Erntedankfest – oder: was hat Gott Dir geschenkt ?

erntedank-maren-besler.jpgDer Schlüssel zum Erntedank liegt darin, der Freude über das, was mir von Gott das Jahr über geschenkt wurde, Raum und Zeit zu geben, sie nicht durch zu schnelle Geschäftigkeit und Zukunftssorgen aus dem Leben herauszureden. Freude ist der Anfang allen Dankens“. (Hier lesen)

Was aber ist, wenn man sich nicht beschenkt fühlt ? Was ist, wenn man seine Arbeit verloren hat, durch eine wichtige Prüfung gefallen ist, krank geworden ist, Menschen verloren hat, depressiv ist ? Die Aufzählung könnte man weiterführen. In diesem Fall darf man sicher auch mit Gott hadern, wir kennen das aus Hiob. Nun ist aber Hiob eine Person, die als vollkommen gut und gerecht dargestellt wird. Und trotzdem erfährt sie Leid. Man kann also den Schluß ziehen, dass Leid nicht durch gute Werke vermieden wird. Erfährt man Leid, dann kann dies unverdient passieren (zum Beispiel durch Krankheit), oder auch verdient (wenn man eigene Schuld an der Entlassung aus der Arbeit trägt – oft tut man das aber wohl eher nicht).

Es kann einem also passieren, dass nun dieses Erntedankfest herangerückt ist und man eines tun soll: sich freuen und dankbar sein. Die Erfahrung dabei mag aber nun diese sein: es klappt nicht. Es wäre an dieser Stelle sicher fehl am Platz, jemandem, der gerade Leid erfährt, zu raten, er solle sich freuen, dankbar sein.

Richtiger wäre es da schon, ihm etwas zu raten, was in folgendem Spruch auch steckt: „Wende Dein Gesicht stets der Sonne zu, damit die Schatten hinter Dir liegen„. Der Clou an dieser Einstellung ist, dass sie das Leid zwar nicht wegnimmt (was gar nicht möglich ist manchmal), aber dass sie das Gute, das immer auch im Leben vorhanden ist, in den Blickwinkel rückt.

Denn in aller Misere ist es auch immer vorhanden: das Gute. Also Mitmenschen, gute Gedanken, gute Erinnerungen, vielleicht Gesundheit, vielleicht kleine Freuden. Vergessen wir das nicht.

Wir können also das Leid nicht beseitigen (zumindest nicht jedes Leid), wir können aber unsere Einstellung ändern. Wir können auch mal überlegen, was uns denn Schlimmeres hätte widerfahren können. In welcher Postition müssten wir sein, damit uns das, was uns jetzt belastet, wie eine Erlösung vorkäme ? Welch schlimmere Probleme hätten uns treffen können, die dann wirklich dramatisch wären ? Dies soll keine billige Lösung für das Problem des Leides sein, aber es ist eben eine Verschiebung des Blickwinkels. Und letztlich ist alles im Leben eine Frage der Sichtweise: bin ich arm oder bin ich reich ? Bin ich mit 80 alt, oder bin ich jung, weil ich mich jung fühle und geistig interessiert geblieben bin ?

Jesus spricht auch einmal zu diesem Thema. Dem Menschen, der sich um alles sorgt, gibt er die Antwort, dass Gott sich letztlich um den Menschen kümmert: schau die Vögel an, sie sähen nicht, sie ernten nicht, und haben doch zu essen. Will heißen: Gott sorgt für Sie. Auch, wenn Sie sich manchmal sehr gottverlassen fühlen. Und auch, wenn Sie vieles im Leben selbst tun müssen. Tun Sie das, was Sie tun können – für alles andere sorgt schon Gott.

Zwar ist dies ein Beispiel und wir wissen wohl alle, dass man recht tief fallen kann: in Trauer, in Depression, in Sorgen etc. Da hilft solch ein Spruch nicht sehr viel weiter. Dann kommt es vor allem darauf an, dass man Ansprache von Menschen findet, die sich um einen kümmern.

Allerdings: dieser Spruch hilft andererseits doch. Zum einen beinhaltet er eine wichtige Aussage der Bibel: Du kannst niemals tiefer fallen, als in die Hände Gottes
Zum anderen weist er darauf hin, was wirklich wichtig ist im Leben. Es gibt nämlich Dinge, die sind angenehm zu besitzen, es gibt aber auch Dinge, die sind wesentlich. Beispielsweise Gesundheit.

Solange Sie also in der „glücklichen“ Lage sind, und vielleicht „nur“ die nicht so wesentlichen Dinge gerade entbehren, können Sie diesen Artikel als Anlaß nehmen, noch einmal darüber nachzudenken: was habe ich alles für Gaben geschenkt bekommen ?

Und sollten Sie aber in einer Lage sein, in der wirklich alles über Ihnen zusammenzubrechen droht, kann Ihnen der Gedanke helfen, dass Gott Ihnen sehr, sehr nahe ist: nämlich nur ein Gebet weit entfernt. Denn seien Sie ganz sicher: das, was Sie gerade fühlen, hat Gott selbst durchgemacht – nur wesentlich schlimmer. Er hat es selbst am Kreuz erfahren, er war selbst in der tiefsten Verlassenheit und Depression, Gott in der Person Jesus. Eine wesentliche Aussage ist dabei die: es bleibt nicht bei diesem Elend. Gott hat Jesus wieder auferweckt.
Ganz egal, in was Sie gerade vielleicht für Problemen stecken: es wird ein „Danach“ geben, eine Zeit, wo Sie zurückblicken und vielleicht feststellen, dass Gott Ihnen in dieser Zeit recht nah war.

Und ob es Ihnen nun gut geht, oder Sie Leid erfahren, eines ist dennoch ziemlich sicher: Sie haben eine ganze Menge erhalten von Gott. Vergessen Sie nicht, den Blick auch darauf zu wenden.

Bild: Maren Beßler, pixelio.de

4 Kommentare zu „Erntedankfest – oder: was hat Gott Dir geschenkt ?

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  2. Gefällt mir sehr gut, der Artikel. Danke für die Ausarbeitung und die Zeit, die du in diesen Artikel rein gesteckt hast!

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