Geschenke finden

geschenke1Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist. (1.Korinther 2,12 nach der Einheitsübersetzung)

Der Vers passt ja richtig in die Jahreszeit, zumindest zu Weihnachten, auch wenn das noch etwas hin ist…
Mich beschäftigt immer mehr die Frage, was wir denn nun eigentlich von Gott empfangen haben als wir Jesus angenommen haben. Für viele Christen ist es gerade mal die Errettung; für manche sogar noch weniger, denn manche meinen, dass Gott uns nur ein Buch und ein paar Gebote gelassen hat und sehnen sich nach der Zeit des ersten Jahrhunderts zurück in der man Jesus treffen und erleben konnte. Das erste, was ich gehört habe, als ich Christ geworden bin war, dass ich nun den Sinn des Lebens erfüllt hätte: der ganze Sinn sei es, Jesus anzunehmen und nach dem Tod zu Gott zu kommen, wo es dann im Himmel ganz toll ist. “Tolle Sache!”, wollte ich glauben, aber das ging nicht, weil da ein Gefühl war von “es muss mehr geben”. Um mich herum sagten(!) einige Christen, dass es eigentlich ideal wäre sein Leben in Sünde und Ausschweifung zu verbringen und sich dann auf dem Sterbebett zu bekehren so dass man beides hat, ein gutes Leben und eine gute Ewigkeit…
Das wollte ich nun gar nicht glauben und entdeckte schnell, dass es auch nicht stimmt. Gott hatte mir hier etwas zu bieten, das ewige Leben fängt heute an! Gottes Reich ist zwar noch nicht vollständig am Start, aber es ist da! Wer auf den Himmel wartet und alles Jesusmässige auf die Zeit nach dem Tod verschiebt, der verpasst einiges. Um mich zu outen: die Qualität des Lebens mit Gott habe ich erst mit dem Heiligen Geist kennengelernt.
Ich will jetzt nicht in die Diskussion einsteigen, ob man ein “zweites Erlebnis” braucht oder den Geist bei der Bekehrung voll empfängt. Bei mir war es jedenfalls so, ich war Christ mit allem drum und dran, hatte aber kein Erleben Gottes, keine Gaben, keinen “Erfolg”, nichts. Das hat sich erst geändert, als ich mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde. Für mich war es ein zweites Erlebnis mit allem was man sich vorstellt: umfallen, lachen, lallen, liegen bleiben usw. Wenige Wochen später dann auch mit Sprachenbeten.
Natürlich war dieses Geschenk Gottes immer da. Dennoch habe ich mich bekehrt und bin wieder zurück in die Welt, weil das Leben mit Gott einfach scheisse und hart war. Alles, was ich kannte waren Gesetze und sinnlose geistliche Disziplinen – das habe ich nicht lange durchgehalten. Aus der heutigen Sicht scheint es mir, dass ich angesichts der Speise verhungert bin. Es war alles da, aber ich wusste es nicht und es hat mir nichts genutzt.

Offensichtlich ist es so, dass man die Geschenke Gottes nicht automatisch benutzt. Sie stehen da, wie das Auto vorm Haus, aber man weiss nicht zwingend, dass sie einem gehören. Man sieht sie bei anderen und denkt sich: “wow, was für eine prophetische Gabe!” oder “hey, schade, dass ich nicht solch einen Frieden habe.” Man sieht sie in der Bibel und hat sie dennoch nicht im eigenen Leben. Das ist umso trauriger, weil alles, was Gott für uns hat, unser Leben bereichern kann. Wie viele Christen verhungern innerlich, obwohl die Kraft Gott ihnen zur Verfügung steht?
Ich schreibe den Artikel nicht als einen historischen, “so war es früher-Beitrag”, sondern als jemand, der seit langem darüber betet und meditiert, was das Evangelium eigentlich umfasst. Ich sehe immer mehr, mein Blick weitet sich und ich weiss, es ist mehr als ich jetzt lebe. Vielleicht ist das immer so, dass wir es nicht ergriffen haben, ihm aber nachjagen.

Eines weiss ich sicher: wir brauchen Offenbarung um zu erkennen, was Gott uns schenkt. Von selbst kommt es nicht und logisches Denken erschliesst es nicht. Gottes Geist ist es, der uns in die Dinge Gottes hineinführt. Der Geist, der von Gott kommt, damit wir erkennen, was uns von Gott geschenkt ist.

Bild: © Stephanie Hofschlaeger | pixelio.de

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