seeing is believing

Ein berühmter Satz, der ziemlich gut die Einstellung vieler (der meisten?) Menschen zum Ausdruck bringt. “Ich glaube nur, was ich sehen und anfassen kann!”, war auch die Einstellung von Thomas, einem der Jünger, der den auferstandenen Jesus als einer der letzten gesehen hat. Er konnte die Begeisterung der Anderen nicht teilen, die ihm von der Auferstehung berichteten. “Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.[1] Thomas wollte nicht glauben, was er nicht sieht, er war nicht bereit, Tatsachen anzuerkennen und zuzulassen, die unsichtbar sind.
Dann kommt Jesus auch zu ihm. Thomas legt seine Finger in die Wunden Jesu und bekennt: “Mein Herr und Gott!”. “Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.[2]

Viele Christen verwechseln “sehen” mit “glauben”. Erst wenn sie Wunder sehen, glauben sie an Gottes Kraft. Erst wenn ein Engel ihnen sagt, dass sie Jesus bekennen sollen tun sie es. Erst die Flammenschrift an der Wand lässt sie glauben, dass der Vater sie wirklich liebt. Das Wort Gottes in der Bibel reicht ihnen nicht. Wir wollen die unsichtbare Welt sichtbar machen um dann an das glauben zu können, was unsichtbar ist. Da stimmt doch was nicht. “selig sind, die nicht sehen und doch glauben”. Oder, mit den Worten des Apostel Paulus: “Wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.[3] Die Rechnung geht für uns nicht auf, wenn wir erst sehen und dann glauben wollen.
Für uns ist es genau umgekehrt: “Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.[4]

Demnach ist es der Glaube, der Dinge, die schon da aber nicht sichtbar sind, “verwirklicht”, ihnen Substanz verleiht. Somit ist unsere Formel: believing is seeing.

 

Linknotes:
Johannes 20,25 nach der Einheitsübersetzung
Johannes 20,29
1.Korinther 5,7 nach Luther
Hebräer 11,1 nach der Elberfelder

[Originalpost]

Bild: © Karin Schmidt | pixelio.de

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