesus Christus gleichsetzt – allerderding noch rein dogmatisch, metaphysisch.)

    Doch davon wollen Theologen nichts wissen. Sie lesen und schwätzen leer von einem guten Jungen oder persönlichen Gottesbildern weiter, predigen von Wende, verlangen Besserung, die aufgrund meist weitgehend vergewaltigter Bibelstellen eingefordert werden soll…

    Obwohl sie das Wissen hätten, Weihnachten in neuer Weise wahr werden zu lassen:
    Jesus Christus als den Logos allen natürlichen Lebens wieder in zeitgemäß aufgeklärter Weise versehen zu lassen und in menschlicher Weise umzusetzen.

    Auch wenn man mich für verrückt hält:
    Der Mensch von Morgen wird Sonntags in der Kiche Jeusus geh voran singen, damit er sich Montags ökologsch und ökonomisch an einen gemeinsamen Sinn allen Seins hält, der ihm dort erklärt wird, wo man heute Gott für einen Wahn hält: in moderner Evolutonsbiologie.

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